Den roten Teppich für die Fachkräfte von morgen haben Unternehmen auf der Messe Jobs for Future seit Donnerstag ausgerollt. Bis Samstag haben Berufsein-, Um- und Wiedereinsteiger sowie Studierende Gelegenheit, auf der großen Messe rund um das Berufsleben in Villingen-Schwenningen nach ihrem Traumjob Ausschau zu halten. Mit 292 Ausstellern ist das Angebot groß wie noch nie. Vornehmlich Schulklassen prägten den ersten Messetag, tausende junge Besucher waren unterwegs, um sich über berufliche Chancen zu orientieren.

Dass die Jobs for Future nicht nur ein Angebot an, sondern auch ein Kampf um die Fachkräfte von morgen ist, zeigte sich beim Rundgang durch die Messehallen. Die Aussteller buhlen mit Aktionen an ihren Ständen um die Aufmerksamkeit der überwiegend jugendlichen Besucher, die am Eröffnungstag auf der Messe waren. Eine Runde Tischkickern, eine Fahrt im Brummi- oder Baggersimulator, ein virtueller Spaziergang mit Computersimulationsbrille oder bunte Erfrischungsgetränke sollen dabei nicht nur an die Stände locken, sondern auch ein erster Türöffner sein, um mit den jungen Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Volle Messehallen in VS-Schwenningen: Vor allem Schüler sind am ersten Messetag auf der Jobs for Future unterwegs, um sich über Berufe zu informieren und sich nach einem geeigneten Ausbildungs- oder Studienplatz umzusehen. Bilder: Roland Sprich
Volle Messehallen in VS-Schwenningen: Vor allem Schüler sind am ersten Messetag auf der Jobs for Future unterwegs, um sich über Berufe zu informieren und sich nach einem geeigneten Ausbildungs- oder Studienplatz umzusehen. Bilder: Roland Sprich

Um hier den Interessenten auf Augenhöhe einen Einblick in verschiedene Berufe geben zu können, sind an vielen Ständen Auszubildende im Einsatz, die ihren Berufsalltag schildern können. Für Detailfragen stehen auch erfahrene Beschäftigte am Stand.

Etwa am Gemeinschaftsstand der Hotelfachschule Villingen-Schwenningen und der Dehoga. Andrea Wolfsteiner, Ausbildungsbeauftragte des Verbandes für Hotellerie und Gastronomie Dehoga und selbst Gastronomin, sagt, die Messe sei eine gute Plattform, „um die Berufe in der Gastronomie transparenter zu machen.“ Auch unternehme man Anstrengungen, das Image der Gastronomie, das in der Vergangenheit durch schlechte Bezahlung und schlechte Arbeitszeiten gelitten hat, aufzubessern. Hier scheint in der Branche ein generelles Umdenken einzusetzen. „Wir wollen, dass die jungen Leute wieder mit Freude an den Beruf gehen.“

Zur Eröffnung der Messe nannte Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister Rupert Kubon vor zahlreichen Vertretern aus der regionalen Wirtschaft und Politik die mittlerweile 16. Auflage der Jobs for Future eine Gelegenheit, „bei der Suchende und Anbieter auf ihre Kosten kommen. Hier werde der Grundstein dafür gelegt, um die Wirtschaft in der Region weiter zu gestalten.

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg (IHK), Dieter Teufel, sagte, die Unternehmen strengten sich im Bereich Ausbildung an, um ihren Fachkräftemangel zu beheben. Das duale Ausbildungssystem sei nach wie vor ein Erfolgskonzept. Die Jobs for Future sei ein gutes Instrument, „um Fehlentscheidungen bei der Berufswahl zu vermeiden.“

Dass sich die Arbeitswelt im Zeitalter der Digitalisierung im Wandel befindet, darauf ging Unternehmerin Jasmin Biermann-Gässler in einem Impulsreferat ein. Die Digitalisierung sei Fluch und Segen zugleich. Einerseits ersetze die Technologie Arbeitsplätze. „Anderseits werden durch neue Technologien aber auch neue Berufe und Branchen entstehen.“ Die Referentin prognostizierte, dass sich die Hälfte aller bestehenden Berufe in naher Zukunft verändern werde. Die Jugendlichen, die in diesem digitalen Zeitalter aufwachsen, werden dabei einen entscheidenden Faktor zur Veränderung der Arbeitslandschaft beitragen.

Mirko Zwernemann ist Auszubildender im dritten Ausbildungsjahr zum Straßenwärter bei den Technischen Diensten der Stadt Villingen-Schwenningen. Auf der Jobmesse zeigt er, was er kann. Bild: Roland Sprich
Mirko Zwernemann ist Auszubildender im dritten Ausbildungsjahr zum Straßenwärter bei den Technischen Diensten der Stadt Villingen-Schwenningen. Auf der Jobmesse zeigt er, was er kann. Bild: Roland Sprich

Besucherinformationen

Die Messe Jobs for Future ist am heutigen Freitag und morgen, Samstag, jeweils von 10 bis 17 Uhr auf dem Messegelände in VS-Schwenningen geöffnet. Parken und Eintritt sind gratis. (spr)