Am Sonntag findet die Kreistagswahl statt. Das auf fünf Jahre gewählte Gremium bestimmt die Grundsätze der Landkreisverwaltung und entscheidet über alle Angelegenheiten des Schwarzwald-Baar-Kreises. Zentrale politische Themen, die auf Landkreisebene verantwortet werden, sind unter anderem der Öffentliche Personennahverkehr, die Breitbandversorgung, Jugend- und Sozialhilfe, die Abfallwirtschaft, Bau und Unterhalt von Kreisstraßen, Umweltschutz und der Katastrophenschutz.

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Sieben Wahlkreise, knapp 400 Kandidaten

Die Kreisräte werden nach dem Prinzip der echten Teilgebietswahl gewählt. Dazu wird der Schwarzwald-Baar-Kreis in sieben Wahlkreise unterteilt. 54 Sitze stehen im Kreistag zur Verfügung. Dazu kommen derzeit sieben Ausgleichsmandate, um das Stimmenverhältnis der Parteien korrekt darzustellen. Auf diese Sitze haben sich 379 Kandidaten beworben. Dabei hat nicht jeder Bürger im Kreis gleich viele Stimmen. Vielmehr hat jeder Wahlberechtigte so viele Stimmen, wie Kreisräte in seinem Wahlkreis zu wählen sind.

So haben Bürger im Wahlkreis I Villingen-Schwenningen 21 Stimmen, weil 21 Kandidaten zu wählen sind. Zum Vergleich: Im Wahlkreis IV St. Georgen/Triberg haben die Wähler sechs Stimmen zu vergeben. Die Zahl der Mandate richtet sich nach der Einwohnerzahl.

Sehr niedriger Frauenanteil

Sieben Parteien und Gruppierungen waren in dieser Legislaturperiode im Kreistag vertreten: CDU, SPD, Freie Wähler, Grüne und FDP waren in Fraktionsstärke vertreten. AfD und DLVH haben je einen Vertreter entsandt. Mit knapp 19,7 Prozent sind Frauen im Kreistag deutlich unterproportional vertreten. Spitzenreiter sind hier die Grünen. Drei der sieben Kreisräte sind weiblich. Auf dem zweiten Platz liegt die SPD mit 40 Prozent, gefolgt von der CDU (15,4 Prozent) und den Freien Wählern mit einer Frau auf 12 Abgeordnete. Bei FDP, AfD und DLVH bleiben die Männer unter sich. Zum Vergleich: Im Bundestag liegt die Quote bei 31,3 Prozent. Im Landtag von Baden-Württemberg, Schlusslicht unter den 16 Ländern, sind es 24,5 Prozent.

Viele Bürgermeister sitzen auch im Kreistag

Traditionell nehmen viele Bürgermeister auch ein Kreistagsmandat wahr. Derzeit sind unter anderem die (Ober-)Bürgermeister von VS, Donaueschingen, Bad Dürrheim, St. Georgen, Unterkirnach, Furtwangen, Blumberg, Schonach und Vöhrenbach im Gremium vertreten. Fast alle treten wieder an.

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Über die Sinnhaftigkeit von vielen Bürgermeistern im Gremium bestehen unterschiedliche Ansichten. Klar ist jedoch, dass sich viele Themen überschneiden, beispielsweise Breitbandausbau, Straßenbau und Finanzen. Die Bürgermeister haben also ein Interesse, im Sinne ihrer Kommune mitzureden. Zudem verfügen sie berufsbedingt über Expertise. Umgekehrt kann es sein, dass die landkreisweite Betrachtung von Themen auf der Strecke bleiben kann, wenn ein Schultes beispielsweise beim Thema Kreisumlage zunächst auf die eigene Gemeinde achtet. Diesen Spagat müssen jedoch alle gewählten Kreisräte schaffen. Grundsätzlich ist das Verhältnis zwischen Kreis und Kommunen ausgeglichen.

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Wichtige Themen auf der Agenda

In den vergangenen fünf Jahren standen einige große Themen auf der Agenda, vor allem im Bereich der Infrastruktur. So wird der Ausbau des Ringzugnetzes, etwa bis nach St. Georgen, mit Nachdruck vorangetrieben. Auch die Elektrifizierung der Höllentalbahn und der Anschluss des Landkreises an die Breisgau-S-Bahn stehen auf der Habenseite. Nicht geklappt hat es mit der Einführung des von Vielen gewünschten DS-Kennzeichens. Auch die jüngste Schlappe im Rechtsstreit um den geplanten Windpark Länge und den Windpark Blumberg wird den neuen Kreistag sicher weiterhin beschäftigen.

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