Wasserstoff als Grundstoff für Energiesysteme der Zukunft, sein Potenzial für Nutzer und Anwender auch als Treibstoff für zukunftsfähige Mobilität: Darüber tauschte sich der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Rombach, der Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Landtag ist, mit einer Expertenrunde auf dem Klausenbauernhof in Schonach aus.

Ergebnisoffene Diskussion notwendig

Abseits von der Schwarz-Weiß-Diskussion um die E-Mobilität mit Batterie-angetriebenen Fahrzeugen bevorzugte Karl Rombach eine ergebnisoffene Diskussion um Antriebstechniken, um die Wirtschaft in der Region politisch bei der Orientierung über künftigen Energielieferanten begleiten zu können.

Drei-Punkte-Plan für Wasserstoff und Brennstoffzellen

„Diese Transformation wird kommen und wir entscheiden, ob wir Teil der Lösung oder Teil des Problems werden“, sagte Waldemar Epple, Vorstandsvorsitzender des Vereins AEN Automotive Engeneering Network. In einem Drei-Punkte-Plan, so Epple, sollten Wasserstoff und Brennstoffzellen weiter gefördert werden. Die Technologie solle von der Energieerzeugung bis zur Anwendung in einem Reallabor demonstriert werden. Weiterhin gelte es, die Industrie in diesem Transformationsprozess zu begleiten und Expertise anzubieten. Und als dritter Punkt müsse das Potenzial der Technologie in der Öffentlichkeit kommuniziert werden.

Nachhaltiger und grüner Energielieferant

„Es funktioniert“, betonte Frank Allmendinger vom Innovations- und Forschungscentrum der Hochschule Furtwangen aus seiner eigenen praktischen Erfahrung. Er bezeichnete Wasserstoff als nachhaltigen, grünen Energielieferanten. Mit Wasserstoff lasse sich die gesamte Energiekette vom Windrad (mit dessen Strom Wasserstoff erzeugt wird) bis zum angetriebenen Reifen oder zur Schiffsschraube in der Verwendung CO2-neutral abbilden.

Nötiges Wissen schon vorhanden

Laut Christian Klaiber, Leiter der Initiative Zukunftsmobilität, sei das nötige Wissen schon vorhanden. Es gelte, die Produktfelder zu entdecken und in den Unternehmen die Chancen aufzuzeigen. Andreas Rombach vom Industriebetrieb Kammerer Gewinde aus Hornberg-Niederwasser zeigte sich sehr interessiert mit Blick auf den Zulieferbereich und auch die energetische Nutzung im Unternehmen.

CO2-Bepreisung nützlich für Wasserstoff

Die Industrie- und Handelskammer (IHK), so Johann Bucher, mahnte, den Anschluss an die Mobilitätswende nicht zu verpassen. Siegfried Lessing-Wenzel von der STC Solar-Transfer-Consultancy ergänzte die Bereiche Mobilität und Zulieferindustrie mit dem Aspekt der Gebäudeversorgung mit Strom und Wärme. Laut Edgar Schmieder, Geschäftsführer der Envenion UG, würde eine sinnvolle CO2-Bepreisung schlagartig die Aufmerksamkeit für Wasserstoff erhöhen.

Sicherung von Arbeitsplätzen

Gemeinsam mit Karl Rombach war sich die Runde einig, in einem gut abgestimmten Netzwerk müsse die Wasserstoff-Brennstoffzelltechnologie von der Forschung bis zur Serienfertigung und vor allem in der Kommunikation weiter vorangebracht werden. Mit dem Ziel der Sicherung der Unternehmen und der damit verbundenen Arbeitsplätze will Karl Rombach das Netzwerk im politischen Rahmen unterstützen.

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