Schwarzwald-Baar – Die Vertreterversammlung der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau hat wichtige Weichen für die Zukunft des regionalen Kreditinstituts gestellt. Insbesondere hat sie die Verschmelzung mit der Spar- und Kreditbank Dauchingen unter Dach und Fach gebracht, nachdem deren Mitgliederversammlung der Fusion bereits zugestimmt hat.

Insgesamt 215 Vertreter nahmen an der Versammlung an Mittwochabend in der Neuen Tonhalle in VS-Villingen teil. Sie hörten, dass das abgelaufene Geschäftsjahr ein sehr gutes gewesen sei – und beschlossen unter anderem, dass eine Dividende in Höhe von drei Prozent ausgeschüttet werde. „So kann es weitergehen“, erklärte Volksbank-Vorstandsmitglied Ralf Schmitt. „Die Bank ist definitiv zukunftsweisend aufgestellt.“

Generelle Bilanz:

„Das Jubiläumsjahr war ein besonderes, sehr herausforderndes Jahr“, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Markus Grimm und übergab das Wort an Vorstandsmitglied Ralf Schmitt, der auch den Bericht des Vorstandsvorsitzenden Joachim Straub übernahm.

„Es war auch ein sehr gutes Jahr“, sagte Schmitt. Er sprach von guten Rahmenbedingungen, stabiler Konjunktur, aber immer noch gälten das Null- beziehungsweise Niedrigzinsniveau, umfangreiche Vorschriften und starker Wettbewerb. Trotzdem sei die Volksbank auf Wachstumskurs geblieben. Und nach dem ersten Quartal 2018 laufe das Geschäft bereits besser als erwartet.

Geschäftszahlen:

Die Bilanzsumme beträgt 4,3 Milliarden Euro, das betreute Kundenvolumen 5,9 Milliarden Euro. Man kratzt also schon an der Sechs-Milliarden-Marke. Die Genossenschaftsbank hat rund 54 000 Mitglieder und ist somit nach eigenen Angaben die mitgliederstärkste Genossenschaftsbank der Region. Rund 450 Mitarbeiter betreuen rund 107 000 Kunden im Geschäftsgebiet zwischen Tennenbronn im Kreis Rottweil und Gailingen am Hochrhein.

Überdurchschnittlich fiel das Kreditgeschäft aus. Die Leistungsbilanz der Volksbank eG weist eine regionale Wertschöpfung von rund 41 Millionen Euro an Steuern, Gehaltszahlungen und Investitionen aus.

Verschmelzung:

Vorstandsmitglied Daniel Hirt erläuterte zunächst Einzelheiten zum Verschmelzungs-Vertrag mit der Spar- und Kreditbank (SKB) Dauchingen. Mit 209 Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen wurde die erforderliche qualifizierte Mehrheit von 75 Prozent in der Abstimmung dann klar überschritten.

Bereits zuvor hat die Mitgliederversammlung der SKB der Banken-Ehe zugestimmt, die nun rückwirkend zum 1. Januar 2018 unter größenmäßig sehr unterschiedlichen Partnern zustande kommt. Alle 730 Mitglieder der Spar- und Kreditbank Dauchingen werden nun mit ihren Geschäftsanteilen Mitglied bei der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau.

Rund 170 der insgesamt 2000 Kunden erhalten eine andere Kontonummer. Die Bankleitzahl und damit die IBAN ändert sich für alle Kunden. Lastschriftmandate bleiben weiterhin gültig. Bestehende Verträge bestehen unverändert weiter. EC- und Kreditkarten bleiben vorerst gültig. Ein Austausch ist zum Jahresende geplant.

Bisherige und neue Volksbank-Führungsleute (von links): Volksbank-Vorstand Ralf Schmitt, Frank Kohler von der Spar- und Kreditbank Dauchingen und neu im Vorstand, Volksbank-Vorstand Daniel Hirt, Aufsichtsratschef Markus Grimm, Ingo Österreicher als neu in den Aufsichtsrat gewähltes Mitglied und Lothar Birk (ebenfalls von der Spar- und Kreditbank Dauchingen und neu im Vorstand).
Bisherige und neue Volksbank-Führungsleute (von links): Volksbank-Vorstand Ralf Schmitt, Frank Kohler von der Spar- und Kreditbank Dauchingen und neu im Vorstand, Volksbank-Vorstand Daniel Hirt, Aufsichtsratschef Markus Grimm, Ingo Österreicher als neu in den Aufsichtsrat gewähltes Mitglied und Lothar Birk (ebenfalls von der Spar- und Kreditbank Dauchingen und neu im Vorstand). | Bild: Sabine Naiemi

Beschlüsse:

Sämtliche Beschlüsse der Volksbank-Vertreter fielen einstimmig aus. So billigten die Vertreter der Ergebnisverwendung: Es gibt eine Ausschüttung einer Dividende auf die Geschäftsanteile in Höhe von drei Prozent (1 514 494 Euro). Zudem werden die Rücklagen um insgesamt 2,5 Millionen Euro aufgestockt.

Wechsel und Wahlen:

Durch Erreichen der Altersgrenze endete die Amtszeit des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Karl-Heinz Blum aus Blumberg. Das Urgestein des Aufsichtsrates war 41 Jahre im Amt. In dieser Zeit unterstützte er die Bank auch in schwierigen Zeiten hervorragend und auf professionelle Weise. Karl-Heinz Blum wurde mit der Ehrenurkunde in Gold und unter großem Applaus der Vertreterversammlung verabschiedet.

Turnusgemäß endete die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder Bernhard Hertrich (Singen), Klaus Bach (Singen), Eberhard Ludwig (Villingen-Schwenningen) und Josef Steidle (Singen). Deren Wiederwahl war zulässig und erfolgte einstimmig.

Die Vorstände der Dauchinger Spar- und Kreditbank, Frank Kohler und Lothar Birk, werden übernommen. Neues, gemäß dem Verschmelzungsvertrag hinzugewähltes Aufsichtsratsmitglied ist Ingo Österreicher aus Dauchingen.

Ausblick:

Die Geschäftsergebnisse liegen bereits nach dem ersten Quartal 2018 über den Erwartungen, hieß es von der Volksbank-Führung. Sorgen machten die Gewitterwolken über der Konjunktur. Negative Einflüsse resultieren aus der politischen Instabilität, die sich besonders in der hiesigen Region auf die Automobilindustrie auswirkt.

„Man kann aber sagen, dass die Zinswende da ist“, erklärte Vorstandsmitglied Schmitt. Es dauere zwar noch, doch bis Mitte oder drittes Quartal 2019 rechne die Bank mit Zinserhöhungen.

Abschließend hatte Ralf Schmitt noch Anwendertipps parat und wies außerdem auf den diesjährigen Stadtlauf in Villingen hin, an die die Volksbank wieder maßgeblich beteiligt ist. Dieser wird am 15. Juli über die Bühne gehen. Und klar ist jetzt schon: Die Vertreterversammlung 2019 wird wieder in Singen stattfinden.