Es sind keine leichten Zeiten für den Handel. Zwei Jahre mit längeren Lockdown-Phasen haben die Branche während der Coronakrise bereits empfindlich getroffen. Jetzt kündigt sich mit Energiekrise der nächste Tiefschlag an. Nun sollen Möbelhäuser laut dem Vorschlag eines Branchenverbands am Montag auch noch schließen. Was soll das denn?

Viele Unternehmen und versuchen verzweifelt Energie und Ressourcen einzusparen, um möglichst gut über den Winter zu kommen. Der Dachverband der Möbelhäuser „Alliance“ hat seinen Mitgliedern aus diesem Grund nahegelegt, einen „Green Monday“ einzuführen, also die Geschäfte montags geschlossen und Licht und Heizung aus zu lassen. Doch nur zwei Einrichtungshäuser in der Region machen mit.

Wenig Resonanz

Der Vorschlag stößt in der Möbelbranche nur auf sehr verhaltene Resonanz: „Viele Möbelhäuser, vor allem wenn noch Gastronomie mit dabei ist, können sich das schlicht nicht leisten“, meint Heiko Fetzer vom Möbelhaus Fetzer in Aldingen. Fetzer hat sich für den „Green Monday“ entschieden.

„Wir haben das Ganze einfach durchgerechnet und für uns festgestellt, dass die Aktion großen Sinn macht“, erklärt Fetzer. Es gebe eine deutlich spürbare Kaufenthaltung und bei gleichbleibenden Kosten komme so immer weniger Umsatz zusammen.

Bei der Lage in einem Gewerbegebiet mache der zusätzliche Ruhetag deshalb einiges aus und helfe die Kosten zu senken: „Wir haben hauptsächlich Kundschaft, die sich bewusst entscheidet, zu uns zu kommen. Die kommen dann auch am Dienstag oder Mittwoch. Bei Möbelhäusern in belebten Einkaufsstraßen sieht das Konzept einfach anders aus“, erklärt Fetzer.

„Wir haben das Ganze einfach durchgerechnet und für uns festgestellt, dass die Aktion großen Sinn macht.“
Heiko Fetzer

Aus diesem Grund habe sich in der Region außer Fetzer und dem Möbelgeschäft Melber in Fluorn-Winzeln niemand dazu durchringen können, dem Vorschlag des Branchenverbandes zu folgen. „Es gibt natürlich auch Unternehmen, die einen zusätzlichen freien Tag einführen, um attraktiver für ihre Mitarbeiter zu sein.“ Dieser Aspekt sei nicht zu vernachlässigen und habe „sicher auch bei uns eine Rolle gespielt“, gibt Fetzer zu.

Auch große Unternehmen würden darüber nachdenken, einen Tag fürs Klima zuzumachen, glaubt Fetzer. „Es geht ein Ruck durch den Einzelhandel allgemein, schließlich muss man sehen, wo man bleibt“, sagt er.

Was sagen die Kunden?

Unsicher sei er, wie die Kundschaft auf die Aktion reagiere. Vorerst bleibe der Ruhetag bis März. Erst dann will das Unternehmen eine endgültige Entscheidung für oder gegen einen zusätzlichen Ruhetag treffen. Momentan bringe der „Green Monday“ etwa 15 Prozent Ersparnis bei Energie und Heizkosten.

Offensichtlich ist die Aktion aber auch wenig bekannt: Einige Möbelhäuser der Region sind auf Anfrage überrascht und geben an, nichts davon zu wissen.