Maßgeblicher Faktor für das Ergebnis sei das anhaltend gute Kreditgeschäft, erklärte Arendt Gruben, als er am Freitag die Bilanz der Sparkasse Schwarzwald-Baar für das vergangene Jahr präsentierte. Der Vorstandsvorsitzende konnte bei der Pressekonferenz – wie bereits für 2017 – einen Überschuss von 4,1 Millionen Euro verkünden. Gruben bezeichnete dieses Ergebnis als „solide“.

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„Das Kreditgeschäft war bereits in den letzten Jahre ein Treiber unseres Geschäfts“, so Gruben. Die Sparkasse habe im vergangenen Jahr bei den Kundenkrediten um rund fünf Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zugelegt. Gewachsen seien die Ausleihungen sowohl bei den gewerblichen als auch den privaten Kunden, ergänzte Grubens Stellvertreter Florian Klausmann.

Sehen auch für die Zukunft der Sparkasse Schwarzwald-Baar nicht rot (von links): Arendt Gruben, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, und sein Stellvertreter, Florian Klausmann.
Sehen auch für die Zukunft der Sparkasse Schwarzwald-Baar nicht rot (von links): Arendt Gruben, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, und sein Stellvertreter, Florian Klausmann. | Bild: Marcel Jud

Bei den Wohnungsbaukrediten habe die Sparkasse gar einen Rekordwert erzielt: „Hier haben wir uns im Jahr 2018 um 6,8 Prozent steigern können“, so der Sparkassenvorstand. Insgesamt beliefen sich die Darlehenszahlungen auf 168 Millionen Euro. Die Sparkasse erzielte nicht nur erneut einen Jahresüberschuss, sondern legte auch bei der Bilanzsumme und den Kundeneinlagen zu.

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Wie die hohe Nachfrage nach Krediten zeigt, wirkt sich die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank auch auf das Geschäft der Sparkasse Schwarzwald-Baar aus. Daneben bleibt die Digitalisierung von Angeboten ein Thema:

  • Niedrigzinsen haben keine negativen Auswirkungen: Arendt Gruben rechnet nicht damit, dass die Zinsen bald wieder steigen werden: „Die persönliche Prognose ist so, dass wir bis ins nächste Jahrzehnt rein, mit ungewöhnlich niedrigen Zinsen zu rechnen haben. Man muss auch sehen, dass der deutsche Staat zu den größten Profiteuren zählt: Die schwarze Null ist nicht der Sparpolitik von Finanzministern geschuldet.“ Doch Gruben befürchtet keine negativen Folgen der tiefen Zinsen für die Sparkasse. „Wir sind in einer Region mit brummender Wirtschaft und stabiler Bevölkerungsstruktur“, so der Vorstandsvorsitzende. Da die vergangenen zehn Jahre äußerst erfolgreich gewesen seien, hätten die Firmenkunden auch „Speck ansetzen“ können. „Und es ist auch nicht unser Ziel, in Sachen Wachstum unsere Kunden zu übertreffen“, betonte Gruben.
  • Keine Kredit-Blase in Sicht: Trotz der immer noch außerordentlich tiefen Zinsen und der hohen Nachfrage nach Krediten glaubt Arendt Gruben nicht, dass sich dadurch eine Kredit-Blase entwickelt, die irgendwann platzen wird. „Davon sind wir hier im Geschäftsgebiet meilenweit entfernt. Wir glauben, dass alles marktwirtschaftlich gedeckt ist“, so der Vorstandsvorsitzende. Als Sparkasse hätten sie wegen der tiefen Zinsen auch die Kreditvergabe-Richtlinien verschärft. „Wir erwarten, dass die Kunden Eigenkapital mitbringen und haben die Tilgungsrate auf 2,5 Prozent erhöht“, betont Gruben.
  • Bauen wird wahrscheinlich teurer, trotz genügend Bauland: Gruben glaubt auch nicht, dass es bald an Bauland und günstigem Wohnraum mangeln wird, wenn immer mehr ihr eigenes Haus finanzieren wollen: „Bei der Erschließung neuer Gebiete ist eine erfreuliche Entwicklung festzustellen.“ Und dank der städtischen VS-Wohnungsbaugesellschaft wbg seien auch große Projekte am Laufen, um preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Trotzdem könnte das Bauen teurer werden: „Bei der Bauwirtschaft zeichnet sich ein Engpassfaktor ab, der zu steigenden Preisen führt“, so Vorstandsmitglied Florian Klausmann.
  • Nur jeder Zweite will Online-Banking: Für viele Kunden sei die Online-Überweisung schon Alltag, sagte Vorstandsmitglied Florian Klausmann, als er die digitalen Angebote der Sparkasse vorstellte: „Die Anzahl Online-Banking-Verträge ist 2018 um vier Prozent gestiegen und auch Angebote wie das mobile und das kontaktlose Bezahlen werden immer häufiger in Anspruch genommen. Wir spüren, dass es sich stärker etabliert.“ Derzeit nutze rund die Hälfte ihrer Girokonten-Kunden auch Online-Banking. „Wir haben einen nennenswerten Anteil Kunden, die das nicht wollen“, fügte Arendt Gruben an. Und darunter seien nicht nur ältere Leute. „Wir wollen das auch nicht vorschreiben: Bei uns hat man immer alle Optionen“, so Gruben. Allgemein sei nur ein kleiner Teil der Kunden rein digital unterwegs: „Gerade in Zeiten der Niedrigzinsen sind Berater vor Ort nachgefragt. Auf Google findet man dazu nämlich keine Antworten.“ Deshalb setze die Sparkasse auch in Zukunft auf ihre Doppelstrategie aus persönlicher Beratung vor Ort und digitalen Angeboten, versicherte Gruben.
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