Täglich wird allein in der Region dutzendfach so geparkt – in Parkhäusern und auf großen Parkplatzflächen: Mit dem Auto wird das Fahrrad transportiert, dann startet die Radel-Tour. Was wenige wissen, die Parkplatzbuchten sind meist zu kurz für diese Form der Anreise, der Radständer an der hinteren Stoßstange wird zu einem gefährlichen Hindernis. Die Vorschriftenlage ist laut Polizei glasklar. Das wiederum kann teuer werden, vor allem, wenn es kracht.

  • Ein schöner Fahrradausflug beginnt: Ein Ehepaar kurbelt seine Karrosse ins Parkhaus und fädelt das meist gepflegte Stück sorgsam in eine der vielen Stellplatz-Buchten. Dann geht es los: Schuhe wechseln, Vespertasche umgeschnallt, noch ein paar Spritzer Sonnencreme auf Nase und Genick. Dann muss abgeladen werden. Vielfach werden Fahrräder auf Radträgern transportiert, die auf Anhängerkupplungen aufgesetzt sind. Und wenn die beiden Eheleute gespannt-fröhlich ins Freie radeln, bleibt ein Gefahrenpunkt zurück, mit dem viele andere Autofahrer nicht rechnen und den sie meist auch nur ganz schlecht erkennen.
  • Die Gefahrenstelle ist meist kaum zu sehen: Während das verlassene Auto der beiden Radler ordentlich eingeparkt ist, verbleibt am Heck eine meist schwarz lackierte Problemstelle, die es in sich hat. Der Fahrradständer passt fast nie in den mit weißen Strichen auf dem Boden der Parkflächen markierten Bereiche. Vielmehr ragen diese Konstruktionen im Regelfall deutlich und bis zu einem halben Meter in die Fahrspuren, auf denen die nächsten Kunden heranrollen.
Fast einen halben Meter weit reicht dieser Radständer über die Begrenzung der Parkbucht – die weiße Linie unten rechts – ...
Fast einen halben Meter weit reicht dieser Radständer über die Begrenzung der Parkbucht – die weiße Linie unten rechts – hinaus. Die Polizei erklärt, wie in solchen Fällen das korrekte Verhalten eines Autofahrers sein müsste, der seinen Wagen so parkt. | Bild: Trippl, Norbert

Diese Parkplatz-Fallen entstehen aus Unbedachtheit und Unwissenheit.Beides schützt vor Strafe bekanntlich nicht. Nur: Droht diese in einem solchen Fall? Der SÜDKURIER hat nachgefragt, das Ergebnis ist in seiner Klarheit durchaus überraschend und lehrreich.

  • Das sagt die Polizei: Jörg-Dieter Kluge ist einer der Pressesprecher des Polizeipräsidiums. Auf Bitte unserer Redaktion hat er den Fall mit dem gefährlich herausragenden Fahrradständer geprüft. Seine Expertise zu dem Fall ist anhand der in diesem Bericht abgefügten Fotos erfolgt.

Wer haftet, wenn es kracht?

Kluges Fall-Analyse: „So, wie es sich dem Bild nach darstellt, ist das ein Verstoß nach Paragraf 41 Abs. 1. Hier heoß es: Sie parkten nicht entsprechend der Parkflächenmarkierung.“ Kluge benennt auch gleich die Tarifierung solcher Verstöße: 10 Euro, mit Behinderung 15 Euro, erklärt er. Mit Behinderung kommt in den VS-Parkhäusern immer wieder vor. Nicht selten stehen die überlangen Autos dort, wo eine Abfahrt aus einem oberen Parkdeck mündet.

Jörg-Dieter Kluge übersetzt seine Feststellungen auch noch. Er formuliert: „Das heißt, der Wagen muss mit dem Fahrzeug innerhalb der Markierung stehen.“ Und wie verhält sich der Fahrer eines Autos mit einem derart ausgestatteten Gefährt korrekt? Kluge: „In diesem Fall hätte der Fahrer den Träger abbauen müssen, wenn er nicht weiter nicht mehr weiter nach vorne fahren kann.“

Das könnte Sie auch interessieren
  • Wie werden Schäden bei Unfällen reguliert? Zur Haftungsfrage im Fall von Auffahrtsunfällen will sich der Polizist nicht äußern. Einem Betroffenen, also einem Autofahrer, der auf ein solches Hindernis auffährt, rät er: „Das muss zivilrechtlich geprüft werden.“ Experten geben aber vor allem dem Fahrer im sich bewegenden Auto die Schuld an einem Unfall. Unter anderem heißt es zur Abschätzung der Verhältnisse: „Wer aus der Parklücke herausragt und damit den Verkehr behindert, wird mit einer Mitschuld bei Auffahrschäden rechnen müssen. Eine Haftung für 25 Prozent des Schadens gelte dabei als wahrscheinlich.
Das könnte Sie auch interessieren