Schwächere Jugendliche aus problematischen Elternhäusern, mit Symptomen von Vernachlässigung, fehlenden Vorbildern und Gewalterfahrung sollen beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützt werden. Konzeptionell geht es bei AV dual um die Dualisierung der Lernorte, also lernen an der Schule und im Praktikumsbetrieb. Die Jugendlichen werden über Ganztagesbeschulung nach einem besonderen pädagogisch-didaktischen Konzept individuell gefördert und begleitet. Ilona Retzer ist für die Koordinierung der Aktivitäten und Akteure und die regionale Projektsteuerung zuständig.

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Schwarzwald-Baar ist Modellregion. Insgesamt haben sich inzwischen 28 Stadt- und Landkreise dieser Idee angeschlossen. Im Landkreis wurde der neue Bildungsgang inzwischen an fünf Beruflichen Schulen eingeführt: Robert-Gerwig-Schule Furtwangen, KS1 Villingen-Schwenningen, Gewerbeschule Villingen-Schwenningen, Albert-Schweitzer-Schule Villingen-Schwenningen und den KHS Donaueschingen. Sieben AV-dual-Begleitende sind aktuell tätig.

Für 35 Prozent geht es direkt in den Beruf

Nach dem Erprobungsjahr haben die Fachleute das Übergangsverhalten in den Blick genommen. Von 78 Schülern im AV dual einjährig sind 35 Prozent in Ausbildung, 22 Prozent haben die Einstiegsqualifizierung für eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme erreicht, vier Prozent gehen auf weiterführende Schulen, zehn Prozent wiederholen die Maßnahme, fünf Prozent sind in Beschäftigung und über 20 Prozent haben den Bildungsgang aus unterschiedlichen Gründen abgebrochen. 83 Prozent der Schüler gehen wie geplant über in das zweite Jahr der zweijährigen Berufsfachschule und streben einen mittleren Bildungsabschluss an.

Die Hälfte hat keinen Schulabschluss

Bei AV dual ist der Anteil der Schüler hoch, die sich in besonders schwierigen Lebenslagen befinden. Viele Jugendliche brauchen Förderung im Blick auf ihre emotionale und soziale Entwicklung und haben größere Defizite in fachlichen Kompetenzen. Landesweit haben über 50 Prozent beim Eintritt in AV dual keinen Schulabschluss. Der direkte Übergang von 35 Prozent der Schüler in eine Ausbildung wird daher als zufriedenstellend bis gut bewertet.

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CDU-Sprecher Markus Keller fragte nach den Kosten und Problemschülern. Das Land fördert das Projekt mit 256.500 Euro. 210.000 Euro finanziert der Kreis. Die Förderbescheide sind zunächst bis zum 31. August 2021 beschränkt, sollen aber mit hoher Wahrscheinlichkeit verlängert werden. Hans-Joachim von Mirbach (Grüne) sagte, Schüler mit Problemen solle man nicht allein lassen, „sonst werden sie teurer“. „Wir müssen die Menschen sehen“, sagte Walter Klumpp (FW). Er forderte, die Strategie fortzusetzen, was langfristig einen Gewinn für die Gesellschaft bedeute.

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