Schüler starten mit Kaiserwetter in die Sommerferien. Wer nicht gleich zu Beginn in den Urlaub nach Mallorca, Italien, Kroatien oder an die Ostsee fährt, sucht sich in der Bergstadt ein schattiges Plätzchen unter dem Sonnenschirm – oder springt ins kühle Nass am Klosterweiher. Der wird für viele Daheimgebliebene bei diesen Temperaturen an den Hundstagen fast schon zu einem neuen Zuhause. Gut, dass bei dem Hochbetrieb immer Sven Konopke zur Stelle ist. Er ist für die Sicherheit der Badegäste verantwortlich und zieht Bilanz: "Gravierende Vorfälle gab es bislang nicht."

Gerade in der Ferienzeit denken die meisten, dass die Bäder aus allen Nähten platzen. Sven Konopke kann jedoch Entwarnung geben: "Der Besucherandrang war schon hoch und er wird auch so bleiben." Steigen werde er wohl nicht – trotz Ferien. Weil viele Familien wegfahren, gleiche sich die Anzahl der Badegäste aus. "Der Unterschied ist, dass man weniger Deutsch hört. Wir haben halt viele Touristen", sagt er. Das kann Melanie Schröder bestätigen. Sie arbeitet, gemeinsam mit zwei anderen Kolleginnen an der Kasse des Naturbads und merkt sofort, wenn die Ferien in anderen Bundesländern, starten. "Mehr Badegäste werden es eigentlich nicht. Kinder und Jugendliche kommen ab jetzt halt nicht erst am Nachmittag, sondern schon morgens", sagt sie.

Konopke ist in erster Linie dafür zuständig, die Wasseroberfläche zu beobachten. Über die Jahre hat er sich einen geschulten Blick angeeignet und sieht schnell, wenn jemand in Gefahr ist. Für die große Badefläche braucht man Erfahrung. Weil sich am Wochenende deutlich mehr Badegäste im Klosterweiher abkühlen, bekommt er Unterstützung von Helfern der DLRG. Trotzdem appelliert der Bademeister vor allem an die kleinen Wasserratten, die nicht schwimmen können, sich auch nur im Nichtschwimmerbereich aufzuhalten. "Man sollteS bitte nicht versuchen rauszuschwimmen, wenn man es nicht kann", sagt er.

Neben seiner Haupttätigkeit versorgt Konopke auch kleinere Wunden und Blessuren, etwa wenn jemand stürzt. Sonnenstiche kämen hingegen selten vor. Um nicht die Wasseroberfläche unbeaufsichtigt zu lassen, hat Konopke seinen Rucksack dabei. So behält er immer einen Überblick, auch wenn er gerade mal eine Wunde versorgen muss.

Auch um Bienen- und Wespenstiche kümmert sich der Bademeister. Die Anzahl sei aber schon vor einigen Jahren stark zurückgegangen. Laut Melanie Reinl von der Stadtverwaltung St. Georgen liege das vor allem am Blumenbeet, das von den Landschaftsgärtnern im Naturbad angelegt wurde. Die Reduzierung der Stiche sei ein positiver Nebeneffekt. "Die Tiere fliegen natürlich lieber zu den bunten Blüten als über die Grasfläche", sagt Konopke.

Es gibt zwar Jahre, in denen die Badesaison dürftig ausfällt weil das Wetter schlecht ist, aber meistens ist der Besucherandrang sehr konstant. "Den 10 000. Besucher haben wir fast immer etwa um den 20. Juli", sagt Reinl. Sie hofft, dass sie bald schon den 20 000. Besucher verbuchen kann und bis dahin alle Badegäste unfallfrei durchs Freibad sausen.