Ob Thomas Edison und Emil Berliner wohl geahnt haben, wie weit ihre Idee, Musik und Sprache auf einen Datenträger zu bannen, im 21. Jahrhundert fortgeschritten ist? Wenn ja, würden sie sich vermutlich auf die Schulter klopfen. Die beiden galten Anfang des 20. Jahrhunderts unabhängig voneinander als Pioniere bei der Erfindung von Aufzeichnungs- und Abspielgeräten, deren technologischen Ur-Ur-Urenkel heute jedes Kind kennt.

Im Phonomuseum stehen zahlreiche Exponate aus der Anfangszeit der Musikabspielgeräte.
Im Phonomuseum stehen zahlreiche Exponate aus der Anfangszeit der Musikabspielgeräte. | Bild: Sprich, Roland

Zumindest verbale Schulterklopfer gab es bei der Sonderführung im Deutschen Phonomuseum am Pfingstmontag. Siegbert Hils vom Arbeitskreis Deutsches Phonomuseum zeigte einer Handvoll interessierter Besucher die Geschichte der Phonoindustrie von den ersten Gehversuchen mit Walzen und Stiften bis zu High-End-Geräten.

Solch ein von Thomas Edison entwickelter Apparat konnte erstmals Sprache auf einer Walze konservieren, wie Siegbert Hils erklärt.
Solch ein von Thomas Edison entwickelter Apparat konnte erstmals Sprache auf einer Walze konservieren, wie Siegbert Hils erklärt. | Bild: Sprich, Roland

Dass früher Grammophone mit großen Schalltrichtern für die Tonwiedergabe nur etwas für besser Betuchte war, wurde den Besuchern dabei schnell klar. Erst mit der Erfindung der Schellack- und später der Schallplatte wurde der Tonträger als Massenmedium günstig.

Grundstein für einen ganzen Industriezweig

Das war der Beginn der Musik- und Schallplattenspielerindustrie, mit der St. Georgen durch die Firmen Dual und Perpetuum Ebner (PE) ja eng verwoben ist. Plötzlich konnte man die Musik seines Lieblingskünstlers überall hören.

Anfänge liegen gerade einmal 120 Jahre zurück

Die Besucher zeigten sich interessiert vor allem an der Technik, die, obwohl gerade mal gut 120 Jahre alt, aus heutiger Sicht technologische Steinzeit ist. Doch wer weiß, ob es ohne die Grundidee von Emil Berliner und Thomas Edison, Sprache und Musik dauerhaft auf einen Datenträger zu bringen, Musik als Daten auf Speichersticks oder per Streamingdienste überhaupt gäbe.

Das könnte Sie auch interessieren