Seit Mitte Dezember letzten Jahres haben sich die Mitglieder des Anglervereins um Fischbrutboxen gekümmert. Ziel war es nach Angaben des Vereins, dass in diesen speziellen Boxen möglichst viele Bachforelleneier ausgebrütet werden. Die gewonnene Fischbrut haben die Vereinsmitglieder in den letzten Wochen in die Brigach, Kirnach und in den Zulaufbächen eingesetzt.

Geschlüpfte Bachforellen in einer sogenannten Brutbox, stationiert in einem Brigachzulaufbach.
Geschlüpfte Bachforellen in einer sogenannten Brutbox, stationiert in einem Brigachzulaufbach. | Bild: Anglergesellschaft Villingen

Täglich mussten die Eier seit Januar kontrolliert und abgestorbene Eier aussortiert werden. Anfangs ernähren sich die jungen Bachforellen noch von ihrem Dottersack. Den richtigen Zeitpunkt für das Einsetzen der geschlüpften Fische konnten die Angler anhand des Blütenstaubs, der Kleinlebewesen und des Planktons im Wasser bestimmen. Es müsse genug Nahrung im Gewässer sein, sonst verhungern die Jungfische nach dem Aussetzen. Alles zusammen sei abhängig von der Wassertemperatur und der Sonneneinstrahlung in das Gewässer.

Die „Ziehväter“ der Bachforellen, Tilo Pässler und Benedikt Lang von der Anglergesellschaft Villingen beim Vorbereiten des Transports der jungen Bachforellen für die Besatzmaßnahme.
Die „Ziehväter“ der Bachforellen, Tilo Pässler und Benedikt Lang von der Anglergesellschaft Villingen beim Vorbereiten des Transports der jungen Bachforellen für die Besatzmaßnahme. | Bild: Anglergesellschaft Villingen

Fast 15 000 Bachforellenbrütlinge konnten so aufgezogen werden. Nach dem Umsetzen in die Flüsse und Bäche sind die circa zwei Zentimeter großen Bachforellen jetzt der Natur überlassen. Neben den gefräßigen Artgenossen seinen vor allem Umwelteinflüsse eine Gefahr für die Jungfische. Hitzesommer mit dramatischen Nierdrigwassersituationen und zu nah am Gewässer ausgebrachte Düngemittel und Gülle wirken sich erheblich auf die Überlebenschancen der Fische aus, teilt die Anglergesellschaft mit. Eine weitere Gefahr für das Überleben der Jungfische sei die starke Zunahme der Anzahl an fischfressenden Vögel. Waren bisher Kormorane nur selten Gast in den Oberläufen der Flüsse, so kann man diese und andere fischfressende Vogelarten vermehrt an Brigach und Kirnach beobachten.

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Anglermitglied Benedikt Lang beim Besetzen der jungen Bachforellen in einem Brigachzulaufbach.
Anglermitglied Benedikt Lang beim Besetzen der jungen Bachforellen in einem Brigachzulaufbach. | Bild: Anglergesellschaft Villingen

Fische müssen zweimal laichen

Für die Angelfischerei werden die winzigen Bachforellen erst in rund fünf oder sechs Jahren interessant. Die Angler dürfen Fische erst entnehmen, wenn sie schon zweimal gelaicht haben. Natürlich hoffen die Mitglieder der Anglergesellschaft, dass möglichst viele der eingesetzten Jungfische diese Laichreife in Brigach und Kirnach erreichen. Mit Arbeitseinsätzen, Gewässerstrukturmaßnahmen und viel Engagement versuchen die Fischer ihr Machbares dazu beizutragen, um nach den Vergiftungen in der Brigach 2013 und 2016 und dem letztjährigen Unglück an der Kirnach den Wiederaufbau des Fischbestandes voranzutreiben. Zum Glück könne der Verein auf eine langjährige intakte Mitgliederstruktur bauen. Ohne das Engagement und die Mitarbeit der Vereinsmitglieder wäre das Aufzuchtsprojekt nicht zu stemmen.