„Stammkunden im regionalen Schienenverkehr können für insgesamt elf Strecken eine einmalige Entschädigung für Schlechtleistungen beantragen“ – das hat das baden-württembergische Verkehrsministerium bekanntgegeben. Betroffen von der Regelung sind alle Fahrgäste, die zwischen Juli 2019 und Januar 2020 gefahren sind.

Für diese Strecken besteht ein Recht auf Rückerstattung.
Für diese Strecken besteht ein Recht auf Rückerstattung. | Bild: Jundt, Matthias

Auch Fahrgäste aus dem Schwarzwal-Baar-Kreis haben theoretisch die Chance, Geld von der Bahn zurückzubekommen. Das betrifft aber nur Pendler, die bis nach Donaueschingen gefahren sind. Für die Strecke bis nach Villingen, besteht kein Anspruch. Warum ist das so?

In Donaueschingen ist Schluss: Pendler, die nach Villingen gefahren sind, haben kein Recht auf Geld von der Bahn.
In Donaueschingen ist Schluss: Pendler, die nach Villingen gefahren sind, haben kein Recht auf Geld von der Bahn. | Bild: Jundt, Matthias

„Die Strecken, für welche Entschädigungen ausbezahlt werden, wurden nach objektiven Qualitätskriterien festgelegt. Auf Basis der Qualitätsberichte, die der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) zu Pünktlichkeit und Zugausfällen im Betrieb zwischen Juni 2019 und Januar 2020 vorliegen, wurden die relevanten Linien und Strecken ermittelt“, heißt es vom Verkehrsministerium dazu auf SÜDKURIER-Anfrage.

Der Bahnhof in Villingen.
Der Bahnhof in Villingen. | Bild: Matthias Jundt

Relevante Linien und Strecken seien diejenigen, die im landesweiten Vergleich deutlich über dem Durchschnitt bei Verspätungen und Zugausfälle lagen. Und weiter: „Der Abschnitt Donaueschingen und Villingen lag unter diesem Durchschnitt und konnte demnach nicht für die Entschädigungsaktion berücksichtigt werden.“

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Bislang seien 18.000 Entschädigungsanträge eingegangen, 14.000 davon wurden positiv bewertet. Heißt: Die Bahn hat zum jetzigen Zeitpunkt 1,4 Millionen Euro an Entschädigungen ausbezahlt. Wie viel Geld für die Strecke im Schwarzwald-Baar-Kreis ausbezahlt wurde, könne das Ministerium zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ein Dienstleister führe die Aktion durch, vor dem zeitlichen Ablauf könne keine Zwischenbilanz gezogen werden. Der Zeitraum zwischen Juli 2019 und Januar 2020 wurde deswegen für die Rückerstattungsmöglichkeit ausgewählt, weil es hier zu einer besonders schlechten Betriebsqualität gekommen war.

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Wer viel mit der Bahn unterwegs ist, wird auch für das bisherige Jahr 2020 viele Ausfälle und Schienenersatzverkehrsregelungen mitbekommen haben. Wird es ein solches Entschädigungsprogramm also auch für den Zeitraum ab Januar 2020 geben? „Soweit es im Rahmen dieser Auswertung erneut zu besonderen Schlechtleistungen gekommen ist, wird das Land eine erneute Entschädigungsaktion in Betracht ziehen“, so die Antwort des Verkehrsministeriums.

Das Antragsformular

Noch aber geht es um das vergangene Jahr. Wer eine finanzielle Rückerstattung beantragen will, hat dazu noch bis zum 31. August Zeit. Dann läuft die Aktion aus. HIER geht‘s zum Antragsformular.

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