In loser Folge beschäftigt sich das Forum am Bahnhof (FAB) mit der Vortragsreihe "Bergstadt Industriewelt". Schließlich wurde die Bergstadt maßgeblich von der Industrialisierung bestimmt. In der neunten Veranstaltung der Reihe wurde nun eines der bedeutendsten Unternehmen in St. Georgen, die Firma ebm-papst, vorgestellt, welches 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg, durch Hermann Papst gegründet wurde.

Der Sprecher der Geschäftsführung des St. Georgener Standortes, Johannes Pfeffer, stellte die Firmengeschichte, die Unternehmensgruppe, die aktuelle Situation der Firma sowie einen Ausblick in die Zukunft vor. Der knapp zweistündige Vortrag wurde mit Bildern und Filmen aufschlussreich untermalt. Zudem konnten sich die interessierten Gäste Exponate aus der Produktpalette anschauen. Das Team des FAB sorgte für die Bewirtung mit Getränken und einem Imbiss.

ebm-papst ist ein weltweit führender Hersteller von Ventilatoren und Motoren. Hauptsitz der Firma ist Mulfingen. Die Erzeugnisse, Ventilatoren und Motoren des Weltmarktführers sind in vielen Branchen zu finden, wie zum Beispiel in den Bereichen Lüftungs-, Klima- und Kältetechnik, Haushaltsgeräte, Heiztechnik, Automotive und Antriebstechnik.

Zuletzt geriet das Unternehmen in die Schlagzeilen, da der Geschäftsbereich Automotive nicht in die Gewinnzone gebracht werden konnte. Trotz starken Wachstums und hohen Umsätzen wirft die Sparte nach wie vor keinen Gewinn ab. Die anderen beiden Segmente können die hohen Verluste trotz eigenen Wachstums nicht auffangen. Mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog versucht die Geschäftsführung nun das Ergebnisproblem zu lösen. Von Seiten der Gesellschafter gebe es Bestrebungen die Automotive-Sparte aus dem Unternehmen herauszulösen, beziehungsweise die Sparte sogar zu verkaufen. "Da die Geschäftseinheit allerdings sehr stark im Unternehmen verwurzelt und verflochten ist, sind die Bemühungen groß, die Sparte in St. Georgen zu halten", so Johannes Pfeffer. Nicht zuletzt seien über die Hälfte der Beschäftigten in diesem Sektor tätig.

Mit unterschiedlichen Sanierungsfeldern wird nun seit Jahresanfang entgegengesteuert. Auf Entlassungen musste die Firma in jüngster Zeit zurückgreifen. Über einen Erfolg oder Nichterfolg könne man jetzt noch nicht sprechen, erklärte der Sprecher der Geschäftsführung, dafür sei die Zeit bis jetzt zu knapp gewesen. Allerdings wären die Ergebnisse momentan besser als gedacht und dies ließe die Hoffnung auf eine schwarze Null im Jahresergebnis zu. Johannes Pfeffer betont hier vor allem auch den rumänischen Standort. Das Unternehmen müsse vor allem auch im Niedriglohnsektor wachsen, um wettbewerbsfähig zu sein.

Wie geht es nun weiter? "Eine konkrete Strategie von ebm-papst gibt es nicht", so der Geschäftsführer. Jede Geschäftseinheit müsse für sich selbst eine Strategie für die Zukunft finden, die sich aus der Frage ableiten würde, wo es die besten Marktchancen gibt. Diese Strategien können dementsprechend sehr unterschiedlich sein. Auch im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen in Politik und Wirtschaft müsse das Unternehmen Anpassungsfähigkeit und Wandlungsfähigkeit beweisen.

Für den Standort St. Georgen formuliert Johannes Pfeffer allerdings folgende Merkmale: "Unsere Firma soll ein schnelles, fittes, globales und agiles Unternehmen sein".