Mit Investitionen kann man eine Unternehmenssituation deutlich verbessern. Das zeigte nun auch die Gewinn- und Verlustrechnung 2019 der Flugplatz Donaueschingen-Villingen GmbH mit einem Gewinn von 64 322,97 Euro. Der seit gut einem Jahr amtierende Geschäftsführer Eckhard Pauly erläuterte im Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss des Kreistages das Zahlenwerk.

Eine lange Gebäudezeile verschiedener Unternehmen ist am Tower der Flugplatz Donaueschingen-Villingen GmbH entlang der Landebahn entstanden.
Eine lange Gebäudezeile verschiedener Unternehmen ist am Tower der Flugplatz Donaueschingen-Villingen GmbH entlang der Landebahn entstanden. | Bild: Winkelmann-Klingsporn, Elisabeth

Die Bilanzsumme von 1,946 Millionen Euro liegt nur knapp unter dem Ergebnis des Vorjahres. Zwei neu gebaute Flugzeughallen tragen mit den Mieteinnahmen wesentlich zu diesem positiven Ergebnis bei. Gleichwohl stehen damit auch Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in der Bilanz. 2019 sind das insgesamt 1 218 401,83 Euro, und damit schon gut 40 000 Euro weniger als im Vorjahr.

Für Besucher, Ausflügler und Sportflieger ist das „Fliegerstüble“ beim Flugplatz Donaueschingen eine gerne besuchte Gaststube.
Für Besucher, Ausflügler und Sportflieger ist das „Fliegerstüble“ beim Flugplatz Donaueschingen eine gerne besuchte Gaststube. | Bild: Winkelmann-Klingsporn, Elisabeth

Sanierungsbedarf sei derzeit keiner vorhanden, so Pauly. An der Landesbahn mit dem etwas sumpfigen Untergrund müsse in den nächsten fünf Jahren nichts getan werden. Als beruhigend wurde auch wahrgenommen, dass es in jüngster Zeit keine Unfälle gegeben habe. Gleichwohl räumte Pauly aber einige kritische Situationen ein. Auch an den Wochenenden, bei schönem Wetter mit vielen Privatflügen und Stau im Luftraum, gebe es aber kein Kollisionsrisiko.

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Auf Nachfrage informierte Pauly über den Sachstand zum Hotel „Concorde„, das sich in der Mitte der Gebäudezeile parallel zur B 31 und entlang der Landebahn errichteten Gebäude befindet. Das Hotel, so Pauly, wurde Ende 2019 an die Immobilienfirma Pro Invest in Bad Dürrheim verkauft. Die Pächtersuche gestalte sich schwierig. Mit der Wiedereröffnung des für den Flugplatz wichtigen Übernachtungsangebotes rechne man im Frühjahr 2021. Das Bistro „Fliegerstüble“ habe man aus dem Hotelvertrag herausnehmen können. Es werde in Eigenregie von eigenen Mitarbeitern betrieben.

Eckhard Pauly, der Bruder des Donaueschinger Bürgermeisters Erik Pauly, fungiert seit einem guten Jahr als Geschäftsführer der Flugplatz GmbH.
Eckhard Pauly, der Bruder des Donaueschinger Bürgermeisters Erik Pauly, fungiert seit einem guten Jahr als Geschäftsführer der Flugplatz GmbH. | Bild: Winkelmann-Klingsporn, Elisabeth

Was von engagierten Umweltschützern wie von Bewohnern der Ostbaar, die vom heimischen Flugverkehr direkt betroffen sind, zuweilen kritisch hinterfragt wird, die Entwicklung der Flugbewegungen und vor allem das Verhältnis von Geschäfts- und Privat- sowie Sportflügen. Dazu äußerte sich Pauly erst auf Nachfrage am Rande der Sitzung.

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Insgesamt stieg die Zahl der Flugbewegungen von 2018 zu 2019 um 9,48 Prozent auf 20 378 Starts- und Landungen an. Davon entfallen 17 Prozent, so Pauly, auf Geschäftsflüge. Der große Rest sei Privat- und Sportfliegerei. Etwas unklar bleibt die Einstufung als „gewerblich“, wenn Pilot und Passagier als Firmenangestellte im eigenen Flugzeug unterwegs sind. Spaziergänger am Aasener Weiherwald sind zuweilen irritiert, wenn ein und dasselbe Flugzeug kurzfristig mehrfach startet und landet. Aber das hat offensichtlich mit der seit Jahren hier angesiedelten Flugschule zu tun beziehungsweise mit der Notwendigkeit, Privat- und Sportfluglizenzen zu sichern.

Die Grünen sind es leid

Die Grünen, sonst immer kritisch zur Sportfliegerei positioniert, äußerten sich diesmal in der Sache überhaupt nicht. Lediglich beim Beschluss, den Jahresüberschuss der Gewinnrücklage zuzuführen und den Geschäftsführer zu entlasten, enthielten sich Wolfgang Kaiser und Armin Schott. Persönlich darauf angesprochen hieß es: Nach zehn Jahren sei man es leid, immer wieder erfolglos auf den hohen Anteil von privatem Sportflugverkehr hinzuweisen.

Wichtig für die Wirtschaft

Auch wenn die Geschäftsflüge auf dem Verkehrslandeplatz in Donaueschingen nicht einmal 20 Prozent ausmachen, hält man diese Einrichtung für die Wirtschaft doch für wichtig. Der Flugplatz, so Landrat Sven Hinterseh, “tut der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg gut. Die Nutzer kommen aus der gesamten Region, insbesondere aus der regionalen Wirtschaft“. Durchgängig zufrieden äußerte man sich in der Diskussion zum Bau der beiden neuen Rundhallen am Ende der Flughafengebäude in Richtung Donaueschingen. Die Vorstellung, die Stellplätze zügig vermieten zu können, hat sich offensichtlich erfüllt und inzwischen positiv in der Bilanz niedergeschlagen.