Zwei Tage lang durfte die Villinger Neue Tonhalle unter einem anderen Namen existieren. Betitelt als "Hall of Angels' Share" war die Halle zu einer kleinen schottischen Whiskywelt umfunktionert worden.

Bereits zum vierten Mal waren Whiskyfreunde aus der Region und weit darüber hinaus eingeladen, aus den mehr als 1000 angebotenen Sorten ihren ganz eigenen Tropfen herauszufiltern. Und das geht natürlich nur durch Probieren. Und dieses Probieren ist dem wahren Whiskyfreund einiges wert. Vor allen Dingen wurde Zeit investiert, denn einen wirklich guten Whisky probiert man nicht mal so eben im Vorübergehen. Mit einem Whisky-Snifter genannten Glas und einem Glashalter ausgestattet sowie einer Handvoll Angels' Pounds (ein Pound entsprach einem Euro) in der Tasche begab man sich auf den Weg zu seinem Lieblingsstand.

Im Messe-Guide, einem kleinen Heftchen, welches das Weinhaus Riegger herausgegeben hatte, konnte man sich vorab informieren, welcher der 40 Anbieter welchen Tropfen bereithielt. Und es machte durchaus einen Unterschied, ob man für ein "Dram" genanntes Probierschlückchen zwei oder 20 Angel Pound ausgab. Wenn es ums Genießen geht, dann sind auch die Rumfreude, für die im ersten Stock der Tonhalle eine eigene Abteilung eingerichtet war, nicht weit. Gute Zigarren und feinste Schokoladen durften hier ebenfalls nicht fehlen. Von Anfang an mit dabei das Schwenninger Zigarrenhaus Bugge und das Genussatelier.

Bis Sonntagabend hatten etwa 4000 Besucher die vierte Villinger Whiskymesse besucht (links). Michael Griesshaber (links, oberes Bild) vom Whiskyclub "Friends of Riegger's Selection", überzeugt Freunde von der Qualität der edlen Tropfen, die es am Stand des Whiskyclubs gibt. Bilder: Rüdiger Fein
Bis Sonntagabend hatten etwa 4000 Besucher die vierte Villinger Whiskymesse besucht (links). Michael Griesshaber (links, oberes Bild) vom Whiskyclub "Friends of Riegger's Selection", überzeugt Freunde von der Qualität der edlen Tropfen, die es am Stand des Whiskyclubs gibt. Bilder: Rüdiger Fein

Uwe Lauinger, einer der Organisatoren zeigte sich bereits am Sonntagmittag sehr zufrieden mit dem Verlauf. "Die Besucher haben sich in diesem Jahr besser über den Tag verteilt, so dass immer etwas los war. Außerdem konnte man dadurch an vielen Ständen die Sache etwas gelassener angehen", so Uwe Lauinger. Bis Sonntagabend, wenn die Messe zu Ende gehe, werde man wohl um die 4000 Besucher zählen können, so seine Schätzung am Mittag. Besonders freue ihn, dass die zahlreichen "Tastings", das sind geschlossene und in der Teilnehmerzahl limitierte Veranstaltungen, so gut angenommen wurden und, dass man viele Whiskyfreunde auch beim entspannten Bummeln durch die Stadt angetroffen habe. Freude herrscht im Hause Wein Riegger auch über eine besondere Auszeichnung. Wein Riegger darf sich jetzt offiziell Laddi Shop nennen und als eines von deutschlandweit nur acht Geschäften die Produkte von Bruichladdich, einer der traditionellen Destillen, vertreiben. Dazu gehört das Recht, einmal pro Jahr in Schottland besondere Fässer Whisky aussuchen zu dürfen, die ausschließlich in diesen Geschäften verkauft werden. Selbst der Internetverkauf sei dann tabu, so Lauinger. Insgesamt sei man sehr zufrieden mit dem Verlauf der Whisky Messe, zog Lauinger ein positives Resümee.

Passende Musik zur Whisky-Messe: Thorsten Manus von "Tamdhu Brand Ambassador" mit dem Dudelsack.
Passende Musik zur Whisky-Messe: Thorsten Manus von "Tamdhu Brand Ambassador" mit dem Dudelsack.

Whisky oder Whiskey?

Whisky und Whiskey, so die amerikanische Schreibweise, hat eine Tradition, die bis in das fünfte Jahrhundert nach Christus zurückreicht. Bisher streiten Kenner zwar noch darüber, ob Irland oder Schottland als Wiege des "aquavitae" gelten soll. Geschichtlich erwiesen ist allerdings, dass damals christliche Mönche das Land der Kelten missionierten und auf diesem Wege auch die notwendigen technischen Geräte und das erforderliche Wissen mit auf die Inseln brachten. Die Klöster, die oftmals das Zentrum vieler Ansiedlungen waren, betrieben in der Regel eigene Gasthäuser. Die erste Aufzeichnung über eine lizenzierte Brennerei in der Provinz Ulster in Irland stammt aus dem Jahr 1608. (in)