Eine Charge von etwas mehr als 10.000 Flaschen Mineralwasser lässt der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen vorsichtshalber zurückrufen. Ursache ist ein bislang nicht identifiziert Fremdgeruch, der bei einigen Flaschen festgestellt wurde.

„Wir haben noch keine neuen Erkenntnisse“, berichtet Marketingleiter Michael Neuenhagen einen Tag, nach dem das Unternehmen am Mittwoch seinen Rückruf-Aufruf veröffentlicht hat. Es geht um das Produkt „Naturell“ des Bad Dürrheimer Mineralwasserproduzenten in der 0,5 Liter PET-Flasche. Betroffen davon ist nach Angaben des Unternehmens die Charge mit der Anfangskennzeichnung L201 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 20.07.23.

Michael Neuenhagen ist de Leiter der Marketingabteilung beim Mineralbrunnen.
Michael Neuenhagen ist de Leiter der Marketingabteilung beim Mineralbrunnen. | Bild: SK Archiv

Ausgelöst wurde die Rückrufaktion, nach dem es Reklamationen von Kunden gab. Es waren nicht viele, „nur einige wenige“, berichtet Neuenhagen. Doch die Reklamationen waren von solcher Qualität, „dass wir sie sehr schnell ernst genommen haben“. Die Verbraucher wurden gebeten, ihr Mineralwasser an den Hersteller zurückzugeben.

Die Experten des Produzenten stellten dann fest: Beim Öffnen einiger Flaschen kann ein unangenehmer, Mineralwasser untypischer, Fremdgeruch entweichen. „Uns war klar, das wollen wir nicht haben“, berichtet Neuenhagen. Daraufhin hat das Management umgehend reagiert und entschieden, vorsorglich die gesamte Produktionscharge zurückzurufen.

Nur einige Flaschen betroffen

Klar wurde bei den Stichproben sogleich, dass nur einige Flaschen betroffen sind und nicht die gesamte Charge. Doch solange die Ursache des Fremdgeruchs um Dunkeln liegt, wollte das Unternehmen kein Risiko eingehen. Das Unternehmen bittet daher die Verbraucher, die betroffene Ware mit der erwähnten Anfangskennung den Händlern zurückzugeben.

Dieses Bild zeigt die Abfüllung der 0,5 Liter PET-Flaschen, die im Fokus der Untersuchungen steht. Gab es bei diesen Flaschen einen ...
Dieses Bild zeigt die Abfüllung der 0,5 Liter PET-Flaschen, die im Fokus der Untersuchungen steht. Gab es bei diesen Flaschen einen Produktionsfehler? | Bild: Michael Neuenhagen

Derweil ist die Ursachensuche angelaufen. Nach der ersten Bestandsaufnahme steht für das Unternehmen fest. Es liegt nicht am Mineralwasser. Dessen Qualität sei über alle Produkte hinweg einwandfrei, berichtet Neuenhagen. Der Fehler müsse demnach an der Verpackung liegen, sprich, an der halben Liter PET-Flasche.

Analysen können lange dauern

Was an der Flasche den Fremdgeruch hervorgerufen hat, ist nun Gegenstand aufwändiger Labor-Analysen, die von den Zulieferern geleistet werden müssen. Und diese können längere Zeit dauern, vermutet Neuenhagen. Denn: „Wenn man nicht weiß, was es ist, muss man bei allem suchen.“

Solche Fälle, betont der Unternehmenssprecher, kämen sehr selten vor. „In den 35 Jahren, in denen ich hier bin, gab es nur zwei Produktrückrufe“, berichtet er.

Nur zwei Rückrufe in 35 Jahren

Er führt dies vor allem auf das gute Qualitätsmanagement des Mineralbrunnens zurück. Außerdem werde im Unternehmen die Rückverfolgungen von Fehlern regelmäßig geübt. Beim Produkt Apfelsaftschorle, so führte er exemplarisch an, könne man die Produktionskette heutzutage bis zum Apfelbaum zurückverfolgen.