Wenn man an Kunst denkt, haben die meisten Gemälde im Kopf. Einige wenige verbinden den Begriff im ersten Moment noch mit Bildhauerei oder Fotografie. Aber Robotik und Klangspiele hat man nicht auf dem Schirm. Die elf Künstler und Mitglieder des Vereins Global Forest beschäftigen aber gerade mit diesen Themen und erschufen die "Künstlerresidenz Friedrichstraße 5a" am gleichnamigen Ort in St. Georgen. Bei einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 16. September, ab 11 Uhr sollen die Barrieren zwischen Gestaltungsprozess der etwas anderen Kunst und dem Endprodukt durchbrochen werden.

Video: Küster, Sebastian

"Wir wollen einen Ort schaffen, an dem die Künstler und die Besucher in einen Dialog treten", sagt der Künstler Olsen, der mit bürgerlichem Namen Oliver Wolf heißt und gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender von Global Forest ist. Olsen studierte in Zürich und an der Queen Mary Universität in London und wird eines seiner Werke, die elektronische Bürste, mit der er sich auch in seiner Doktorarbeit beschäftigte, am kommenden Wochenende präsentieren. Die Bürste bewegt sich automatisch beim Sonnenaufgang Richtung Osten. Dabei hilft ihr ein eingebauter Kompass. Durch Sensoren erkennt die Haarbürste, wann die Sonne aufgeht.

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In einem anderen Werk werden fünf kleine Roboter, die wie kleine Schiffchen aussehen, von einem dafür angefertigten Tisch, dauerhaft zum Schweben gebracht. Die eingebauten GPS-Systeme lassen die Schiffchen sich wenige Millimeter über dem Tisch aufeinander zu bewegen. Montierte Magneten sorgen jedoch dafür, dass sie wieder voneinander abgestoßen werden. Dadurch sind sie ständig in Bewegung.

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Viele andere Künstler in der "Friedrichstraße 5a" beschäftigen sich auch mit dem Thema Klang, das auch beim Tag der offenen Tür, großen Raum einnimmt. Viele Performances werden gezeigt. "Das hier ist alles Kunst, die keinen Sinn macht. Das soll sie aber auch nicht. Wir haben hier Platz, uns kreativ auszuleben und zu entfalten", erklärt Olsen.

Im Rahmen des Residenzprogramms werden in dem öffentlichen Atelier "Friedrichstraße 5a" Plätze für nationale und internationale Künstler bereitgestellt, die während eines ein- bis dreimonatigen Gastaufenthaltes lokale Themen entwickeln und ausstellen. "Jeder kann sich bei uns für einen Platz im Atelier bewerben", erklärt Olsen. Bislang waren elf Residenten in der "Friedrichstraße 5a" zu Gast. Vier von ihnen, Sascha Brosamer, Jürgen Palmtag, Lisa Schlenker und Olsen selbst, werden beim Tag der offenen Tür anwesend sein und freuen sich auf anregende Debatten über die außergewöhnlichen Kunstwerke.