Vorsichtig optimistisch zeigte sich Gesundheitsamtsleiter Jochen Früh bei der mittlerweile vierten Corona-Pressekonferenz mit Kreisverwaltung und Schwarzwald-Baar Klinikum. Die Kurve der neuen Fälle habe sich in den vergangenen Tagen etwas abgeflacht – ein Anstieg von drei Prozent statt zehn. „Wir haben eine kleine Verschnaufpause.“

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Entwarnung gibt der Amtsleiter aber nicht. „Das Virus ist mittlerweile in fast allen Gemeinden präsent.“ Dennoch gibt sich auch Landrat Sven Hinterseh optimistisch. Es zeige sich, dass die Maßnahmen Wirkung zeigen: Die Kurve sei abgeflacht und „bei uns ist das Gesundheitssystem bisher nicht überlastet“.

Gesunde Patienten belegen Betten

Probleme hat allerdings das Schwarzwald-Baar Klinikum mit derzeit rund 60 Patienten, die eigentlich entlassen werden könnten. Diese sollten in eine Pflegeeinrichtung verlegt werden, erklärt Klinik-Geschäftsführer Matthias Geiser.

Allerdings hat das Gesundheitsamt eine Verlegungssperre verhängt, weshalb diese Patienten nicht in ihr Pflegeheim können. Stattdessen sollen sie für eine 14-tägige Quarantäne in eine andere Einrichtung – etwa eine Rehaklinik. Doch sei bislang die Finanzierung der Pflege nicht geklärt, weshalb die 60 Patienten weiterhin 60 Betten im Klinikum belegen. „Das macht uns Probleme“, sagt Geiser.

Die Verlegungssperre soll laut Jochen Früh verhindern, dass Senioren, die sich womöglich im Klinikum angesteckt haben, das Coronavirus in ihre Heime einschleppen.

Kooperation mit Albert-Schweitzer-Klinik

In einem anderen Bereich ist die Kooperation mit der Albert-Schweitzer-Klinik in Königsfeld bereits angelaufen. Dorthin werden Patienten verlegt, die genesen oder fast genesen sind und in der Reha-Klinik weiter versorgt werden können.

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Mit Zuständen, dass Reha-Kliniken als „Ersatzkrankenhäuser“ herhalten müssen, rechnet Matthias Geiser bis auf Weiteres nicht. Dennoch laufen weiterhin Gespräche darüber.

Ein eher ungewöhnliches Problem schildert Kliniksprecherin Sandra Adams: Im Klinikum fehlen Patienten, die eigentlich eintreffen sollten. Dabei gehe es beispielsweise um Menschen mit Diabetessymptomen oder Schlaganfällen. „Wenn jemand akute Symptome hat, sollte er Kontakt mit dem Klinikum aufnehmen“, sagt Adams.

Recyclingzentren haben nach Ostern länger geöffnet

Vor einer Überlastung des Entsorgungssystems warnt Martin Fetscher, Leiter des Abfallwirtschaftsamts. Derzeit funktioniere das System und auch die Recyclingzentren und Wertstoffhöfe können geöffnet bleiben. Allerdings sei der Andrang derzeit sehr groß, sodass ab Dienstag, 14. April, die Öffnungszeiten verlängert werden.

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So werden etwa die Recyclingzentren samstags bereits um 8 Uhr öffnen. In Blumberg, Bad Dürrheim und St. Georgen bleiben sie zudem mittwochs bis 19 Uhr auf. Und das Zentrum in Donaueschingen erhält einen weiteren Öffnungstag: Mittwoch, von 14 bis 19 Uhr.

Es gelte aber weiterhin, dass die Anlieferung nur erfolgen sollte, wenn es absolut notwendig ist, sagt Fetscher.

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