Die Kultur ist für Landrat Sven Hinterseh wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Region. Der Kulturpreis in der Sparte Theater, Schauspiel und Kleinkunst solle in diesem Jahr besonders „helfen, das Schwungrad Kultur wieder in Gang zu bringen“.

Wie wichtig Kultur sei, habe man gemerkt, als das kulturelle Leben aufgrund der Pandemie zeitweise komplett lahmgelegt war, sagte Hinterseh. Florian Klausmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwarzwald-Baar, betonte, dass mit der Verleihung des Preises „die Wertschätzung für die Kultur zum Ausdruck gebracht werden solle.“

Die Jury bestand aus Olaf Jungmann vom Theater im Engel in Königsfeld, Ute Scholz vom Theater im Deutschen Haus in St. Georgen und Elias Raatz, aus VS stammender Moderator, Kulturschaffender und Poetry-Slammer. Die drei Mitglieder entschieden sich dafür, die insgesamt zur Verfügung stehenden 7500 Euro Preisgeld auf mehrere Künstler aufzuteilen.

Erster Preis geht an ein Monologstück

Cheyenne Christmann verkörperte in dem Ein-Personen-Stück „Name: Sophie Scholl“ die Widerstandskämpferin im Dritten Reich. ...
Cheyenne Christmann verkörperte in dem Ein-Personen-Stück „Name: Sophie Scholl“ die Widerstandskämpferin im Dritten Reich. Das Stück wurde anlässlich des 100. Geburtstags von Spohie Scholl 2021 im Theater im Deutschen Haus aufgeführt. | Bild: Sprich, Roland

Den ersten, mit 5000 Euro dotierten Preis erhielt Cheyenne Christmann für ihre Darstellung der Sophie Scholl im gleichnamigen Monologstück, das anlässlich des 100. Geburtstags der Widerstandskämpferin im Nationalsozialismus im Theater im Deutschen Haus in St. Georgen aufgeführt wurde.

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So begründet die Jury ihre Entscheidung

„Wir haben uns bei der Bewertung des ersten Platzes für Emotion entschieden, darin waren sich alle Jurymitglieder sofort einig“, sagte Olaf Jungmann, der die Laudatio hielt. Das Stück „Name: Sophie Scholl“ sei ein brillantes Stück, das zum Nachdenken anrege. Und mit Cheyenne Christmann habe ein echtes Nachwuchstalent diese Emotionen transportiert.

Stellvertretend für ihre Tochter nimmt Martina Christmann den Kulturpreis für ihre Tochter Cheyenne von Landrat Sven Hinterseh entgegen.
Stellvertretend für ihre Tochter nimmt Martina Christmann den Kulturpreis für ihre Tochter Cheyenne von Landrat Sven Hinterseh entgegen. | Bild: Sprich, Roland

Aufgrund von Anreiseproblemen mit der Deutschen Bahn konnte die Künstlerin, die in Passau studiert, nicht bei der Preisverleihung anwesend sein. Stellvertretend nahm ihre Mutter Martina den Preis entgegen.

Zweiter Preis für ein Schüler-Ensemble

Die Gewinner des zweiten Platzes des Kulturpreises, der vom Landkreis und der Sparkasse Schwarzwald-Baar vergeben wird: links ...
Die Gewinner des zweiten Platzes des Kulturpreises, der vom Landkreis und der Sparkasse Schwarzwald-Baar vergeben wird: links Jurymitglied Ute Scholz und Landrat Sven Hinterseh sowie von rechts der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Florian Klausmann, und die Jurymitglieder Elias Raatz und Olaf Jungmann. | Bild: Sprich, Roland

Der zweite Preis in Höhe von 1500 Euro ging an die Theater-AG des Gymnasiums am Deutenberg in VS-Schwenningen.

Schonungsloser Tabubruch im Zufluchtsort

Die Theater-AG stelle einen künstlerischen Zufluchtsort innerhalb der Schule dar“, so Laudatorin Ute Scholz. Mit der Thematisierung von Gewalt Vergewaltigung und Tabus in dem Stück „Frühlingserwachen“ werde der Gesellschaft schonungslos der Spiegel vorgehalten. Nach der Preisverleihung zeigten die AG-Mitglieder eine bewegende Szene aus diesem Stück.

Vier Mal zollt die Jury Anerkennung

Die Gewinner der Anerkennungs- und Förderpreise mit Florian Klausmann , Ute Scholz und Olaf Jungmann (von links) sowie Landrat Sven ...
Die Gewinner der Anerkennungs- und Förderpreise mit Florian Klausmann , Ute Scholz und Olaf Jungmann (von links) sowie Landrat Sven Hinterseh und Jurymitglied Elias Raatz (von rechts). | Bild: Sprich, Roland

Neben den beiden hoch dotierten Preisen entschied sich die Jury, weitere Anerkennungs- und Förderpreise zu vergeben.

Jurymitglied Elias Raatz konnte die mit jeweils 250 Euro Preisgeld verbundenen Preise an Poetry Slammerin Charlotte Berkenhagen, die junge Liedermacherin Hannah Below sowie an die Gemeinschaftsschule Burgberg für das Projekt frühpädagogische Theaterarbeit überreichen.

Dietmar Schlau (links) erhält die Urkunde für den Anerkennungspreis für sein Theaterstück „Koi-Karpfen kuscheln nicht“ von ...
Dietmar Schlau (links) erhält die Urkunde für den Anerkennungspreis für sein Theaterstück „Koi-Karpfen kuscheln nicht“ von Florian Klausmann, stellvertretender Vorsitzender der Sparkasse Schwarzwald-Baar. Im Hintergrund freuen sich die übrigen Preisträger der Förder- und Anerkennungspreise. | Bild: Sprich, Roland

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Dietmar Schlau als Autor und stellvertretend für das Ensemble des Stücks „Koi-Karpfen kuscheln nicht“, das im Sommer im Theater im Turm aufgeführt wurde.