Längst kein Geheimtipp mehr ist die Konzertreihe Songs und Sichtweisen von Bernhard Betting. Der Freizeitmusiker tourt mit seiner Idee, zu seiner Musik Fotos aus seinem privaten Archiv zu zeigen, inzwischen regelmäßig durch die Region. Eine beliebte Anlaufstelle ist das Phonomuseum zwischen Grammophonen und Plattenspielergeschichten. Dorthin kamen am Sonntag rund 50 Zuhörer, um der Musik von Bernhard Betting und seinen musikalischen Gästen zu lauschen und einen voyeuristischen Blick in sein privates Fotoalbum zu erhaschen.

"Jemand sagte mal zu mir: 'Wenn du Musik machst, suche dir Musiker, die das besser können als du selbst.' Das ist mir heute besonders gut gelungen", freute sich der Musiker, der musizierende Freunde um sich scharte. Mit Wilhelm Ploetz (Akkordeon, Gitarre, Gesang), Edgar Spies (Bass, Ukulele, Bluesharp), Ingo Perk und Reiner Bergis (Percussion) stellte Betting ein Ensemble zusammen, das in dieser Formation Premiere feierte. Den Musikern war die Spielfreude anzusehen und anzuhören. So bunt wie die Zusammensetzung der Musiker, so vielfältig war die musikalische Auswahl. Die Musiker hangelten sich querbeet durch Jahrzehnte und durch sämtliche Stilrichtungen. Von Eric Clapton und Mark Knopfler bis Bob Dylan und von Love me Tender bis zu den Capri Fischern und Zirkus Renz, auf dem Akkordeon von Wilhelm Ploetz mit flotten Fingern gespielt, konnte sich jeder Besucher aus der großen Musikkiste das Passende heraus fischen.

Für einen ganz anderen Einschlag sorgte Ruth Zwingenberger, die mit französischen Chansons wie Les Feulles Mortes und La vie en Rose den ruhigen Gegenpol und musikalischen Kontrast zu den ansonsten eher rockig angehauchten Klängen bildete. Immer wieder wurde auch das Publikum in die Gestaltung einbezogen. Die beteiligten sich als große Rhythmusgruppe, werkelten mit Kazoos und Rhythmuseiern emsig mit oder schwangen Leuchtstäbe und sorgten so für ein illuminiertes Konzerterlebnis, das mit der St. Georgen-Hymne und Knockin' on Heaven's Door ausklang.