Sein Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen feiert in diesem Jahr der FC 1919 Dauchingen. Der Dank an die ehrenamtlich Engagierten sowie die Hinweise auf den wertvollen Beitrag des Sports für die Gesellschaft zogen sich wie ein roter Faden durch den Festakt in der vollbesetzten Festhalle.

Die FZ Musikband unter der Leitung von Werner Herget umrahmte die Feier musikalisch
Die FZ Musikband unter der Leitung von Werner Herget umrahmte die Feier musikalisch.

Vorsitzender Alexander Haffa stellte in seiner Begrüßung den Dank an die erste Stelle: An die Mitglieder, die engagierten Übungs- und Spartenleiter, die Trainer, die Gemeinde, den Verband, die umliegenden Vereine, mit denen man Spielgemeinschaften betreibt. Und vor allem an all jene, die in den 100 Jahren viel für den Verein geleistet haben: „Es gab Höhen und Tiefen, und es war nicht immer einfach, den Fortbestand des Vereins zu sichern“, so Haffa.

Der Spatenstich

Heute zählt der FC Dauchingen mehr als 500 Mitglieder, die nicht nur Fußball spielen, sondern auch im Yoga, Volleyball, bei den Trimmern oder im Fit-Mix aktiv sind. 105 Mitglieder sind jünger als 18 Jahre, und rechne man die Jugendlichen aus den Kooperationen mit der Schule hinzu, bewege der Verein mehr als 150 Kinder und Jugendliche. „Ich bin für die Zukunft des Vereins positiv gestimmt,“ sagte Haffa, und dabei hob er besonders auf den Bau des Kunstrasenplatzes ab. Der Spatenstich erfolgte am heutigen Montag, zum Jubiläumswochenende Ende Juni soll er seiner Bestimmung übergeben werden.

Bürgermeister Torben Dorn (rechts) hatte eine Urkunde und einen Scheck im Gepäck. Links Stellvertreter Rene Sontheimer, in der Mitte Vorsitzender Alexander Haffa.
Bürgermeister Torben Dorn (rechts) hatte eine Urkunde und einen Scheck im Gepäck. Links Stellvertreter Rene Sontheimer, in der Mitte Vorsitzender Alexander Haffa.

Bürgermeister Torben Dorn lobte die Festschrift des Vereins, die detailliert und kenntnisreich nicht nur die Geschichte des Vereins nachzeichne und einordne, sondern damit gleichzeitig auch die Geschichte des Ortes integriere. Der Gründungstermin 14. August 1919 sei ein geschichtsträchtiges Datum, denn an diesem Tag sei auch die Weimarer Verfassung beschlossen worden. „Eine Meisterschaft ist nicht alles, es kommt auf Fairplay und Teamgeist an, und beides wird in dem Verein gelebt“ stellte Dorn fest. Sportvereine wie der FC 1919 Dauchingen seien gesellschaftlich wichtig, weil sie junge Menschen sozialisieren und etwa in der Integration wertvolle Arbeit leisten, „gleichzeitig fördern Sie Bewegung und damit Gesundheit.“ Von daher unterstütze die Gemeinde den Bau des Kunstrasenplatzes als Baustein für die Zukunftsfähigkeit sehr gerne. Der Bürgermeister übergab eine Spende und Urkunde an den Verein.

Ehrenamt als Grundlage

Mit Gundolf Fleischer erwies auch der Präsident des Badischen Sportverbandes dem Verein seine Ehre. Und wie sich der Kreis manchmal schließt: Fleischers Großvater stimmte in der Weimarer Nationalversammlung an jenem Tag mit über die Verfassung ab, als der FC Dauchingen gegründet wurde. „In Dauchingen wurde Unglaubliches im Ehrenamt geleistet. Dieses Ehrenamt ist Grundlage dafür, dass es richtig ist, dass der Staat die Sportvereine finanziell unterstützt“, meinte der ehemalige Landespolitiker mit Hinblick auf den beträchtlichen Zuschuss, den der Sportbund an den Verein für den Bau des Kunstrasenplatzes auszahlen werde.

Mit Gundolf Fleischer (rechts) erweist auch der Präsident des Badischen Sportverbandes dem Verein seine Ehre.
Mit Gundolf Fleischer (rechts) erweist auch der Präsident des Badischen Sportverbandes dem Verein seine Ehre.

Thomas Schmidt, Präsident des Südbadischen Fußballverbandes, betonte, dass der Fußball heute in Konkurrenz zu vielen Freizeitangeboten stehe. Umso wichtiger sei eine attraktive Infrastruktur. „Der FC Dauchingen hat die Zeichen der Zeit erkannt und das Projekt Kunstrasenplatz angestoßen“, lobte der Präsident.

Viele Anekdoten

Zusammen mit Kuno Kayan, Vorsitzender des Fußballbezirks Schwarzwald, überreichte er neben einer Plakette 16 Fußbälle an den Verein. Volker Ositschan als Vertreter der Dauchinger Vereine hatte den 17. Ball im Gepäck. Allerdings eher als Ausstellungsobjekt fürs Vereinsheim, denn er trage die Unterschriften der Vorsitzenden der Vereine, die sich an der Spende für den FC 1919 beteiligt haben. Die von der FZ-Musikband musikalisch flott untermalte Veranstaltung wurde mit einem Vortrag von Udo Ross über die 100-jährige Geschichte des Vereins beendet. Im Anschluss wurden in lockerer Runde weiter gefeiert und manche Anekdote zum Besten gegeben.

Die bewegte Geschichte des FC Dauchingen

Auf eine bewegte Vereinsgeschichte vor allem in der Anfangsphase kann der FC Dauchingen zurückblicken, wie die Vereinschronik aufzeigt. „Anfang Juli des Jahres 1919 tat sich eine Gesellschaft aus den Jahrgängen 1898 bis 1903 zusammen, um sich gesellschaftlich mit dem Fußballspiel zu unterhalten. Von den damals 23. Spielern bezahlte jeder den Betrag von 3 Mark zur Anschaffung eines Balles“, so heißt es darin. Am 24. August 1919 erfolgte die Vereinsgründung, im März 1920 wurde dem Süddeutschen Fußballverband beigetreten. Im Mai 1923 wurde der FC Gaumeister der B-Klasse, verbunden mit dem Aufstieg in die A-Klasse.

Der weitere Aufstieg in die Kreisliga konnte, da viele Spieler auch landwirtschaftlich eingebunden waren, nicht gehalten werden. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges musste der Spielbetrieb eingeschränkt werden, da 17 Spieler einberufen wurden und kein Fahrzeug zur Verfügung stand, um bei Auswärtsspielen anzutreten. 1942 wurde der Spielbetrieb gänzlich eingestellt, da fast 90 Prozent aller Aktiven und ein großer Teil der Jugendspieler zur Wehrmacht eingezogen waren. Erst nach Beendigung des Krieges konnte im Januar 1946 der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden. (gdj)