Walter Feist hat zu den 3D-Tagen ins Technologiezentrum etwas ganz Besonderes mitgebracht: eine Waschmaschine für Schallplatten. Eine Konstruktion, die der Chef der Firma Walter Feist Systemtechnik selbst gut gebrauchen kann. "Wir haben zu Hause 3000 Schallplatten", sagt Feist. "Und die werden eben auch mal dreckig." Deshalb hat er einen der 3D-Drucker, den die Firma eigens hergestellt hat, für die Produktion seiner Schallplatten-Waschmaschine genutzt.

Walter Feist, Leiter der Firma Walter Feist Systemtechnik, hat mit einem der eigens produzierten 3D-Drucker eine Waschmaschine für seine Schallplattensammlung hergestellt. Diese stellt er bei den 3D-Tagen im Technologiezentrum aus. Bilder: Wiebke Wetschera
Walter Feist, Leiter der Firma Walter Feist Systemtechnik, hat mit einem der eigens produzierten 3D-Drucker eine Waschmaschine für seine Schallplattensammlung hergestellt. Diese stellt er bei den 3D-Tagen im Technologiezentrum aus. Bilder: Wiebke Wetschera

"90 Prozent der Bestandteile sind mit unserem 3D-Drucker gedruckt", erklärt Feist. Das Prinzip ist wie in einer Autowaschanlage: Die Schallplatte dreht sich und wird in die Wanne gefahren. Die Wanne ist mit Flüssigkeit gefüllt. Bürsten reinigen die Platte sanft und anschließend wird die Platte mit Luft getrocknet. Seit etwas über zwei Jahren beschäftigt sich der Maschinenbauer mit dem 3D-Druck. Und auch für zahlreiche andere Firmen, die am Mittwoch in das Technologiezentrum kamen, ist der 3D-Druck längst Alltag geworden.

Zahlreiche Prototypen aus dem 3D-Drucker, wie hier zu sehen, waren bei den 3D-Tagen waren ausgestellt.
Zahlreiche Prototypen aus dem 3D-Drucker, wie hier zu sehen, waren bei den 3D-Tagen waren ausgestellt.

40 Aussteller im Technologiezentrum

Zum dritten Mal hat die Firma 3D Labs, die im Technologiezentrum ansässig ist, zu den 3D-Tagen eingeladen. An zwei Tagen dreht sich dort alles um das Thema 3D-Druck – von den Materialien über Drucker bis hin zu Anwendungsfeldern. Unter den etwa 40 Ausstellern ist auch die Firma 3D Systems, deren Spezialisierung im Direktmetalldruck liegt. So werden beispielsweise Teile für die Luft- und Raumfahrttechnik oder die Medizintechnik hergestellt. "Das Verfahren ermöglicht eine Geometrie, die mit keinem anderen Verfahren so möglich ist", erläutert Markus Felsch von 3D Systems.

Markus Felsch von der Firma 3D Systems zeigt einen gedruckten Prototypen für die Luft- und Raumfahrttechnik.
Markus Felsch von der Firma 3D Systems zeigt einen gedruckten Prototypen für die Luft- und Raumfahrttechnik. | Bild: Wiebke Wetschera

Überflüssiges Material soll durch den kleinteiligen Druckvorgang gespart werden. "Es wird nur das Material verwendet, was wirklich gebraucht wird", sagt Felsch. "Das ergibt eine Gewichtsersparnis von etwa 25 Prozent." Die Teile seien so filigran, dass sie nur in diesem Verfahren hergestellt werden können, so Felsch. "Das kann weder gegossen noch mit dem Werkzeug hergestellt werden", sagt Felsch. Er zeigt ein Hüftgelenk aus Metall, das mit einer feinen Gitterstruktur überzogen ist. Eine Struktur, die nur durch die Produktion im 3D-Drucker möglich ist.

Nachfrage in der Medizintechnik nimmt zu

Um sich über die verschiedenen Anwendungsbereiche zu informieren, kamen bereits am Mittwoch zahlreiche Besucher in die Räume des Technologiezentrums. Unter ihnen auch Thomas Perl von der Firma Evonik. "Ich informiere mich über potenzielle Hersteller für die Anwendung in der Medizintechnik", sagt Perl. Die Firma stellt selbst Material für den 3D-Druck her. "Am Thema 3D-Druck gibt es immer mehr Interesse", sagt Perl. "Gerade im Bereich Medizintechnik steigt die Nachfrage auf dem Markt."

Die Besucher informierten sich bei den Ausstellern über Technologien und Anwendungsbereiche.
Die Besucher informierten sich bei den Ausstellern über Technologien und Anwendungsbereiche. | Bild: Wiebke Wetschera

Die 3D-Tage würden einen guten Querschnitt über alle Anwendungsbereiche und Technologien bieten. Firmen stellten Prototypen ihrer gedruckten Teile aus, im Labor wurde gezeigt, wie das Material für den 3D-Druck getestet wird und in verschiedenen Vorträgen wurden Themen weiter vertieft. Auch heute laden die 3D-Tage Interessierte wieder ins Technologiezentrum ein. So wie Walter Feist mit seiner Schallplatten-Waschmaschine.