Der 61-jährige Dirk Brünker aus Villingen wird seit 23. Dezember 2022 vermisst. Er wurde zuletzt gegen 20.30 Uhr nach einer Kneipentour beim Verlassen der Gastshaus Ott in der Villinger Innenstadt gesehen. Ab dann verliert sich seine Spur. Er kehrte nicht mehr nach Hause zurück, weshalb der Villinger von seiner Familie als vermisst gemeldet wurde. Bei Vermisstenfällen arbeitet die Polizei nach einem festen Schema.

Wo ist Dirk Brünker?

Seit Heiligabend sucht die Kriminalpolizei nach dem 61-jährigen Familienvater und bittet die Bevölkerung um Hilfe. Mit Hubschrauber und Wärmebildkamera überflogen Polizisten bereits am 24. Dezember den Bereich von der Villinger Färberstraße Richtung stadtauswärts.

Der bekannte frühere Fußballprofi Dirk Brünker wird seit 23. Dezember vermisst. Er wurde zuletzt beim Verlassen eines Lokals in der ...
Der bekannte frühere Fußballprofi Dirk Brünker wird seit 23. Dezember vermisst. Er wurde zuletzt beim Verlassen eines Lokals in der Villinger Innenstadt gesehen. | Bild: Trippl, Norbert

Über zwei Stunden hinweg konzentrierte sich die Flugroute auf den Raum Warenburgstraße, dem Waldgebiet Laible sowie den Villinger Stadtteilen Rietheim und Marbach. Die Anstrengungen bleiben erfolglos.

Dirk Brünker ist auf Medikamente angewiesen

Am zweiten Weihnachtsfeiertag startete die Familie eine eigene Suchaktion. Über 400 Menschen kommen hierzu am Romäusring in Villingen zusammen. Laut Kai Brünker, dem Sohn des Vermissten und Fußballprofi beim Zweitligisten 1. FC Magdeburg, habe es keinerlei Anzeichen gegeben, dass sein Vater mental in einer schwierigen Lage sein könnte.

Kai Brünker, Fußballprofi beim 1. FC Magdeburg, sucht seinen Vater: Seit 23. Dezember gilt der 61-jährige Dirk Brünker als vermisst.
Kai Brünker, Fußballprofi beim 1. FC Magdeburg, sucht seinen Vater: Seit 23. Dezember gilt der 61-jährige Dirk Brünker als vermisst. | Bild: dpa

Ist der Vermisste verunglückt?

Dirk Brünkers Familie geht daher davon aus, dass nur ein Unglück die Heimkehr verhindert haben könnte. Die Zeit drängt, denn der Gesuchte ist gesundheitlich zur Stabilisierung auf Medikamente angewiesen. Viele Rettungsdienste beteiligen sich an der Suche. So paddelte DLRG mit ihren Schlauchbooten bis Geisingen an ein Wehr der Donau und suchte im Villinger Raum sämtliche Uferbereiche ab.

Hoffen und Bangen im Regenwetter: Über 400 Menschen machen sich in Villingen am 26. Dezember auf die Suche nach Dirk Brünker.
Hoffen und Bangen im Regenwetter: Über 400 Menschen machen sich in Villingen am 26. Dezember auf die Suche nach Dirk Brünker. | Bild: Trippl, Norbert

Das Laiblewaldgebiet wurde am 26. Dezember erneut von der Kriminalpolizei durchkämmt. Die Spürhunde sollen an diesem Tag mehrfach einer Spur gefolgt sein. Im Bereich der Kläranlage haben die Tiere die Fährte des 61-Jährigen dann jedoch verloren. Versuche, über Videokameras am Gefängnis zu klären, in welche Richtung Dirk Brünker gelaufen sein könnte, sind gescheitert.

Auch in der Nacht zum 27. Dezember flog der Polizeihubschrauber über Villingen, viele Menschen beteiligten sich morgens an der Suche. Spürhunde waren ebenfalls wieder im Einsatz. Selbst die Profifußballer des FC Magdeburg halfen ihrem Kollegen Kai Brünker bei der Suche nach seinem Vater. Dirk Brünker selbst war über Jahrzehnte Fußballer, spielte bis zu seinem Karriereende 1992 beim FC 08 Villingen.

Polizisten suchen an der Brigach nach dem Vermissten 61-jährigen Dirk Brünker.
Polizisten suchen an der Brigach nach dem Vermissten 61-jährigen Dirk Brünker. | Bild: Trippl, Norbert

Am 28. Dezember, fünf Tage nach dem Verschwinden von Dirk Brünker, suchten über 100 Polizisten immer noch nach dem 61-Jährigen. Beamte liefen die Brigach an beiden Ufern zu Fuß ab, ein Suchhubschrauber war erneut im Einsatz und flog das Gebiet bis nach Donaueschingen mit einer Wärmebildkamera ab – erfolglos.

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Handy von Dirk Brünker kann nicht geortet werden

Auch ein Ortungsversuch des Mobiltelefons blieb erfolglos. Das Gerät des Gesuchten ist „entweder ausgeschaltet oder der Akku ist leer“, sagte Polizeipräsidiumssprecher Jörg-Dieter Kluge. Hierfür hatte die Polizei die Herstellerfirma in Kalifornien sowie den Netzbetreiber kontaktiert.

Am Abend des 23. Dezember war das Mobiltelefon letztmals eingeloggt. Seitdem ist die Leitung tot. Die Ehefrau des Vermissten schildert, dass er das Handy „nie ausgeschaltet hat“.

Jörg-Dieter Kluge, Sprecher des Polizeipräsidium Konstanz.
Jörg-Dieter Kluge, Sprecher des Polizeipräsidium Konstanz. | Bild: Göbel, Nathalie

Sechs Tage nach dem Verschwinden von Dirk Brünker kam das Technische Hilfswerk zum Einsatz. 16 Männer des THW suchten erneut den Laiblewald ab, diesmal in der Nähe der Warenbergschule. Das Einsatzteam hatte hierfür das Waldstück zwischen Magdalenenberg und Rietheimer Kapelle in Parzellen aufgeteilt und in kleinen Trupps durchkämmt.

Dennis Riesle und Stefan Boos (von links) vom Villinger THW: Sie steuern von der Warenbergschule aus den Sucheinsatz im Laiblewald.
Dennis Riesle und Stefan Boos (von links) vom Villinger THW: Sie steuern von der Warenbergschule aus den Sucheinsatz im Laiblewald. | Bild: Trippl, Norbert

Am Marbacher Wehr haben Taucher des Technischen Hilfswerk zusätzlich das Warenbachgelände sondiert. Auch diese Anstrengungen blieben ohne Erfolg. Polizeibeamten untersuchten zudem den Bereich einer früheren Arbeitsstätte des 61-jährigen Villingers.

Wie geht es weiter?

Mit der Suche rund um Villingen und in der Stadt „sind wir jetzt langsam am Ende unserer Möglichkeiten“, sagte Polizeipräsidiumssprecher Jörg-Dieter Kluge am 28. Dezember. Doch es gibt noch andere Spuren.

„Die Polizei geht nun weiter allen Hinweisen nach und bearbeitet den Fall Schritt für Schritt.“ Kluge sprach am 30. Dezember von bislang „etwas über 50 Hinweisen“, die zu dem Vermisstenfall eingegangen seien.

Die Bereitschaftspolizei macht sich an der Villinger Wache bereit zum Sucheinsatz nach Dirk Brünker.
Die Bereitschaftspolizei macht sich an der Villinger Wache bereit zum Sucheinsatz nach Dirk Brünker. | Bild: Trippl, Norbert

Polizei geht nicht von Gewaltverbrechen aus

Am 2. Januar 2023 verfolgte die Polizei zwei Handlungsstränge: Zum einen führten die Beamten Gespräche mit dem Umfeld des 61-Jährigen. Zum anderen wurde noch einmal versucht, durch Auswertung letzter Datenverkehrsströme des Handys Hinweise über den Verbleib des Vermissten zu erlangen. Die Kriminalpolizei geht weiterhin von einem Vermisstenfall ohne Gewalteinwirkungen aus.

Um 20.30 Uhr am 23. Dezember 2022 wurde Dirk Brünker beim Verlassen des Gasthauses Ott in der Färberstraße in Villingen das letzte Mal ...
Um 20.30 Uhr am 23. Dezember 2022 wurde Dirk Brünker beim Verlassen des Gasthauses Ott in der Färberstraße in Villingen das letzte Mal gesehen. | Bild: Daniela Biehl

Am 3. Januar gab es keine neuen Erkenntnisse. Ein mit Spezialkameras ausgestattete Spezialhubschrauber flog am 4. Januar gegen 11 Uhr über den Marbacher Angelseen. Es war das vierte Mal, dass ein Hubschrauber in diesem Vermisstenfall zum Einsatz gekommen ist. Zuvor untersuchten Polizisten erfolglos das Sportgelände in Brigachtal.

Am Vormittag des 5. Dezembers sondierten Polizisten ein Waldstück in Brigachtal. Mit Spürhunden und Suchsonden durchkämmten die Beamten einen Waldabschnitt, der sich oberhalb der Landstraße von Grüningen nach Klengen befindet.

Wo ist Dirk Brünker? Ein Hundeführer der Polizei am 5. Januar am Gemeindeverbindungsweg von Grüningen nach Klengen.
Wo ist Dirk Brünker? Ein Hundeführer der Polizei am 5. Januar am Gemeindeverbindungsweg von Grüningen nach Klengen. | Bild: Trippl, Norbert

Hier soll Dirk Brünkers Mobiltelefon zuletzt Netz gehabt haben. Wie die Polizei bestätigte, konnte eine Datenabfrage beim Mobilfunkanbieters des vermissten 61-Jährigen erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Suche nach dem Vermissten aus Villingen geht auch an Dreikönig weiter. Auf private Initiative durchkämmten die Vermisstenspürhunde aus Schorndorf erneut den Wald zwischen Klengen und Grüningen. Die Suche blieb ohne Erfolg.

Monika Menges aus Schorndorf startet die Vermisstensuche mit ihrer dreijährigen belgischen Schäferhündin Lux am Waldrand zwischen ...
Monika Menges aus Schorndorf startet die Vermisstensuche mit ihrer dreijährigen belgischen Schäferhündin Lux am Waldrand zwischen Klengen und Grüningen. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Suche nach Dirk Brünker biegt in die finale Phase ein

Wie Polizeipräsidiumssprecher Jörg-Dieter Kluge mitteilte, wurde am 10. Januar „mit Leichenspürhunden nach dem Vermissten gesucht.“ Polizeihundeführer rückten mit sechs Leichenspürhunden an zwei Orten aus: Bei Villingen vor Volkertsweiler und bei Donaueschingen im Stadtteil Aufen. Das Polizeipräsidium kommentierte diese Einsätze mit „Überprüfungen von Hinweisen“.

Am Vormittag des 11. Januars durchkämmten Dutzende Polizisten das Villinger Neuhäuslewald. Das Gelände, das am 10. Januar mit Leichenspurhunden sondiert worden war. „Es gibt Hinweise, wonach sich der Gesuchte zuletzt hier aufgehalten haben könnte“, sagte Jörg-Dieter Kluge.

Die Beamten konzentrierten sich damit gezielt auf das nördliche Stadtgebiet. Alle bisherigen Such-Bemühungen fanden allerdings überwiegend südlich der Villinger Innenstadt und entlang der Brigach statt. Die Brigach wurde erneut am 14. Januar von der DLRG abgesucht. Von dem vermissten Dirk Brünker fehlt weiterhin jede Spur.

Suchaufruf für Dirk Brünker im TV denkbar

Die Polizei gibt die Hoffnung nicht auf. „Der Fall bleibt geöffnet‘, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums, Dieter Popp. Ein Suchaufruf im Fernsehen könnte in Betracht gezogen werden. „Für Aktenzeichen XY ist der Fall eher nicht geeignet“, sagt er, es gebe aber „andere Formate“, die vielleicht in Frage kommen könnten. Und: „Es gibt derzeit wieder neue Hinweise, deren Plausibilität wir natürlich prüfen“, sagt Dieter Popp.

Dieter Popp, Sprecher des Polizeipräsidium Konstanz.
Dieter Popp, Sprecher des Polizeipräsidium Konstanz. | Bild: SK