Dominik Zahorka

Die Anklage hatte es in sich: Ein Fall von vorsätzlicher Insolvenzverschleppung und Bankrott stand jetzt am Amtsgericht Villingen-Schwenningen auf dem Terminplan. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft galt einem 34-jährigen Angeklagten, der seit 2018 ein Geschäft in Villingen-Schwenningen führte.

Der 34-Jährige soll insgesamt sechs Darlehen im Gesamtwert von 31.200 Euro von einem Geschädigten angenommen haben – und das, obwohl er seit mindestens 12. September 2019 zahlungsunfähig gewesen sei. Er habe lediglich die laufenden Verbindlichkeiten seines Unternehmens von monatlich etwa 10.000 Euro aufbringen können.

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Da bis dato kein Insolvenzantrag gestellt worden sei, handle es sich im vorliegenden Fall um einen vorsätzlichen Bankrott, zeigte sich die Staatsanwaltschaft überzeugt.

Nach Verlesung der Anklage ging es allerdings erst einmal hinter verschlossenen Türen weiter: Der Vorsitzende Richter Christian Bäumler zog sich mit dem Anwalt, des Angeklagten, Bernhard Mussgnug, und der Staatsanwaltschaft zu einer etwa 30-minütigen Beratung zurück. Dann wurde der Angeklagte ebenfalls hinzugezogen.

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Nach weiteren 15 Minuten verkündete Richter Bäumler schließlich offiziell, dass man sich mit den darauf geeinigt habe, lediglich auf einer Anklage wegen des Formaldeliktes der Verletzung der Buchführungspflicht zu bestehen.

Verteidigung und Staatsanwaltschaft plädierten übereinstimmend auf eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen von je 30 Euro, also insgesamt 2700 Euro.

Richter Bäumler schloss sich dem einstimmigen Plädoyer an, verurteilte den Angeklagten im geforderten Umfang und erlegte ihm außerdem die Kosten des Verfahrens auf.