Wegen dem Vorwurf des unerlaubten Waffenbesitzes musste sich ein Mann jetzt vor Gericht verantworten. Dem 60-jährigen St. Georgener wurde vorgeworfen, zwei Langwaffen, die er bei einer Nachlassregelung entdeckte, nicht umgehend der zuständigen Behörde gemeldet zu haben. Gegen einen auferlegten Bußgeldbescheid legte der Mann Widerspruch ein, weswegen es vor dem Villinger Amtsgericht nun zur Verhandlung kam.

Keine Registrierung für zwei Waffen

Als der Mann bei einer Nachlassregelung seines verstorbenen Schwiegervaters, der über viele Jahre als Waffenhändler registriert war, und der auch selbst legal mehrere Kurz- und Langwaffen besaß, etwa ein Dutzend Gewehre und Pistolen entdeckte, informierte er umgehend die Waffenbehörde des Landratsamtes. Ein Mitarbeiter der Behörde sah sich die Sache an. Da diese Waffen ordnungsgemäß registriert waren, stand dem Verkauf der Waffen an berechtigte Personen, unter anderem Jäger, nichts im Weg. Bei weiteren Aufräumarbeiten entdeckte der Mann zwei weitere Waffen sowie ein Waffenhandelsbuch. Zwar habe es für diese beiden Langwaffen keine Registrierkarte gegeben, da diese beiden Waffen jedoch in dem Waffenhandelsbuch eingetragen und die Eintragung behördlich abgestempelt gewesen sei, ging der Mann davon aus, dass auch diese Waffen ordnungsgemäß registriert seien.

Verkauf nicht erlaubt

Er informierte wiederum die Waffenbehörde des Landratsamtes und veräußerte die Waffen anschließend sofort. Genau dieser Umstand gefiel den Mitarbeitern der Behörde gar nicht. Wie sich laut Mitarbeiter des Landratsamtes, der als Zeuge aussagte, „nach umfangreichen Recherchen“ herausstellte, seien die beiden Waffen in keinem amtlichen Register registriert gewesen. Möglicherweise sind die Unterlagen zu genau diesen beiden Waffen beim Umzug der Waffenbehörde, die früher in St. Georgen war, verloren gegangen. Somit habe der Mann nicht die Befugnis gehabt, diese Waffen zu verkaufen. Auch habe er den Besitz der Waffen nach Auffassung des Mitarbeiters des Landratsamtes zu spät angezeigt. Bevor der Beschuldigte den Verkauf bei der Waffenbehörde meldete, meldete sich der Käufer, um den Kauf der Waffen anzumelden.

Obwohl zwischen den beiden Anrufen wohl nur wenige Stunden lagen, und der Beschuldigte beteuerte, dass er davon ausging, dass die Waffen ordnungsgemäß registriert seien, da sie im Waffenhandelsbuch eingetragen waren, folgte das Gericht der Argumentation des Mitarbeiters der Waffenbehörde. Die Richterin empfahl dem Beschuldigten, den Einspruch gegen den Bußgeldbescheid zurückzunehmen. Dies tat der Mann und muss jetzt inklusive Gerichtskosten rund 300 Euro Bußgeld berappen.