Wie soll die befürchtete Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest durch Wildschweine im Land und in der Region konkret verhindert werden? Antworten auf diese Frage beschäftigten jetzt die Mitglieder der Jägervereinigung Schwarzwald-Baar bei ihrer Hauptversammlung in VS-Pfaffenweiler.

Sven Jager von der Unteren Jagdbehörde stellte den Jägern dazu den Maßnahmenplan des Landes Baden-Württemberg vor – und wie dieser sich im Schwarzwald-Baar-Kreis auswirken wird. Es habe viele Gespräche über Maßnahmen und Konzeptionen gegeben, sagte Jager. Klar sei: „Die frühzeitige Seuchenfeststellung ist die Grundlage für die Seuchenbekämpfung.“

Dementsprechend sollen Kontrollen verstärkt werden. Dabei werden nicht nur Proben von erlegten Wildschweinen getestet, auch Proben von überfahrenen Schweinen werden untersucht, versicherte Behördenvertreter Sven Jager. „Es werden alle Proben, die abgegeben werden, untersucht.“

Im Schwarzwald-Baar-Kreis sollen ferner fünf Verwahrstellen für Schweinekadaver eingerichtet werden: in Blumberg, Donaueschingen, Niedereschach-Fischbach, Villingen und Schönwald. „Es wäre erstrebenswert, dieses Netz auszuweiten“, sagte Sven Jager. Er bat die Jäger deshalb darum, auf die Gemeinden zuzugehen, um weitere Stellen einzurichten, wobei es nicht immer eine vollständige Verwahrstelle sein müsse. Bei der Frage der Finanzierung riet er den Jägern, innerhalb der Hegeringe Pläne aufzustellen und sich mit diesen an die Gemeinden und danach an den Kreis zu wenden.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Martina Braun schlug vor, die Tierseuchenkasse mit ins Boot zu holen und versprach, das Thema in Stuttgart ansprechen zu wollen.

Zudem soll den Jägern die Jagd auf die Wildschweine erleichtert werden. So sollen Straßensperrungen während der Jagd unbürokratischer möglich sein. Zudem soll eine Beratungsgruppe gegründet werden. Diese soll sich, so der Wunsch des Landratsamts, aus den Reihen der Hegeringe zusammensetzen.

Unterdessen wurde die Bejagung des Schwarzwildes intensiviert. Seit März ist eine ganzjährige Jagd erlaubt, außerdem dürfen nun Nachtsichtgeräte eingesetzt werden. Darunter fallen aber keine Nachtzielgeräte. „Das fällt unter das Kriegswaffenkontrollgesetz“, so Sven Jager.