Der Schwarzwald-Baar-Kreis wird sich an einem von der Stadt Villingen-Schwenningen geplanten Innovationszentrum beteiligen. Das hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Konkreter Umfang noch offen

Über die konkrete Höhe der Beteiligung im Rahmen von mindestens 33 bis höchstens 50 Prozent und mit einem Kostendeckel von 2,25 Millionen Euro soll im ersten Halbjahr 2021 entschieden werden.

Kreis und Oberzentrum müssen noch verhandeln

Bis dahin sollen Verhandlungen zwischen Landrat Sven Hinterseh und Oberbürgermeister Jürgen Roth unter anderem Klarheit über die Konditionen schaffen – insbesondere im Hinblick auf eine Kosten- und Gewinnbeteiligung des Kreises.

Landeswettbewerb um Fördergelder

Die Stadt plant, am Landeswettbewerb RegioWin 2030 teilzunehmen. Dessen Ziel ist die Förderung von Leuchtturmprojekten im Bereich Innovation und Nachhaltigkeit. Das Vorhaben heißt Vernetztes Innovations- und Anwendungszentrum für Simulation und smarte Systeme (VIAS).

Geplanter Standort in der Nähe des Klinikums

Für dieses soll im mittleren Zentralbereich der Doppelstadt ein Gebäudekomplex mit bis zu 3600 Quadratmetern entstehen, in dem unter anderem eine Bürolandschaft mit mehr als 140 Arbeitsplätzen, mehrere Labore und weitere Forschungsräume untergebracht sein werden.

Regionale Akteure vernetzen

Wie Oberbürgermeister Roth ausführte, soll das VIAS ist in direkter Nachbarschaft zum Hahn-Schickard-Institut für Mikro- und Informationstechnik gebaut werden. Das VIAS soll neue Möglichkeiten für Forschungs- und Firmengründungsaktivitäten schaffen. Von der Vernetzung innovativer Akteure der Region wie dem Hahn-Schickard-Institut, der Hochschule Furtwangen, dem Klinikum, der DRK-Landesschule und dem IHK-Netzwerk Technology Mountains mit der regionalen Gründerszene verspreche man sich einen Innovationsschub für den ganzen Landkreis.

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40 Prozent Eigenfinanzierung notwendig

Die errechneten Gesamtkosten von gut elf Millionen Euro würden im Erfolgsfall zu 60 Prozent über das RegioWin-Programm aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Landesmitteln gefördert werden. Die 40 Prozent Eigenfinanzierung, welche die Kommune bei der Bewerbung nachweisen muss, belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Die Stadt Villingen-Schwenningen hatte eine Anfrage an den Schwarzwald-Baar-Kreis gestellt, sich diesen Betrag zu jeweils 50 Prozent (also etwa 2,25 Millionen Euro) zu teilen.

Projekt soll inhaltlich konkretisiert werden

Der Kreistag war sich weitgehend einig, dass man einem solchen Projekt positiv gegenübersteht und sich als Landkreis auch an dem Vorhaben beteiligen sollte. Landrat Hinterseh schlug im Falle einer Beteiligung allerdings einen Kostendeckel zur Risikominimierung vor. Deutliche inhaltliche Konkretisierungen forderte außerdem die Grünen-Fraktion, bevor man genauere Finanzierungszusagen machen wolle. „Was jetzt auf dem Tisch liegt, ist schon sehr blumig“, so der Fraktionsvorsitzende Christian Kaiser.