Der Hammereisenbacher Bildhauer Wolfgang Kleiser ist in der Kunstszene hochgeschätzt und anerkannt. Seine Vielseitigkeit wird unter anderem in Kirchen, Kunstausstellungen und Skulpturen auf öffentlichen Plätzen deutlich. Nun hat sich Wolfgang Kleiser auf eine ganz andere, für ihn außergewöhnliche Thematik eingelassen: die Fasnet und natürlich die in in seinem Heimatort Hammereisenbach.

Künstler und Bildhauer Wolfgang Kleiser betrachtet sein Werk in der Gemeindehalle in Hammereisenbach.
Künstler und Bildhauer Wolfgang Kleiser betrachtet sein Werk in der Gemeindehalle in Hammereisenbach. | Bild: Dorer, Praxedis

„Ich bin zwar kein Narr, aber das habe ich trotzdem sehr gern gemacht“ erklärt der Bildhauer. Gemeint ist die neue Fasnetkulisse der Burgzunft Hammereisenbach, die sich als närrische Geschichte um die Bühne legt.

Die Idee, Wolfgang Kleiser auf das Vereinsprojekt anzusprechen, gipfelte in seiner spontanen Zusage. Die Narren waren hocherfreut, einen international anerkannten Künstler dafür gewinnen zu können. Schon beim Narrenbrunnenbau im Jahr 2000 hatte Wolfgang Kleiser den Narrenverein unterstützt und ein Kleinod geschaffen, das jedem Passanten gefällt. Dazu die große Narrenfahne, die ebenfalls von ihm gestaltet wurde.

Eindrucksvoll, lebendig und mit unzähligen Details entfaltet sich auf den großen Bildern das bunte Treiben der Hammereisenbacher Narren.
Eindrucksvoll, lebendig und mit unzähligen Details entfaltet sich auf den großen Bildern das bunte Treiben der Hammereisenbacher Narren. | Bild: Dorer, Praxedis

Nun galt es, die drei Bühnenseiten zu entwerfen. Der 84-Jährige nahm sich eine Auszeit, fuhr mit seinem Fahrrad an den Federnsee und widmete sich intensiv der Narretei. Anhand von Fotografien sammelte er Ideen und zeichnete verschiedene Szenen auf. Schon beim ersten Entwurf war dem Vereinsvorstand klar, dass da etwas ganz Besonderes entstehen wird.

Auch wie die Narren traurig ihre Masken abnehmen müssen ist gelungen festgehalten.
Auch wie die Narren traurig ihre Masken abnehmen müssen ist gelungen festgehalten. | Bild: Dorer, Praxedis

„Das war eine besondere Herausforderung für mich, aber es hat sehr viel Spaß gemacht“ erklärte der Künstler, der sich selbst als Anti-Narr bezeichnet. Hin und wieder schnitzt er zwar eine Scheme für die Villinger Narren, aber die Fasnet im Allgemeinen ist für ihn tabu. Umso mehr war seine Entscheidung, die Burgzunft Kulisse zu gestalten, eine willkommene Überraschung für die Burgzunft. Ob sakrale Kunst oder närrische Figur – seine Handschrift ist in jedem seiner Kunstwerke zu erkennen, so auch in der jetzigen Arbeit.

Richtig lebendig erscheinen die närrischen Szenen, die im Anschluss digital auf sieben Meter lange Banner vergrößert und gedruckt wurden. Die finanzielle Unterstützung dazu kam vom ehemaligen Förderverein Luisenhaus. Am Ende entstand ein Gesamtkunstwerk, das den perfekten Rahmen für die Fasnetbühne bietet. „Ich bin begeistert, wie lebendig alles wirkt“, erklärt Marianne Kleiser, die Ehefrau des Künstlers, als sie zusammen mit der Vorsitzenden Praxedis Dorer in aller Ruhe die Kulisse betrachtete. Die Sonne schien an diesem Vormittag durch die Fenster und verwandelte die Darstellungen in ein leuchtendes und fröhliches Spektakel.

Auf den Bildern gibt es viel zu entdecken. Dass am Ende der Fasnet die Narren traurig ihre Masken abnehmen und wieder Normalität eintritt, das gehört ebenso dazu, wie Spaß und Freude während der närrischen Tage.

Wolfgang Kleiser möchte dem Narrenverein seiner Heimatstadt die Arbeit sogar spenden und somit einen Beitrag zur kulturellen Weiterentwicklung des Vereins leisten, was mit großer Dankbarkeit angenommen wurde.