Mit dem Zeugnis in der Hand und einer Feier in der Stadthalle endete für 67 Realschüler die Schulpflicht. Jahrgangsbester ist Nico Flaig, der die mittlere Reife mit einem Notenschnitt von 1,5 schaffte.

Nicht immer lief es glatt

Neben den üblichen Glückwünschen für die Zukunft hielt Schulleiter Hubert Ilka nicht mit mahnenden Worten hinterm Berg. Die drei Klassen des Abschlussjahrgangs hätten völlig unterschiedliche Herangehensweisen bei der Vorbereitung auf den mittleren Bildungsabschluss gezeigt und mehr oder weniger Anstrengungen unternommen. „Was ging schief in den letzten Tagen?“, fragte er angesichts der Tatsache, dass manche Schüler für die Prüfungen offensichtlich nicht ihr gesamtes Potenzial ausschöpften und nicht die letzten Kräfte mobilisierten.

Chance nutzen

„Es hatte den Eindruck, als ob eure Mamas und Papas mehr Energie investiert haben als ihr selbst.“ Möglicherweise habe es ein Kommunikationsproblem gegeben, suchte Ilka die Ursache unter anderem bei sich selbst. Die mittlere Reife sei ein Sprungbrett. Ilka appellierte eindringlich an die Schulabgänger, jetzt Anlauf zu nehmen und abzuspringen. „Sonst nutzt alles nichts.“

Bürgermeister-Stellvertreter Hansjörg Staiger überreicht Katrin Lehmann den Preis des Bürgermeisters für besonderes soziales Engagement.
Bürgermeister-Stellvertreter Hansjörg Staiger überreicht Katrin Lehmann den Preis des Bürgermeisters für besonderes soziales Engagement. | Bild: Sprich, Roland

In dieselbe Kerbe schlug auch Bürgermeister-Stellvertreter Hansjörg Staiger: „Ihr habt ein erstes großes Lebensziel erreicht und Persönlichkeit entwickelt.“ Der jetzt erreichte Schulabschluss sei aber keine Garantie, es im Leben zu etwas zu bringen. „Ihr habt gute Voraussetzungen, die wirtschaftliche Lage ist gut.“ Allerdings seien auch die Ansprüche der Arbeitgeber gewachsen. Wichtig sei, auch weiterhin in Wissen zu investieren, sei es durch den Besuch einer weiterführenden Schule oder den Beginn einer Ausbildung.

Weniger Ego

Elternbeiratsvorsitzender Silvio Baldauf bedankte sich im Namen aller Eltern bei den Lehrern. „Wir wissen, wie schwierig unsere Kinder sein können.“ Die mittlere Reife sei genau richtig. „Mehr wäre überreif, weniger wäre unreif“, fasste er zusammen. Den Schülern gab er auf den Weg, das eigene Ego zurück zu schrauben. „Künftig weniger ich und mehr wir und uns.“

Emotionale Unterstützung

Patrick Morath, stellvertretender Schulleiter, dankte im Namen der Schüler den Eltern für die emotionale Unterstützung in den vergangenen zehn Schuljahren. Mit einem Zitat von Basketballstar Dirk Nowitzky, der seine Karriere jüngst beendete, sagte er zu den Schülern gewandt, „wenn du alles gibst, kannst du dir hinterher nichts vorwerfen.“ Er ermutigte die Schüler aber auch, ihr bislang noch nicht vollständig ausgeschöpftes Potenzial zu aktivieren.

Schöne Jahre

Die Schülersprecher Celine Kratt und Justin Goedhuis bedankten sich bei der Feier im Namen der Schüler „für sechs schöne und manchmal sogar erfolgreiche Jahre.“