Eigentlich sollte es eine große Abschiedsfeier werden, mit der Ulrich Fink, ehemaliger Ärztlicher Direktor des Schwarzwald-Baar Klinikums und ehemaliger Direktor des von ihm mit aufgebauten Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin, vergangenen März in den Ruhestand verabschiedet werden sollte. Doch dann kam das Coronavirus und der Plan war dahin. Nun nahm der Mediziner in kleinerer Runde ganz offiziell seinen Hut.

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Ein sang- und klangloser Abgang sei nicht angemessen gewesen, sagt Matthias Geiser, Geschäftsführer des Klinikums, beim offiziellen Abschied. Ulrich Fink habe sich mehr als 20 Jahre im Haus eingebracht, dabei die drei Röntgenabteilungen aus Villingen, Schwenningen und Donaueschingen zusammengebracht und bei der Digitalisierung der Radiologie Pionierarbeit geleistet. „Ich war für Ihren fachmännischen Rat immer dankbar“, sagt Geiser.

Von München nach Schwenningen

Im März 1996 wurde Ulrich Fink Direktor des Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin am Klinikum in Schwenningen. Aus München kommend habe er damals drei Optionen gehabt, erinnert sich Fink: die Universität Greifswald, ein Klinikum in Hamburg oder die Stelle in Schwenningen. Das Rennen machte Schwenningen. „Viele haben mich damals für verrückt erklärt, sagt Fink. „Es war kein großes Haus, aber ich hatte das Gefühl, hier kannst du was entwickeln.“

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Und entwickelt hat Ulrich Fink. „Was mir von Anfang an auf dem Herzen lag war die konsequente Digitalisierung„, sagt er. Denn zu Beginn seiner Arbeit in der Schwenninger Radiologie wurden Patientendaten noch auf Karteikarten vermerkt. Ausgerechnet am 1. Januar 2000 – ein Datum, das im Vorfeld bei Computerspezialisten mit Sorge erwartet wurde – stellte die Klinik als eine der ersten in Deutschland von einem Tag auf den anderen die Radiologie auf digital um.

Eine „anstrengende, aber tolle Zeit“ war für Fink auch die Entwicklung des neuen Zentralklinikums und der Umzug dorthin. Dabei habe er unterschätzt, wie kompliziert die Zusammenlegung des Personals aus den Kliniken Villingen und Schwenningen werden würde. Das sei aber auch ein bisschen charakteristisch für die Doppelstadt, stichelt Fink.

Erst einmal Urlaub machen

Ob der frischgebackene Ruheständler froh ist, die Zügel vor der Corona-Krise abgegeben zu haben? Fink lächelt. „Es hätte mich gereizt, da mitzuwirken“, gibt er zu. Es wäre eine weitere Herausforderung gewesen. Stattdessen nutzt er die Zeit erst einmal für einen Urlaub in seiner Wahlheimat Bad Dürrheim – Spazieren gehen, Fahrradfahren und auch Besuche in München stehen – sobald es die Situation zulässt – häufiger auf dem Freizeitplan.

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Dauerhaft in der bayrischen Hauptstadt wohnen wollen seine Frau und er aber nicht. „Wir haben hier einen sehr großen Freundeskreis, den wir nicht missen möchten“, sagt Fink. Und auch ans Praktizieren denkt der Mediziner derzeit nicht. „Ich habe genau 41 Jahre Radiologie gemacht. Das reicht. Ich bin mir sicher, die Medizin kommt auch ohne mich aus.“

Und sein Kommentar zu seinem Nachfolger in der Radiologie Stefan Wirth? „Er kommt auch aus München. Daher war es eine gute Wahl.“

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