Unter dem Motto „Luis will leben“ haben Anfang März Freunde und Bekannte eines 16-jährigen an Blutkrebs erkrankten Jugendlichen aus dem Raum Villingen-Schwenningen eine Privatinitiative für eine Stammzellentypisierung ins Leben gerufen. Seither haben sich fast 1800 Personen zwischen 17 und 55 Jahren bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Das teilt die DKMS in einer Pressemitteilung mit.

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Die hohe Zahl der Bereitwilligen ist für den behandelnden Arzt Pascal Polaczek überwältigend. „Das ist einfach großartig“, so der Kinder- und Jugendmediziner, der Mit-Initiator der Aktion war. Wie er mitteilt, hatte er zunächst die Befürchtung, dass der Aufruf zur Onlineregistrierung auf geringes Interesse stoßen könnte. Eine geplante Vor-Ort-Aktion, bei der Freiwillige einen Wangenschleimhautabstrich direkt vor Ort abgeben sollten, konnte aufgrund der Corona-Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr stattfinden.

Viel Unterstützung für die Aktion

Umso glücklicher sind der Mediziner, die Freunde und Bekannten, dass von vielen Seiten Unterstützung kam. Unter anderem haben Landrat Sven Hinterseh und der Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen, Jürgen Roth, die Aktion mit ihrer Schirmherrschaft unterstützt. Auch haben zwei Druckereien kostenlos Flyer gedruckt, mit denen auf die Aktion aufmerksam gemacht wurde.

Anfang März haben die Initiatoren der Aktion, Beatrix Pfundstein (von links), der Kinder- und Jugendmediziner Pascal Polaczek sowie Oberbürgermeister Jürgen Roth und Landrat Sven Hinterseh zur Registrierungsaktion aufgerufen. Seither haben sich knapp 1800 Spenderwillige registriert.
Anfang März haben die Initiatoren der Aktion, Beatrix Pfundstein (von links), der Kinder- und Jugendmediziner Pascal Polaczek sowie Oberbürgermeister Jürgen Roth und Landrat Sven Hinterseh zur Registrierungsaktion aufgerufen. Seither haben sich knapp 1800 Spenderwillige registriert. | Bild: Roland Sprich

Jetzt müssen noch alle Personen, die sich registrieren haben lassen und das Stammzellenregistrierungsset erhalten haben, dieses auch wieder an die DKMS zurückschicken. „Etwa 40 Prozent der bestellten Sets kommen leider nicht an uns zurück“, erklärt Laura Riedlinger, Aktionsbetreuerin bei der DKMS.

Wenn die Stäbchen nicht zurückgeschickt würden, stünden die potenziellen Stammzellenspender auch nicht für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung. Einen „Treffer“ konnte die Aktion bereits verbuchen. Eine Person, die sich in den vergangenen Wochen registriert hat und in die Datenbank aufgenommen wurde, kommt als möglicher Stammzellenspender für einen anderen Blutkrebspatienten in Frage.

Für Luis geht die Suche weiter

Für Luis war bislang noch nicht der passende Stammzellenspender dabei. Eine Stammzellenspende ist laut Aussage des behandelnden Arztes die einzige Überlebenschance für den jungen Mann, der vor rund einem halben Jahr die Diagnose einer seltenen Form von Leukämie erhalten hat. „Im Moment ist Luis in einer intensiven Behandlungsphase“, erklärt Pascal Polaczek. Einen geeigneten Stammzellenspender zu finden, ist sehr schwer.

Entscheidend für eine erfolgreiche Übertragung von Stammzellen ist die Übereinstimmung von Gewebemerkmalen von Spender und Empfänger. Derzeit sind 18 000 verschiedene Gewerbemerkmale bekannt, die in Abermillionen Kombinationen auftreten können. Aktuell sind knapp zehn Millionen Spender im weltweiten Verbund der DKMS registriert. Dennoch warten viele Blutkrebspatienten bislang vergeblich auf einen geeigneten Spender.

Interessierte können sich auch weiterhin auf der Internetseite der DKMS registrieren. Die Interessierten erhalten ein Spenderset zugeschickt. Mithilfe dreier medizinischer Wattstäbchen und einer genauen Anleitung können die Personen selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen und per Brief an das DKMS-Labor in Dresden senden. Dort werden die individuellen Merkmale analysiert und in das internationale Suchregister aufgenommen. Personen, die sich bereits in der Vergangenheit registrierten, müssen nicht erneut mitmachen.

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