Nachhaltigkeit, Fairness in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und die Stärkung der Demokratie in Deutschland und allen anderen europäischen Staaten. Das sind die drei Kernthemen der Grünen für die anstehenden Kommunal- und Europawahlen. Um den Wahlkampf auch offiziell einzuläuten, hatte der Kreisverband der Grünen am Mittwoch Franziska Brantner zu Gast.

Die 39-jährige Bundestagsabgeordnete stammt aus Lörrach und vertritt den Wahlkreis Heidelberg seit 2013 im Parlament. Dort ist sie europapolitische Sprecherin ihrer Fraktion und Mitglied im Auswärtigen Ausschuss. Branter ist ausgebildete Politikwissenschaftlerin, spricht fünf Sprachen und war mit dem kontroversen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer liiert, mit dem sie eine gemeinsame Tochter hat.

Europa ist Franziska Brantner wichtig

Vor allem das Thema Europa liegt Franziska Brantner am Herzen, als sie am Mittwochnachmittag zusammen mit Landesschatzmeister Wolfgang Kaiser, Kreisgeschäftsführerin Isolde Grieshaber und Claudia Filbert aus der Furtwanger Kreisgeschäftsstelle zum SÜDKURIER-Gespräch in der VS-Redaktion in der Bickenstraße erscheint.

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Eine lebendige Diskussion entsteht beim Gespräch über die Verkehrspolitik. Die Reizworte Diesel, Feinstaub, Fahrverbote und Tempolimit treiben die Grünen um. Schnell wird klar: Schuld haben aus ihrer Sicht die Autoindustrie und vor allem auch die CSU-Verkehrsminister Dobrindt und Scheuer, die das Nachrüsten von manipulierten Dieselautos verhinderten. Für Medienberichte, wonach die deutschen Autohändler die "schmutzigen", kaum verkäuflichen Dieselautos zunehmend nach Osteuropa verkaufen, sieht sie keine Belege. Tempo 130 auf Autobahnen sei jedoch sinnvoll.

"Das saubere Auto wird gebaut werden"

Bedenken aus der Arbeitnehmerschaft, wonach vor allem die Elektromobilität Arbeitsplätze in der heimischen Industrie kosten wird, nimmt Brantner ernst. Die Entwicklung sei unausweichlich und die Menschen müssten dabei mitgenommen werden, so die Abgeordnete. "Klar ist: Das saubere Auto wird gebaut werden, entweder in China, in den USA oder aber bei uns." Die Betriebe in der Automobilindustrie und deren Zulieferer, die auch im Schwarzwald-Baar-Kreis enorm stark vertreten sind, müssten sich frühzeitig auf diese Entwicklung vorbereiten. Dafür brauche es auch eine Politik, die verlässliche Vorgaben mache und aktiv gestalte – ein Seitenhieb Richtung Union.

Leidenschaftliches Werben für Europa: Franziska Brantner wirbt beim SÜDKURIER-Redaktionsgespräch für ein stärkeres Europa. Bei den Wahlen möchte ihre Partei mit den Themen Nachhaltigkeit, Fairness sowie mit mehr Demokratie punkten.
Leidenschaftliches Werben für Europa: Franziska Brantner wirbt beim SÜDKURIER-Redaktionsgespräch für ein stärkeres Europa. Bei den Wahlen möchte ihre Partei mit den Themen Nachhaltigkeit, Fairness sowie mit mehr Demokratie punkten. | Bild: Fröhlich, Jens

Brexit: Die Briten sollen nochmal abstimmen

Auch der bevorstehende Brexit treibt Brantner, die ein Jahr in Großbritannien verbracht hat, um. Sie plädiert für ein zweites Referendum, mit dem die Briten über den Austritt abstimmen sollen. "Die erste Abstimmung war stark von Desinformationen geprägt. Man hat den Menschen das Blaue vom Himmel versprochen. Dinge die man nicht einhalten kann. Deshalb ist es legitim, die Bevölkerung erneut zu befragen", erklärt Brantner.