Gerade in der aktuellen Corona-Pandemie verlegen viele Menschen ihre Freizeitaktivitäten ins Freie. „Wer sich häufig im Grünen aufhält, sollte sich jetzt vor Zeckenbissen schützen und an einen ausreichenden Impfschutz gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) denken“, ruft nun das Landratsamt die Bürger in einer Mitteilung auf. Im Landkreis wurden demnach seit Anfang Juni sechs FSME-Erkrankungen festgestellt. Im gleichen Zeitraum wurden in der vergangenen zwei Jahren 2018 und 2019 lediglich vier Fälle registriert.

Der Schwarzwald-Baar-Kreis ist wie andere Landkreise Risikogebiet für FSME. Sowohl Kinder als auch Erwachsene, die viel im Freien unternehmen, sollten deshalb den Impfstatus gegen FSME kontrollieren und gegebenenfalls aktualisieren lassen. Seit Jahresbeginn wurden dem baden-württembergischen Landesgesundheitsamt bereits 98 Erkrankungsfälle durch das zeckenübertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME-Virus) übermittelt.

Krankheiten

Zeckenbisse können harmlos verlaufen, denn der Biss an sich ist nicht gefährlich. Unter anderem kann der Speichel der Zecke die bakteriellen Erreger der Lyme-Borreliose oder Viren in sich tragen, die die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen können. Die Lyme-Borreliose, eine bakterielle Infektionskrankheit, kann mit Antibiotika behandelt werden. Der FSME kann mit einer Impfung vorgebeugt werden.

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Die Symptome der Virusinfektion, die zur Hirnhaut- oder Gehirnentzündung führen kann, sind variabel. Die FSME verläuft zunächst mit grippeähnlichen Symptomen. Nach einem beschwerdefreien Intervall von etwa einer Woche kommt es in einem Drittel der Erkrankungsfälle zu einer neurologischen Symptomatik, die sich durch Fieber und heftigste Kopfschmerzen bemerkbar macht. Zusätzlich besteht die Gefahr von Nervenlähmungen. In schlimmen Fällen können neurologische Probleme wie etwa Lähmungen mit irreversiblen Schäden dazukommen.

Eine übertragbare Borreliose macht sich innerhalb von wenigen Tagen bis hin über Wochen durch grippeähnliche Allgemeinsymptome und lokale Entzündungszeichen bemerkbar. Typisch ist eine Wanderröte, die sich rund um die Einstichstelle ausbreitet und im Verlauf im Zentrum verblasst. Bei entsprechenden Anzeichen sollte umgehend medizinischer Rat eingeholt werden.

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Impfung

Die FSME-Impfung verleiht nach drei Impfungen einen guten und über mehrere Jahre anhaltenden Impfschutz gegen FSME. Das Gesundheitsamt und das Ministerium für Soziales und Integration raten deshalb zur Vorsicht und Aufmerksamkeit.

Ein Schutz gegen FSME (Grundimmunisierung) wird nach drei Impfungen in Mindestabständen erzielt. Nach vollständiger Impfung besteht bei 99 Prozent der Geimpften ein anzunehmender langjähriger Impfschutz.

Das Gesundheitsamt rät zudem zu praktischen Schutzmaßnahmen, die auf den Seiten des Robert Koch-Institutes und des Staatsministerium Baden-Württemberg zu finden sind.

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