So lange wie irgendwie möglich zu Hause unabhängig leben – ein Traum, den wohl jeder hegt. Immer bessere Voraussetzungen hierfür ermöglichen viele Hilfsmittel, nicht zuletzt der technische Fortschritt. So ergeben sich mittlerweile durch ständig neue Entwicklungen im Bereich des intelligenten Wohnens, auch Smart Home genannt, zahlreiche Angebote.

Allerdings seien die Hemmschwellen gerade in der Altersgruppe der über 61- bis 80-Jährigen besonders groß, berichtete Maren Koffler vom Landratsamt Schwarzwald-Baar am vergangenen Mittwoch beim Smart Day am Hahn-Schickard-Institut in Villingen. Die Fachtagung richtete sich an Zielgruppen wie Pflegedienstleister, Sozialverbände und Krankenkasse, öffentliche Verwaltungen, Industrie und Lösungsanbieter, Handwerker, Fachplaner.

Maren Koffler vom Landratsamt Schwarzwald-Baar informiert bei der Fachtagung Smart day im Hahn-Schickard-Institut über das Beratungsangebot zu Smart-home-Lösungen.
Maren Koffler vom Landratsamt Schwarzwald-Baar informiert bei der Fachtagung Smart day im Hahn-Schickard-Institut über das Beratungsangebot zu Smart-home-Lösungen. | Bild: Naiemi, Sabine

Der Einstieg zur Akzeptanz von hoch technisierten Hilfen finde eher über den Einsatz einfacherer Hilfsmittel statt, erklärte die Fachfrau weiter. Kaum einer wisse, was der Begriff "AAL" (Ambient Assisted Living) bedeute – gemeint sind mit diesem Begriff personalisierte Lösungen für smartes Wohnen. In der Regel seien es Angehörige, die solche Lösungen bei den Beratungsstellen der Landratsämter für Senioren nachfragen.

Die Senioren selbst akzeptieren eher Dinge wie einen Notfallknopf, Aufstehhilfen, Badewannen- und Treppenlifter. Zu der Bandbreite zählen jedoch zum Beispiel auch Herdüberwachungssysteme, Bewegungssensoren, Ortungssysteme, Lichtsteuerung und vieles mehr. Der Bedarf wachse ständig, heißt es. Leider sei der Leistungskatalog der Krankenkassen immer noch viel zu schmal und müsste dringend erweitert werden.

Um sich vor Ort über die umfangreichen Angebote und deren Finanzierung zu informieren, kann man sich im Schwarzwald-Baar-Kreis zum Beispiel in der Musterwohnung "Beate" umsehen. Diese ist in den Räumen der Gewerblichen Schulen Schwenningen in der Erzbergerstraße zu finden. Dort werden mehr als 200 Hilfsmittel gezeigt. Die Beratungen, auch bei der Beratungsstelle für Alter und Technik im Landratsamt, sind kostenlos und neutral. "Wir machen bei Bedarf auch Hausbesuche", erklärt Maren Koffler. Im Beratungszentrum kooperieren die Landkreise Schwarzwald-Baar, Tuttlingen und Rottweil.

Diese Musterwohnung "Beate" gezeigt barrierefreie Einbauten. Mehr als 200 Produkte gibt es mittlerweile auf diesem Gebiet.
Diese Musterwohnung "Beate" gezeigt barrierefreie Einbauten. Mehr als 200 Produkte gibt es mittlerweile auf diesem Gebiet. | Bild: Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis

Als besonderen Aspekt der Beratung hebt sie die Information darüber hervor, wo die Hilfsmittel bezogen werden können und was bezüglich Finanzierung und Zuschüssen von Umbauten und Anschaffungen zu beachten ist. Etwa, dass die Zusage über Zuschüsse vor Beginn der beabsichtigen Maßnahme erteilt sein muss. Das Beratungsangebot in der Musterwohnung werde hervorragend angenommen, so Koffler. Die Nachfrage steige massiv. 2017 wären es 2000 Beratungen gewesen, mit Stand Oktober 2018 hätte man bereits die 3000er-Marke erreicht.

Ansprechpartner für Informationen ist die Beratungsstelle Alter und Technik am Landratsamt Schwarzwald-Baar. Diese ist unter 0 77 21/913 70 74 oder unter http://www.schwarzwald-baar-kreis.de erreichbar.