Wir ahnten es, jetzt haben wir es schriftlich: Die Schwarzwaldbahn ist eine technische Meisterleistung von Weltrang. So schreibt es das Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Diese überschwängliche Bewertung hat der Landtagsabgeordnete Karl Rombach, seines Zeichens auch Vorsitzender des Verkehrsauschusses im Landtag, in Stuttgart provoziert. Denn der Antwort ging Mitte Januar eine Anfrage des CDU-Abgeordneten voraus, durch dessen Wahlkreis die Schwarzwaldbahn klettert und Richtung Baar und Hegau wieder abfällt. Rombach wollte in einer Kleinen Anfragee von der Landesregierung so einiges wissen zum badischen Prestigeprojekt des 19. Jahrhunderts und was man daraus für heutige Verkehrsvorhaben lernen kann.

So sei die von Robert Gerwig zwischen 1863 und 1873 erbaute Schwarzwaldbahn nicht nur Vorbild für weitere Gebirgsbahnen in Europa gewesen wie etwa die Gotthardbahn, die die Schweiz und Italien verbindet. Bemerkenswert sei auch die hohe Betriebssicherheit der tunnelreichen Trasse im Winter. Das ganze Katastrophenpanoptikum von Lawinen, Hangrutschungen, Stürmen oder Steinschlägen breite sich doch sehr selten aus. Ökonomisch habe die Eisenbahnverbindung großen Einfluss auf das Zusammenwachsen des Landes Baden und die Landesentwicklung gehabt, heute noch wirke sie im Tourismus segensreich.

Sogar in Zahlen lässt sich der überproportionale Aufwand darstellen, den sich das Großherzogtum im Vergleich zu "normalen" Eisenbahnstrecken geleistet hat. Die 23,7 Millionen Mark, die damals zwischen Hausach und Villingen verbaut wurden, entsprechen 151,7 Millionen Euro nach heutiger Kaufkraft. Von diesen Investitionen hätten bereits mehrere Generationen profitiert, der Aufwand habe sich über Jahrzehnte mehr als bezahlt gemacht, schlussfolgert Rombach und schlägt den Bogen: Es lohne sich, sich für den Ausbau der Schieneninfrastruktur in Baden-Württemberg einzusetzen. Konkret geht es dem Ausschussvorsitzenden um den zweispurigen Ausbau von Stuttgart nach Zürich, den Ausbau der Rheintalbahn und das Bahnprojekt Stuttgart – Ulm. Das kostet viel Geld. Nähme man davon exakt 151,7 Millionen Euro: Diese Summe dürfte wohl nicht im Entferntesten so segensreich wirken wie zu Gerwigs Zeiten.