Schwarzwald-Baar/Heuberg – Die Arbeitslosigkeit in der Region steigt weiter an, allerdings verlangsamt sich das Tempo. Das berichtet jetzt die Agentur für Arbeit in ihrem Monatsbericht. Die Arbeitslosenquote des Agenturbezirks lag im Juni bei 4,2 Prozent (plus 0,2 Prozentpunkte). Die Quote in Baden-Württemberg betrug 4,4 Prozent.

  • In den Landkreisen Schwarzwald-Baar, Rottweil und Tuttlingen waren 11 883 Frauen und Männer ohne Beschäftigung gemeldet, 354 Personen oder 3,1 Prozent mehr als im Vormonat. Von März auf April lag der Anstieg noch bei 16,2 Prozent. „Im Juni konnten wieder mehr arbeitslose Menschen eine Beschäftigung finden“, stellt Sylvia Scholz, Leiterin der Agentur für Arbeit Rottweil/Villingen-Schwenningen, in einer Pressemitteilung fest. „Insbesondere in der Metallbranche und im Verkauf hat die Beschäftigtenaufnahme zugenommen.“
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  • Die Krise trifft ungelernte Menschen mit geringer Qualifizierung stärker als Fachkräfte. Der Anteil der Arbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung liegt bei 6075 Personen und ist mit 67,1 Prozent Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich angestiegen. „Ich persönlich rate allen Betroffenen, die Überlegung anzustellen, ob jetzt nicht ein guter Zeitpunkt für das Nachholen eines Berufsabschlusses wäre. Die Agentur für Arbeit berät dazu gerne – auch zu Weiterbildungsangeboten, zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung. Wir möchten unseren Kundinnen und Kunden berufliche Perspektive eröffnen und gleichzeitig den veränderten Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt begegnen“, betont Scholz.
  • Entwicklung in den Landkreisen: Im Schwarzwald-Baar-Kreis beläuft sich die Arbeitslosenquote auf 4,7 Prozent, ein Anstieg um 0,1 Prozent. Aktuell sind 5746 Personen arbeitslos. Im Kreis Rottweil stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent auf 3,5 Prozent. Insgesamt sind 2887 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Kreis Tuttlingen erhöht sich die Quote um 0,2 Prozent auf 4,0 Prozent. 3250 Personen sind in diesem Landkreis von Arbeitslosigkeit betroffen.
  • Kurzarbeit: Im Juni sind bei der Agentur für Arbeit Rottweil/Villingen-Schwenningen 186 neue Anzeigen auf Kurzarbeit für 3700 Beschäftigte eingegangen. Damit hat sich die Anzahl der Betriebe, die seit März Kurzarbeit angezeigt haben, auf derzeit 5685 erhöht. Wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich in Kurzarbeit waren, zeigt sich mit einer zeitlichen Verzögerung von mehreren Monaten, wenn alle Abrechnungen eingegangen und bearbeitet worden sind. Betriebe haben drei Monate nach Ablauf des Monats, in dem kurzgearbeitet wurde, Zeit, um ihre Abrechnungen einzureichen. Die Daten zur realisierten Kurzarbeit auf Kreisebene stehen Ende September für den Abrechnungsmonat März zur Verfügung.
  • Stellenmarkt: Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bleibt schwach. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 2753 Stellen weniger (minus 43,1 Prozent). Arbeitgeber meldeten im Juni 870 neue Arbeitsstellen, das waren 789 oder 47,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Insgesamt waren im Bezirk im Juni 3639 Arbeitsstellen gemeldet.
  • Ausbildungsmarkt: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit 2747 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 2,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zugleich wurden 4154 Ausbildungsstellen gemeldet, das entspricht einem Minus von 5,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es mehr unversorgte Bewerber für Berufsausbildungsstellen (plus 2,2 Prozent). Ende Juni waren 1029 Bewerber noch unversorgt und 1899 Ausbildungsstellen noch unbesetzt.