Können Angehörige im Klinikum bald wieder besucht werden? Wie sieht es dort mit Wartezeiten aus? Und wie sieht es mit der Ausbreitung des Coronavirus im Kreis aus? Diese und mehr waren Fragen, die bei der mittlerweile traditionellen Corona-Konferenz von Landkreis, Schwarzwald-Baar Klinikum und Stadt Villingen-Schwenningen zur Sprache kamen. Unterm Strich zeigte sich dabei, dass sich die Situation positiv entwickelt hat.

Testradius wurde ausgeweitet

„Wir stehen sehr gut da“, sagt Jochen Früh, Leiter des Gesundheitsamt. Seit dem ersten Fall im Landkreis habe es wöchentlich im Durchschnitt um die 25 Neuinfektionen gegeben.

Jochen Früh.
Jochen Früh. | Bild: Fröhlich, Jens

Das sind gute Nachrichten angesichts der neuen Obergrenze von Neuinfektionen, die die Bundesregierung nun in Zusammenhang mit der Verschärfung oder Lockerung der Corona-Vorschriften in Landkreisen ins Spiel gebracht hat:

50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in einer Woche. Diesen Wert, so Früh, sei im Schwarzwald-Baar-Kreis bislang nicht erreicht worden. Derzeit liege der Kreis bei „etwas mehr als zehn“.

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Auch für diejenigen, die der Meinung sind, dass bislang zu wenige Personen getestet wurde, gibt es positive Nachrichten. Bislang wurden Personen getestet, die Symptome hatten und bis zu zwei Wochen zuvor Kontakt mit einem bestätigten Corona-Fall hatten oder in einer Region mit Corona-Fällen waren. Seit April werden die alle Angehörigen eines Haushalts einer infizierten Person getestet, sagt Jochen Früh. Unabhängig davon, ob sie Symptome zeigen.

130 Betten sind in Donaueschingen frei

Stabilisiert hat sich die Situation in der Corona-Abteilung des Schwarzwald-Baar Klinikums in Donaueschingen. Derzeit werden dort 30 Patienten behandelt, sagt Pressesprecherin Sandra Adams. Von diesen werden sieben beatmet.

Das Schwarzwald-Baar-Klinikum, Standort Donaueschingen
Das Schwarzwald-Baar-Klinikum, Standort Donaueschingen | Bild: Wursthorn, Jens

Damit sind die Grenzen des Möglichen aber lange nicht erreicht. 130 Beatmungsplätze seien das Maximum, so die Pressesprecherin. Der Standort verfüge insgesamt über 200 Betten. „Es gibt Luft nach oben.“

Freie Betten bedeuten aber auch einen finanziellen Verlust für das Klinikum. Das bestätigt Sandra Adams auch. Wie hoch der am Ende ausfallen wird, dazu äußert sich die Pressesprecherin aber nicht näher. „Es ist zu früh für konkrete Zahlen“, sagt sie.

Sandra Adams.
Sandra Adams. | Bild: Schwarzwald-Baar-Klinikum

Im Standort Villingen-Schwenningen sieht die Lage aber anders aus. „Der Standort ist sehr, sehr ausgelastet“, berichtet Sandra Adams. Geplante Eingriffe können nur begrenzt vorgenommen werden und Patienten mit nicht lebensbedrohlichen Symptomen oder Verletzungen müssen damit rechnen, nach der Untersuchung relativ zügig nach Hause geschickt zu werden.

„Wir haben nicht den Betrieb laufen wie vor Corona„, sagt Adams. Noch ungewiss ist, wann das Besuchsverbot im Klinikum aufgehoben oder gelockert werden kann. Man warte eine entsprechende Verordnung ab und werde dann tätig.

Werkstätte für Menschen mit Behinderung öffnen wieder

Bereits gelockert sind die Einschränkungen für die Werkstätten für behinderte Menschen im Kreis. In den Einrichtungen unter der Trägerschaft der Stiftung Liebenau, der Bruderhaus Diakonie und der Lebenshilfe darf auf 25 Prozent der jeweils verfügbaren Plätze gearbeitet werden, erklärt Sozialamtsleiter Jan Hauser. Erlaubt ist die Arbeit in Gruppen von bis zu sechs Personen.

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Diese Gruppen sollen je aus Personen aus einem möglichst engen Raum sein – beispielsweise aus dem selben Wohnheim – um eine mögliche Infektion einzugrenzen. „Wir sind gut unterwegs – auch beim Schutz der Menschen“, sagt Hauser.

Barbara Reichstein von der Stiftung Liebenau weiß, wie wichtig die Möglichkeit der Arbeit für Menschen mit Behinderungen ist. „Viele sind mittlerweile psychisch angeschlagen“, sagt sie. Dementsprechend positiv ist für sie die Nachricht, dass sie wieder arbeiten können.

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