In SÜDKURIER-Leser Klaus Wiemer steckt ein echter Poet. Noch vor unserer Berichterstattung hat er ein heiteres Gedicht zu den Strommasten-Störchen verfasst und mit eigenen Fotos untermalt. Als der Artikel erschien, hat er sein Werk dem SÜDKURIER geschickt, „weil es so gut zum Thema gepasst hat und den Bericht ergänzt“, sagt er im Gespräch.

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Inhaltlich schwingt in dem mit Lokalkolorit gespickten Gedicht auch ein leicht trauriger Aspekt mit. Störche, die in den Nestern auf den Strommasten das Licht der Welt erblicken, können in der Regel nicht beringt werden. Zu hoch sind die Masten und zu gefährlich wäre eine solche Aktion. Der Strom müsste vorübergehend abgestellt werden.

Damit bleibt diesen Jungstörche eine tierische „Geburtsurkunde“ verwehrt, die sie als echte Baaremer Kinder ausweisen würde. Ein echtes Schlamassel.

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Gedichte zu schreiben ist ein Hobby von Klaus Wiemer. Schon immer schreibe er gerne Gedichte, erinnert er sich. Eines seiner jüngste Werke hatte er bereits im Alter von 15 Jahren begonnen. Jahrzehnte lang lag es „nicht ganz fertig „ in der Schublade. In diesem Frühjahr kam mit den Niederschlägen der dann entscheidende Geistesblitz und er konnte es endlich fertigstellen. „Frühling“ lautet der Titel.

Haben auch Sie schon einmal ein Gedicht verfasst? Dann schicken Sie uns Ihre Zeilen per E-Mail an villingen.redaktion@suedkurier.de. Wir sind gespannt, ob es noch weitere talentierte Dichter in der Region gibt.

Als Anregung können Sie hier nun aber erst einmal die Zeilen von Klaus Wiemer nachlesen:

Stöche

(von Klaus Wiemer)

nach kuzer reise auf die baar

kam erst herr und nun frau Adebar

Bild: Klaus Wiemer

der flug von afrika ist doch sehr weit

man braucht dafür nicht nur viel zeit

auch jede landung ist gefährlich

denn lebensmittel sind dort spärlich

so flogen sie bis Budapest

und fanden dort ein leeres nest

zurückgekehrt hat man die wahl

das ist nicht einfach oft ‚ne qual

nimmt man die wohnung auf dem dach

weil dort gibt‘s niemals so viel krach

man hört musik hört kinderlachen

sieht in den gärten sie so schaffen

und ist den menschen doch ganz nah

wie es auch früher schon so war

der nachwuchs kriegt noch so ein ding

sie sagen dann er sei beringt

das ist dann auch ganz wunderbar

jetzt sind sie kinder von der baar

Bild: Klaus Wiemer

oder man macht es wie die junge bande

sucht sich ein plätzchen auf dem lande

hoch oben auf dem höchsten mast

die aussicht und das wetter passt

sie brauchen summen spannung eben

sie wollen schließlich was erleben

denn von hoch oben sieht man mehr

die schnellen flitzer und den schwerverkehr

man sieht auch alles was sich da bewegt

und auch beim brüten dir nichts entgeht

man muss die hälse gar nicht recken

um auch den bauer zu entdecken

wenn mit dem traktor er dann naht

weil fällig ist die erste mahd

dann werden sie herunter schweben

wird es doch bald ein festmahl geben

Bild: Klaus Wiemer

sie sind als ersten stets dabei

beim großen fressen allerlei

und wenn es nichts mehr gibt zu mähen

dann fängt der bauer an zu sähen

und dann wird jedes mäusenest

zum kulinarischen fressfest

so sind die menschen uns ganz nah

denn ist der herbst erst einmal da

feiern die menschen große feste

mit nachbarn und auch „partnergäste“

da machen „dünne“ dann das rennen

denn „mäusesushi“sie nicht kennen

nur –

Bild: Klaus Wiemer

in dieser höhe wird man nicht beringt

und wird somit kein baaremer kind