Neue Sportgeräte für die Medizinische Trainingstherapie, die Ernährungsberatung soll ausgebaut und die Küche auf eine moderne ökologische und ökonomische Basis umgestellt werden, und auch das neue Kinderhaus braucht eine gesicherte Finanzierung: Viel hat sich die Nachsorgeklinik Tannheim vorgenommen, und die Leser dieser Zeitung können die Einrichtung dabei unterstützen.

Denn der SÜDKURIER bittet bei der diesjährigen Weihnachtsaktion um Hilfe. „Wir wissen, die Klinik in Tannheim gibt vielen Menschen neuen Mut. Helfen auch Sie mit und unterstützen Sie diese Einrichtung mit Ihrer Spende“, formulieren die beiden Geschäftsführer Michel Bieler-Loop und Peter Selzer sowie Chefredakteur Stefan Lutz ihre Bitte.

Ein neues Kinderhaus wird gebaut

„Es gibt in Deutschland zu wenige Kliniken wie unsere“, sagen die Tannheim-Geschäftsführer Roland Wehrle und Thomas Müller. Doch das führt auch dazu, dass Personen, die Anspruch auf eine Therapie haben, lange warten müssen. Um mehr Plätze in Tannheim anbieten zu können, wird nun das neue Kinderhaus realisiert.

Es ist ein freudiger Moment – Auf dem Außengelände der Nachsorgeklinik Tannheim vollziehen Architektin Susanne Fischer vom Bad ...
Es ist ein freudiger Moment – Auf dem Außengelände der Nachsorgeklinik Tannheim vollziehen Architektin Susanne Fischer vom Bad Dürrheimer Büro Rebholz (von links), Tilman Eberle, ärztlicher Direktor der Nachsorgeklinik, Geschäftsführer Thomas Müller, Andreas Ambrosius, Chefredakteur Lokales beim SÜDKURIER, Geschäftsführer Roland Wehrle, sowie Ute Löschl, Leiterin der Kinder und Jugendabteilung, und Jochen Künzel, Leiter des Psychosozialen Dienstes, den offiziellen Spatenstich für das neue Kinderhaus. | Bild: Roland Sigwart

Damit beginnt eine neue Ära in Tannheim – nach Jahren der stetigen Erweiterungsschritte. Am 14. November 1997 eröffnete das Tannheimer Haus nach Jahren der Vorbereitungen. Das Medienhaus SÜDKURIER unterstützte das Haus mit Aktionen schon vor der Eröffnung. Der Erweiterungsbau „Haus SÜDKURIER“ konnte mit dem Spendenergebnis von 2013, 2014 und 2015 realisiert werden. Rund 1,3 Millionen Euro überwiesen die Leser dieser Zeitung allein für dieses Vorhaben.

So spenden die Leser

Jetzt, am Übergang des Jahres 2021 zu 2022, steht ein vergleichbares Vorhaben auf dem Gleis. Wiederum haben die SÜDKURIER-Leser ganz entscheidend mitgewirkt. Tannheim durfte, dank dieser großartigen und über jahrzehntelangen Unterstützung, nun den Spatenstich für den Bau eines neuen Kinderhauses wagen.

Die Nachsorgeklinik Tannheim baut mit der Hilfe unserer Leser ein neues Kinderhaus: Die Besonderheit des Gebäudes liegt in der ...
Die Nachsorgeklinik Tannheim baut mit der Hilfe unserer Leser ein neues Kinderhaus: Die Besonderheit des Gebäudes liegt in der Architektur, da es zum größten Teil unterirdisch in das Gelände eingebaut wird. Ziel ist eine direkte Anbindung an das Haupthaus, um auf einfachem und schnellen Weg in die Apartments, die Therapieräume, aber vor allem in die medizinische Abteilung gelangen zu können. | Bild: Nachsorgeklinik Tannheim

Besonders bemerkenswert ist dies angesichts der Corona-Monate, die das Therapie-Haus bei Villingen-Schwenningen bewältigen musste – inklusive einer wochenlangen Schließung aufgrund eines Infektionsfalls und den daraus resultierenden Einnahme-Ausfällen.

Video: Cornelia Putschbach

Geschäftsführer Thomas Müller begründet das Vorhaben so: „Es ist bei uns insgesamt im Haus zu eng geworden, speziell aber in den Kindergruppen ist das so.“ Mit dem Neubau könne die Einrichtung hier für deutliche Entspannung sorgen, weil mehr Platz für Patienten und auch Mitarbeiter da sein wird.

Architektin Susanne Fischer erläutert die Pläne für den Neubau des Kinderhauses.
Architektin Susanne Fischer erläutert die Pläne für den Neubau des Kinderhauses. | Bild: Roland Sigwart

Ein Arbeitsmarkttrend zwingt die Einrichtung obendrein zu diesem Erweiterungsschritt. „Viele Mitarbeiter müssen aufgrund ihrer eigenen familiären Rahmenbedingungen auf Teilzeit setzen. Das heißt bei uns im Haus in der Folge, dass sich viele Angebote für Gruppen mittlerweile am Vormittag ballen – letzten Endes fehlen uns dazu nun wirklich die Ausdehnungsmöglichkeiten“, sagt Roland Wehrle.

Thomas Müller ergänzt: „Schlussendlich ist das also auch gut für den Arbeitsstandort Villingen-Schwenningen und Tannheim. Wir bieten hier mithilfe dieses Neubaus dann auch noch mehr familienfreundliche Arbeitsplätze für unser Personal an.“

Der SÜDKURIER-Leser ermöglichen viel

Seit dem Jahr 2019 drehen sich die Spendenaktionen des SÜDKURIER um das Neubauprojekt zugunsten der schwerkranken Patienten, den Angehörigen und Therapeuten. Dass nun der Spatenstich erfolgen konnte, grenzt an ein Wunder, das sich allerdings mit dem stetigen finanziellen Beistand der Leser dieser Zeitung erklären lässt.

Video: Cornelia Putschbach

Das Projekt Kinderhaus für Tannheim erreicht offenkundig die Herzen der Menschen. 2020 durchbrach die Spendenbereitschaft der Leser dieser Zeitung erstmalig die Grenze von 600 000 Euro. Herausragend war dies insofern, als zum Ende des ersten Corona-Jahres die Leser ungeachtet vieler persönlich erlebten Herausforderungen tief in die Schatulle griffen – sagenhafte 658 743 Euro kamen zusammen.

Für die 160-köpfige Klinikbelegschaft war das ein besonderes Mutmacher-Signal zum Jahreswechsel. Zumal die ersten Monate bis ins Frühjahr 2021 die bisherige Spitze der Virus-Krise markierten, bis endlich der erste Impfstoff auch für die Tannheimer Patienten und Mitarbeiter bereitgestellt werden konnte. Nun will Tannheim noch stärker als zuvor aus den Corona-Monaten herausgehen. Deshalb verfolgten die Leiter des Hauses unverdrossen das Ziel des Neubaus der Einrichtung.

Das neue Kinderhaus ist auch dem Erfolg der Einrichtung geschuldet: Immer mehr Therapieanfragen müssen schweren Herzens in die Warteschleife geschickt werden. Für eine Reha müssen Patienten teils über ein Jahr lang warten. Vor diesem Hintergrund ist das Tannheimer Projekt des Kinderhauses auch ein klares Ausrufezeichen.

Diese drei Projekte der Nachsorgeklinik können Sie unterstützen

Die Spendenaktion des Medienhauses SÜDKURIER richtet sich zum Jahreswechsel 2021/2022 auf drei Bereiche. Ein Schwerpunkt steht dabei an erster Stelle:

Das neue Kinderhaus

Der Neubau schafft die dringend benötigte Erweiterung für die einzelnen Kindergruppen. Das auf rund zwei Millionen Euro geschätzte Projekt wurde am 18. November 2021 mit dem Spatenstich für die Umsetzungsphase freigegeben. Laut Klinikleitung erforderten die gestiegenen Baupreise eine Budgetausweitung. Deshalb dieser abschließende Spendenaufruf. Durch das neue Kinderhaus werden Räume frei, die dann für Erweiterungen im therapeutischen Bereich, etwa der Logopädie, genutzt werden können.

Medizinische Trainingstherapie (MTT):

Bewegung gehört dazu: Sporttherapeut Jan Holzmann weist eine Patientin ein.
Bewegung gehört dazu: Sporttherapeut Jan Holzmann weist eine Patientin ein. | Bild: Trippl, Norbert

Die Sportgeräte der medizinischen Trainingstherapie (MTT) müssen dringend aufgrund der Änderungen im „Medizin-Produktegesetz“ ersetzt werden. Um Patienten nicht zu gefährden, brauchen die Geräte eine Belastungsobergrenze und –untergrenze.

Durch die Digitalisierung werden die Therapie- und Sportdaten dem Arzt am Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt sowie direkt im Rehabericht erfasst. Für die Mukoviszidose-Patienten ist die sportliche Betätigung zusätzlich ein wichtiger therapeutischer Baustein zur Schleimlösung in den Atemwegen. Ein weiterer Schwerpunkt der Sporttherapie ist es, durch Spaß an der Bewegung eine langfristige Motivation für sportliche Betätigung zu entwickeln und Patienten und deren Familienangehörigen physisch sowie mental zu stärken.

Ernährung/Küche:

Diätassistentin Phylis Hausch gibt Tobias, Irina und Sergej Schneider wichtige Tipps.
Diätassistentin Phylis Hausch gibt Tobias, Irina und Sergej Schneider wichtige Tipps. | Bild: Trippl, Norbert

Das Thema Ernährung spielt bei vielen Krankheitsbildern eine zentrale Rolle und ist ein wichtiger Baustein der Tannheimer Arbeit. Neue ernährungsphysiologische Erkenntnisse erfordern eine intensivere Ernährungsberatung für alle Patientengruppen. Schon heute werden in der Küche zahlreiche Sonderkostformen täglich produziert und es wird auf individuell benötigte Ernährungsbedürfnisse eingegangen.

Hinzu kommen neue medikamentöse Behandlungsformen bei der Mukoviszidose: Patienten müssen von der bislang praktizierten hochkalorischen Ernährung umgestellt werden und erlernen ein komplett neues Ernährungsverhalten. Außerdem soll die Küche unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten modernisiert werden: Speisereste sollen in kohlendioxid-neutrale Energie umgewandelt und Feststoffe als Dünger oder Brennstoff zur weiteren Energiegewinnung genutzt werden.