Wenn der Schwenninger Unternehmer Joachim Spitz eines nicht kann, dann ist das Nichtstun. Genauer noch: Jammern und Nichtstun.

Und so kam es, dass der Geschäftsführer der Spitzdruck GmbH im Laufe der Pandemie Betreiber zweier Testzentren wurde, die ersten 200.000 Masken für den Schwarzwald-Baar-Kreis beschaffte und mehrere Monate zwei Frauen beschäftigte, die in drei anderen Firmen im Schwenninger Gewerbegebiet Corona-Tests für die Mitarbeiter durchführten.

Die Brüder Michael (links) und Joachim Spitz haben aus den Corona-Tests in den Unternehmen ein Geschäft gemacht.
Die Brüder Michael (links) und Joachim Spitz haben aus den Corona-Tests in den Unternehmen ein Geschäft gemacht. | Bild: Ganter

„Ein Drittel des Jahresumsatze haben wir durch die Tests gemacht“, sagt Spitz. Ziemlich genau das, was ihnen an Aufträgen weggebrochen war. Eine goldene Nase, sagt er, hat er sich daran aber nicht verdient.

„Wir haben die Tests immer zu reellen Preisen verkauft.“ Auch heute verkauft er noch rund 1000 Tests pro Monat an Unternehmen oder Alten- und Pflegeheime.

Auch bei sich im Unternehmen hat er die Mitarbeiter getestet beziehungsweise sie sich selbst. Auch heute noch stellt er jedem Tests zur Verfügung. Inzwischen auf freiwilliger Basis.

Getestet wird im Unternehmen. Bislang hatten sie in der ganzen Zeit noch keinen einzigen positiven Fall.

Joachim Spitz und seine Firma sind nur ein Beispiel, wie Unternehmer im Kreis sich auf die veränderten Bedingungen eingestellt und für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter gesorgt haben. Wie es andere Unternehmen im Kreis mit den Tests halten, jetzt wo die Corona-Regeln zum Großteil weggefallen sind, das zeigt ein kleiner Streifzug

Continental Villingen

Continental in Villingen stellt seinen Mitarbeitern auch weiterhin zwei kostenlose Tests pro Woche zur Verfügung.
Continental in Villingen stellt seinen Mitarbeitern auch weiterhin zwei kostenlose Tests pro Woche zur Verfügung. | Bild: Hahne, Jochen

„In den öffentlichen Bereichen der Gebäude, zum Beispiel Flure, Kantine, Cafés, müssen weiterhin medizinische Masken getragen werden“, sagt ein Sprecher von Continental in Villingen.

Die Masken stellen sie den Beschäftigten zur Verfügung. Genauso wie zwei Schnelltests pro Woche. „Die bisherige Nachweispflicht eines Genesungs-, Impf- oder Testnachweises entfällt.“

Lokalen Arbeitssicherheitsfachkräfte prüfen intensiv jeden einzelnen Arbeitsplatz und sprechen Empfehlungen aus. „Wie in der Vergangenheit beobachten wir weiterhin die aktuellen Fallzahlen und passen ggf. unser Hygiene- und Schutzkonzept entsprechend der Handlungsempfehlungen und Maßnahmen des RKI an.“

ebm-Papst St. Georgen

Bei ebm-Papst, unter anderem mit einem Standort in St. Georgen, wolle man auch weiterhin an den freiwilligen Tests der Mitarbeiter ...
Bei ebm-Papst, unter anderem mit einem Standort in St. Georgen, wolle man auch weiterhin an den freiwilligen Tests der Mitarbeiter festhalten. | Bild: Ganter, Patrick

„Wir haben unseren Mitarbeitenden schon während der vergangenen zwei Jahre zuerst Testmöglichkeiten durch einen externen Anbieter und später dann Selbsttests für die freiwillige Testung zur Verfügung gestellt“, sagt Melanie Pegatzki von der Unternehmenskommunikation.

Da das Angebot von den Mitarbeitern gut angenommen werde, wolle man daran auch in der nahen Zukunft noch festhalten. Seit dem Wegfall der 3G-Regelung am Arbeitsplatz gibt es auch bei ebm-Papst keine Testpflicht mehr.

In den vergangenen Monaten, so Pegatzki, habe die Anzahl der an den Standorten St. Georgen, Herbolzheim und Lauf positiv getesteten Mitarbeitenden bei circa 30 pro Woche gelegen.

Mineralbrunnen Bad Dürrheim

„Für Ungeimpfte waren bisher fünf Tests pro Woche, für geimpfte und genesene Mitarbeiter zwei Test pro Woche verpflichtend. Seit Anfang April empfehlen wir unseren Mitarbeitern zwei Tests pro Woche, die Testkits sind kostenlos“, sagt Maria Hiller, Koordinatorin der Corona-Maßnahmen bei Bad Dürrheimer.

An den freiwilligen Test wolle man erst mal weiter festhalten. „Im Moment entfällt nur die 3G-Regelung am Arbeitsplatz“, sagt Hiller. „Maskenpflicht und das Gebot zum Abstand gilt bei uns weiterhin. Nach Ostern werden wir diesen Status prüfen.“

In den vergangenen sechs Wochen wurden durch die internen Tests insgesamt 15 positive Fälle ermittelt und durch PCR Tests bestätigt.