„Wenn es gut läuft und praktikabel ist, wollen wir die Elemente dieses Projektes auch auf andere Hochschulen im Land übetragen“, stellte Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, am Mitttwoch in der Hochschule Furtwangen in Aussicht. Dort fand der Abschluss des Projektes „Mobilität an Hochschulen im Ländlichen Raum“ im Rahmen eines Kongresses statt, den die Studenten organisiert hatten.

  • Vorlesungen mit Fahrplan abgestimmt: Ab März wird der Beginn der Vorlesungen an der Hochschule Furtwangen auf den ÖPNV abgestimmt, trug Jochen Baier, einer der Betreuer des Projektes dem Minister und den Gästen, unter ihnen die Landtagsabgeordneten Martina Braun, Karl Rombach und Furtwangens Bürgermeister Josef Herdner, vor. „Während es früher hieß: In Furtwangen braucht man auf jeden Fall ein Auto hat sich jetzt die Meinung durchgesetzt, dass man auch in Furtwangen ohne Auto mobil sein kann“, zog Anton Karle, ebenfalls ein Betreuer des Projektes, sein Fazit.
Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) lobt das fortschrittliche und auf nachhaltiger Fortbewegung basierende Mobilitätskonzept der Hochschule Furtwangen.
Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) lobt das fortschrittliche und auf nachhaltiger Fortbewegung basierende Mobilitätskonzept der Hochschule Furtwangen. | Bild: Felicitas Schück
  • 300 000 Euro vom Land: „Es gibt aber schon Leute, die ein Auto brauchen“, schränkte Baier ein. „Sehr viele positive Effekte“ hat Karle wahrgenommen, unter anderem, dass das Thema Mobilität nun in Lehre und Forschung an der HFU auftauche. Initiert hatte das mit 300 000 Euro vom Land unterstützte Modellprojekt eigentlich Hauks Vorgänger Alexander Bonde, und zwar im Jahr 2015. Doch der Christdemokrat fand nahtlos den Anschluss: „Die Weiterentwicklung attraktiver ländlicher Hochschulstandorte ist und bleibt ein wichtiges Thema des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz“. Er freue sich besonders, so Hauk, dass die Hochschule Furtwangen, die er als besonders „leistungsstark“ bezeichnete, mit finanzieller Unterstützung des Landes ein beispielhaftes Modellprojekt zur Sicherung der Erreichbarkeit ländlicher Hochschulen mit Hilfe nachhaltiger Mobilitätslösungen „erfolgreich durchgeführt hat“.
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  • Alle Hochschulen werden integriert: Integriert in die Untersuchung waren nicht nur die drei Standorte der HFU in Furtwangen, Schwenningen und Tuttlingen, sondern auch die DHBW in Schwenningen und die Musikhochschule in Trossingen. Mit Elektrofahrzeugen wurde beispielsweise der Dienstverkehr zwischen den Hochschulen bewältigt und auch der Postverkehr. Die eingesetzten Fahrzeuge aus dem Jahr 2015 kamen dabei manchmal an Leistungsgrenzen, vor allem, wenn im Winter noch geheizt werden musste.
  • Fahrgemeinschaften gewünscht: Auch Pedelecs und eine virtuelle Mitfahrzentrale nur für Hochschulzugehörige kamen zum Einsatz. Das Projekt „Nachhaltige Mobilitätskonzepte für Studierende und Dozenten an Hochschulen im Ländlichen Raum“ hatte sich die Entwicklung und Erprobung effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger Mobilitätslösungen für Studierende und Dozenten ländlicher Hochschulen zum Ziel gesetzt. Es wurden durchaus Unterschiede zwischen den Wünschen der beiden Gruppen festgestellt: Die Studierenden wünschten sich vor allem Parkplätze (37 Prozent), die Mitarbeiter Fahrgemeinschaften (33 Prozent). Neben einem verbesserten ÖPNV standen die Förderung von Fahrgemeinschaften und Car-Sharing mit Elektroautos auf der Agenda des Hochschulprojektes.
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  • Junge Leute wollten kein Auto: Rolf Schofer, Rektor der Hochschule Furtwangen, sprach von einem „beispielhaften Projekt für die Region“. Ziel sei die Vernetzung von Hochschulen im ländlichen Raum. Er begrüßte unter anderem Ulrich Kotthaus, den Rektor der DHBW, unter den Gästen. „Wir beobachten eine sichtbare und spürbare Veränderung. Die Nutzung des ÖPNV hat zugenommen“, erklärte er. Die Einstellung der jüngeren Generation zum Auto habe sich verändert. „Viele wollen kein Auto mehr“. In Ballungszentren sei das möglich. „Im ländlichen Raum ist das schwieriger“, stellte Schofer fest. Doch es sei eine wesentliche Voraussetzung zur Gewinnung von Studierenden und Fachkräfte, „dass man kein Auto braucht."
  • 5000 gemeinsame Fahrten: Fabian Wagner trug als Mitarbeiter des Mobiliätsprojektes der HFU vor, dass 331 Mitglieder der hochschulinternen Plattform „Drive together“ diese für 5000 Fahrten nutzten. Weil es diese Plattform nicht mehr gibt, empfahl er, entweder die Webseiten Zity oder Fahrgemeinschaft.de zu nutzen.