In mehr als 100 Vereinen mit sportlichem, kulturellem oder sozialem Schwerpunkt können sich die Bürger in St. Georgen engagieren. Seit mehr als einem Jahr ist in all diesen Vereinen ein geregeltes Vereinsleben aufgrund der Pandemie-Situation nicht mehr möglich. In unserer Serie schildern Vereine, wie sie diese herausfordernde Zeit überstehen und den Kontakt zu ihren Mitgliedern halten. Heute: Der Radfahrverein Frohsinn Langenschiltach.

Alle Räder stehen still, weil Corona es so will. So kann man die Situation im Radballverein Frohsinn Langenschiltach beschreiben. Weder die Frauenturn-, noch die Yoga-Gruppe oder die Radballer können Trainings- und Übungsabende abhalten. „Lediglich die Nachwuchs-Radballkadermannschaft mit Silas Dold und Jonas Schultheiss darf aufgrund ihres Kaderstatus als Spitzensportler trainieren. Was aber nur bedingt effektiv ist, da es an realen Spielsituationen im Wettkampf und auch im Training fehlt“, sagt der Vorsitzende Werner Schultheiss.

Einen großen Strich macht Corona dem RV Frohsinn für das Vereinsjubiläum zum 100-jährigen Bestehen durch die Rechnung. „Geplant war ein UCI Radball-Weltcup am 12. Juni in der Mehrzweckhalle in Peterzell. Die Hoffnung war, bis zu 300 Zuschauer in die Halle zu locken, wo acht der besten Radballteams der Welt ein sportliches Turnier spielen sollten“, verrät Werner Schultheiss die Planungen Anfang März hat sich der Vorstand entschlossen, diesen Wettkampf an den UCI Weltverband zurückzugeben, „da die Veranstaltung aus unserer Sicht an dem geplanten Termin so nicht durchführbar ist“. Was der RV Frohsinn anstelle dessen machen kann und darf, steht derzeit in den Sternen. „Ich hoffe zumindest auf einen kleinen Festakt, vielleicht rund um einen Radballspieltag oder ein Radballturnier.“

Alles bereit für den Trainings-und Spieltbetrieb. Die Radballabteilung des RV Frohsinn hat die trainingslose Zeit genutzt, um das Equipment auf Vordermann zu bringen.
Alles bereit für den Trainings-und Spieltbetrieb. Die Radballabteilung des RV Frohsinn hat die trainingslose Zeit genutzt, um das Equipment auf Vordermann zu bringen.

Für die Turnerfrauen, die sich schon seit mehr als 30 Jahren wöchentlich für einen Übungsabend treffen hegt der Vorsitzende zumindest „die Hoffnung, dass mit hoffentlich baldigen Lockerungen deren Trainingsbetrieb weiter gehen kann. Ich denke, da haben alle Sehnsucht, sich wieder zu treffen und Sport zu treiben. Nicht zu vergessen ist der soziale Zusammenhalt, der in dieser Gruppe besonders groß ist.“ Auch die Yogagruppe werde seiner Einschätzung nach „nach Corona“ ihre Übungsreihen wieder aufnehmen.

Gespannt ist Schultheiss auf die Zukunft der Radballabteilung. „Wir haben hier eine Gruppe mit Erwachsenen und Oldies, die sicher gerne wieder zum Training kommen werden.“ Wie sich die Coronapause bei der Nachwuchsabteilung auswirkt, werde sich zeigen.

Immerhin konnten die Radballer zwischen Mai und September ein Freilufttraining anbieten. Nach Absprache mit der Feuerwehr und dem Musikverein durften sie die gemeinsame Festbühne auf dem Festplatz nutzen. Nachdem die letztjährige Saison im März 2020 bis auf wenige Ausnahmen zu Ende gespielt werden konnte, ist die neue Saison nicht weit gekommen. Sowohl der Landesverband WRSV als auch der Bundesverband BDR planen aktuell die Saison in verkürzter Version, möglichst noch vor den Sommerferien durchzuführen. „Insbesondere im Nachwuchsbereich wäre das auch wichtig, um die Jungs nicht zu verlieren.“ Hierfür stehen die Radballer in den Startlöchern. Die trainingslose Zeit wurde genutzt, um alles auf Vordermann zu bringen. Insgesamt 34 Vereins-Radballräder inklusive Ersatzrädern wurden gecheckt, repariert und auf Hochglanz gebracht.

Coronabedingte Austritte sind bei dem rund 200 Mitglieder großen Verein bisher nicht zu verzeichnen. Auch finanziell war das Jahr 2020 nicht so schlimm wie befürchtet. Für dieses Jahr rechnet der Verein aber mit einem Minus im unteren vierstelligen Bereich.