Ein Mann bricht in einem Café plötzlich zusammen und erleidet einen Herz-Kreislauf-Stillstand. In einer solchen Situation ist blitzschnelles Handeln gefragt. Der braucht sofortige Hilfe. Bleibt die Sauerstoffversorgung des Gehirns aus, könnte der Patient in wenigen Minuten schwere und dauerhafte Schäden davontragen. Im Notfall sollten Zeugen sofort erste Hilfe leisten. Doch wie funktioniert noch mal eine richtig ausgeführte Herz-Lungen-Wiederbelebung, wie wird der Defibrillator richtig eingesetzt und worauf muss dabei geachtet werden?

Wiederbelebungskurs im Klinikum

Um für einen solche Ernstfall gewappnet zu sein, veranstaltet das Schwarzwald-Baar Klinikum seit 2013 jedes Jahr zum Tag der Wiederbelebung kostenfreie Erste-Hilfe-Kurse. Die Kurse werden in Kooperation mit der Inititative "100 pro Reanimation" des Bundesverbandes Deutscher Anästhesisten angeboten. Am vergangenen Donnerstag war es also wieder so weit. Das Team rund um die Ärzte Johannes Kohler und Sabine März vom Schwarzwald-Baar Klinikum gab insgesamt vier einstündige Kurse, um die Teilnehmer zu Lebenrettern zu machen.

Die Aktion wurde 2013 ins Leben gerufen, weil damals die große Zahl von Todesfällen wegen Herz-Kreislauf-Stillständen ins Auge stach. Johannes Kohler berichtet, dass es zu dieser Zeit mehr als 50 000 Todesfälle mit Herz-Kreislauf-Stillständen gab, bei denen einige vielleicht durch Erste Hilfe hätten vermieden werden können. "Es gibt bereits eine deutliche Verbesserung der Todesfälle durch die Kurse", so Kohler. Er vermutet, dass durch diese Aktion ein wirkliches Bewusstsein für frühzeitige Erste Hilfe bei den Leuten entstanden ist. Deshalb sollen die Kursteilnehmer das erworbene Wissen auch nun wieder nicht nur für sich selbst abspeichern, sondern es auch an ihr Umfeld weitergeben, um so das Wissen rund um die Herz-Lungen-Wiederbelebung zu verbreiten.

Im Notfall gut vorbereitet

Teilnehmer Gunter Blum erzählt, dass er den Kurs aus Interesse und Neugier macht und betont: "Ich finde es einfach wichtig, im Notfall helfen zu können". Auch Mediziner Kohler erklärt, dass viele Menschen an dem Kurs teilnehmen, um erkrankten Familienmitgliedern im Ernstfall helfen zu können. Sie möchten einfach vorbereitet sein.

Bringen den Teilnehmern die Herz-Lungen-Wiederbelebung bei: Thomas Kienzler, Johannes Kohler, Günther Wehrle, Markus Räth, und Sabine März vom Schwarzwald-Baar Klinikum.
Bringen den Teilnehmern die Herz-Lungen-Wiederbelebung bei: Thomas Kienzler, Johannes Kohler, Günther Wehrle, Markus Räth, und Sabine März vom Schwarzwald-Baar Klinikum. | Bild: Lea Spormann

Die vier Kurse am Donnerstag gingen jeweils eine Stunde und wurden von drei Sanitätern unterstützt. Für alle 80 Teilnehmer gab es eine aufblasbare Wiederbelebungspuppe zum mitnehmen und eine Urkunde. Außerdem konnten sie die DVD zur Wissensvermittlung mit nach Hause nehmen. Das Team zeigte sich erfreut, dass alle Kurse an diesem Tag ausgebucht waren.

Eine solche aufblasbare Puppe durfte jeder Teilnehmer mit nach Hause nehmen.
Eine solche aufblasbare Puppe durfte jeder Teilnehmer mit nach Hause nehmen. | Bild: Lea Spormann

Von einer DVD begleitet lernten die Teilnehmer Schritt für Schritt die wichtigsten Punkte für eine Herz-Lungen-Wiederbelebung. Wichtig ist beispielsweise das richtige Einsetzen des Körpergewichts. Die Person sollte möglichst auf dem Boden liegen, um einen stabilen Untergrund zu haben. Nach einigen Wiederholungen der Übung merkten die Besucher des Kurses deutlich, wie viel Anstrengung eine Wiederbelebung kostet und kamen ordentlich ins Schwitzen. Neben der Herz-Lungen-Wiederbelebung lernten die Teilnehmer auch, was vor der Ersten Hilfe zu beachten ist und wie ein Defibrillator funktioniert. Am Ende des Tages ließen die Teilnehmer 100 Luftballons vor dem Klinikum in den Himmel steigen. Damit feierten sie den Abschluss des Wiederbelebungstages und der Aktion von "100 Pro Reanimation".