St. Georgen – Die internationale Radio- und Phonobörse in St. Georgen genießt unter den Anbietern und Gästen einen überaus hohen Stellenwert. Es sind nicht wenige Anbieter, welche seit Beginn der Radio- und Phonobörse seit Anfang an dabei sind. Unter den Besuchern hat sich so etwas wie Solidarität entwickelt. Die Besucher kommen hierher, nicht um nur durchzulaufen, sie nehmen sich Zeit, fragen, ja hinterfragen ganz genau, wenn es sich um höherpreisige Geräte handelt.

Was im Angebot diesmal fehlt, sind Trichtergrammophone. Einer der Anbieter der ersten Stunde ist Wilfried Sator. Bei ihm nachgefragt, sagt er, "Trichtergrammophone fallen nicht vom Himmel." Dazu werde es immer schwieriger, gut erhaltene Geräte zu bekommen. Was auch nicht ganz toll sei, wären die aus Indien stammenden Nachbauten, auf alt getrimmt, doch um wirklich wertvoll zu sein, seien diese Geräte einfach zu billig. Ein Sach- und Fachkundiger merke so etwas schnell, weniger Vertraute meinten oft, ein Schnäppchen gefunden zu haben, stellt Sator fest. Als langjähriger Anbieter kennt Sator St. Georgen und die hier auftretenden Menschen recht gut. Er weiß auch welche Mentalität von ihnen ausgeht. Das gefällt ihm und für ihn ist das Publikum einfach in Ordnung. "Deswegen komme ich nach St. Georgen, hier gefällt es mir."

Der ehemals in St. Georgen lebende Dietrich Jeske hat einen besonderen Bezug zu den an der Phonobörse ausgestellten Geräten. Damals wohnte er im Stockwald. Als er 1965 einen Plattenspieler erhalten hatte, sparte er sein Taschengeld zum Erwerb von Schallplatten. Als er seine erste Doppel Langspielplatte kaufte, musste er seine Singlesammlung verkaufen. "Und heute habe ich mir einige Singleschallplatten mit alten Titeln gekauft", freut er sich nun unübersehbar.

Nachgefragt bei Wolfgang Göbel, dem Schallplattenliebhaber und engagierten Sammler aus St. Georgen, wie sich das Geschäft entwickelt, zieht ihm ein Lächeln über das Gesicht. So wie es aussieht, ist sein Geschäftsmodell durchaus erfolgreich. So stellt er auch fest, dass immer wieder Menschen bei ihm nach ganz bestimmten Titeln der klassischen Musik suchen und auch fündig werden. "Dieser Kundenkreis weiß ganz genau wonach und wo gesucht werden muss", erklärt er. Seine angebotenen Schallplatten werden in Kisten präsentiert, geordnet nach "Schlagerparade", "Musik für Genießer" oder Operetten und Kinderschallplatten. Besonders die Kinderschallplatten haben ausgesprochen schöne Cover. Wolfgang Göbel kommt dabei regelrecht ins Schwärmen, wenn er die Kunstwerke zeigt.

Mit dabei waren auch die Amateurfunker aus Furtwangen. Leider war das Interesse an ihrem Stand nicht übermäßig ausgeprägt. Wer sich interessierte, bekam erschöpfende Auskunft der Mitglieder, die immer auf Draht sind. Unter anderem waren auch Radiochassis mit eingelagerten Spinnweben im Angebot. Zahlreiche Radios, viele Plattenspieler der ehemals heimischen Phonoindustrie und viele Kleinteile, wie Widerstände, Kondensatoren und Elektrolyt-Kondensatoren oder Gleichrichter, fanden sich in den Auslagen. Norbert Kotschenreuther aus Passau war mit der "Dual-Fraktion" angereist. Leider konnte er die Neuauflage seines Buches "Schwarzwälder Präzission von Weltruf" nicht anbieten, da es verspätet in die Buchbinderei gekommen ist.

Für gute Stimmung sorgten die Mitglieder vom Verkehrsverein St. Georgen mit ihrem kulinarischen Angebot. Die Mannschaft um Heinrich Seebacher erhielt auch Lob von begeisterten Besuchern.