Kaum das Abitur in der Tasche, muss Sara Raimondo, ehemalige Schülerin des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums, ihre Koffer packen. Die 17-Jährige wird ein freiwilliges soziales Jahr im Ausland verbringen.

Am 14. August startet Sara Raimondo in Richtung Peru. In Ica, einer Stadt rund fünf Busstunden von der peruanischen Hauptstadt Lima entfernt, wird Sara Raimondo ein Menschenrechtsprojekt der Nichtregierungsorganisation CODEH (Comisón de dechereos humanos, auf Deutsch: Komitee für die Verteidigung von Menschenrechten) unterstützen. "Ich werde mich dort für die Rechte von Frauen und arbeitenden Kindern einsetzen", erklärt Sara Raimondo. Was genau auf sie zukommen wird, weiß sie noch nicht konkret. Nur eines weiß sie: dass es keine einfache Aufgabe werden wird, für die sie sich bereit erklärt hat. "Man kann sich gar nicht vorstellen, wie schlimm es dort ist." So werden Frauen für schwere Feldarbeit verpflichtet und Kinder beispielsweise als Schuhputzer auf die Straße geschickt. Aussender für das Projekt ist die Fachstelle Internationaler Freiwilligendienste der Erzdiözese Freiburg.

Warum macht Sara Raimondo, die auch Mitglied des St. Georgener Jugendgemeinderats ist, das soziale Jahr im Ausland? "Ich wollte nach dem Abi unbedingt ins Ausland und ich wollte etwas Soziales machen. Also habe ich eine Möglichkeit gesucht und gefunden, um beides miteinander zu verbinden", sagt sie. Die Erwartung an dieses Auslandsjahr ist, "dass ich etwas dazu beitragen kann, damit sich die Situation für die Frauen und Kinder dort verändert. Und dass ich auch mich selbst verändere." Konkret meint sie, dass sie einen anderen Blick bekommt beispielsweise auf Konsum, Luxusartikel und Nahrungsmittel. "Was für uns eine Selbstverständlichkeit ist, etwa Nahrung und Wasser, ist dort Luxus."

Um auf das Jahr im Ausland vorbereitet zu sein, wird Sara Raimondo bis zu ihrer Abreise noch auf einem Seminar elementare Dinge wie einkaufen oder mit dem Bus fahren lernen.

Vier Wochen vor ihrer Abreise ist Sara Raimond hin- und hergerissen zwischen der Vorfreude, das Land, die Menschen und die Kultur kennenzulernen und der Sorge, wie sie die lange Abwesenheit von zuhause bewältigt. "Ich war noch nie so lange von zuhause weg." Deshalb wird im Gepäck ein Buch mit vielen Fotos ihrer Familie und Freunde dabei sein. Ebenso als Gastgeschenk für ihre Gasteltern, bei der Sara ein Jahr leben wird, ein Kalender mit Bildern aus St. Georgen.