Nach der monatelangen coronabedingten Zwangspause und der Absage von drei Konzerten, geht das Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen am 3. Oktober mit dem traditionellen Festkonzert wieder an den Start. „Es ist zwar alles anders, aber wir sind enorm froh, dass wir wieder musizieren dürfen“, so Dirigent Achim Fiedler, der die Musiker mit einem intensivem Workshop am Wochenende auf das Konzert vorbereitet hat. Das Programm wurde abgespeckt, da nur eine Stunde ohne Pause gespielt werden darf: „So konzentrieren wir uns ganz auf die Eroica von Ludwig van Beethoven“, berichtet Fiedler. Es ist der kleine Rest des speziell auf das Beethoven-Jahr ausgerichteten Programms 2020, das so nicht stattfinden konnte. Der große Komponist ist vor 250 Jahren geboren worden, dieser Geburtstag sollte mit einem Beethoven-Jahr weltweit gefeiert werden, die meisten Aufführungen und Konzerte mussten aber abgesagt werden.

So wollte das Sinfonieorchester im März die „Pastorale“ aufführen, kurz vor dem Konzerttermin kam aber der Lock-Down. Dieses ausgefallene Konzert soll im März 2021 stattfinden. Dies war auch ausdrücklicher Wunsch vieler Musikfreunde, die sich auf diese ganz besondere Beethoven-Sinfonie gefreut hatten.

Das müssen Sie beim Konzertbesuch beachten

Da aufgrund der Hygiene- und Abstandsregeln deutlich weniger Besucher ins Franziskaner-Konzerthaus dürfen, bietet das Orchester zwei Konzerttermine an: Um 11 Uhr als Matinee und um 17 Uhr. Wegen der Abstandsregeln muss jede zweite Reihe freigelassen werden und neben den Besuchern müssen immer zwei Plätze frei bleiben.

Die freien Plätze sind jetzt im Verkauf, bei den üblichen Vorverkaufsstellen können Karten erworben werden, es muss für jede verkaufte Karte der Name hinterlegt werden, auch das ist eine Corona-Vorschrift. Im Franziskaner-Konzerthaus muss vor Veranstaltungsbeginn und ab Veranstaltungsende ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, ebenso beim Besuch der Toiletten. Es gibt keine Einführung, die Garderobe ist nicht besetzt, die Jacken dürfen mit in den Saal genommen werden und es gibt auch keine Bewirtung im Café im Franziskaner.

Trotz all diesen Einschränkungen freuen sich die VS-Sinfoniker auf das Konzert und das Ende der musikalischen Zwangspause, die für viele Musiker harte finanzielle Einschnitte bedeutet hat. Noch ist ja nicht klar, wie der Kulturbetrieb weiterläuft, welche Beschränkungen wie lange gelten.

Auch auf der Bühne müssen Corona-Regeln eingehalten werden: Um für den nötigen Abstand zu sorgen, ist die Bühne um zwei Meter vorgebaut worden, so stehen für die Musiker rund 150 Quadratmeter zur Verfügung. Während der Probenphase am Wochenende tüfteln Musiker und Dirigent jetzt die genauen Abstände vor allem für die Bläser aus. Im Einsatz sind auch transparente Roll-Ups, die zwischen den Bläsern und Streichern aufgestellt werden können.

In der Doppelstadt läuft das kulturelle Leben langsam wieder an, allerdings mit großen Einschränkungen für viele Veranstalter. Im Klassikbereich sind es jetzt die VS-Sinfoniker, die nach dem monatelangen Aus im Theater- und Musikbetrieb endlich wieder auf der Bühne im Franziskaner-Konzerthaus spielen dürfen.