Die Firma Wahl, Hersteller von Haarschneidemaschinen und größter Arbeitgeber in Unterkirnach, wird seine gesamte Produktion nach St. Georgen verlegen. Der Wegzug kommt, weil das Unternehmen mit derzeit 240 Mitarbeitern erweitern will und Unterkirnach keine Fläche in ausreichender Größe zur Verfügung stellen kann. Geplant ist der Umzug bis Ende 2019 oder Anfang 2020 auf das demnächst leerstehende Grässlin-Areal im Gewerbegebiet Hagenmoos im St. Georgener Stadtteil Peterzell.

Für Unterkirnach hat diese Entscheidung beträchtliche finanzielle Auswirkungen. Der Weggang des größten Gewerbesteuerzahlers wird ein klaffendes Loch in die Gemeindekasse reißen. Dezeit wird im Rathaus darüber nachgedacht, welche kommunalen Ausgaben auf den Prüfstand müssen. Welche Maßnahmen die Gemeinde ergreifen wird, um Geld einzusparen, werde momentan intern ermittelt und soll den Bürgern voraussichtlich am Dienstag, 26. Juni, in einer Einwohnerversammlung vorgestellt werden, sagte Bürgermeister Andreas Braun.

Vorstellbar sei beispielsweise, Abgaben wie zum Beispiel Friedhofsgebühren in kürzeren Abständen einzutreiben, um die Kostendeckung sicherzustellen. Außerdem ist denkbar, die Öffnungszeiten von öffentlichen Einrichtungen wie dem Schwimmbad "Aqualino" zu verkürzen. "Es gibt dabei kein Denkverbot", unterstrich Bürgermeister Braun den Ernst der Lage.

Ein Bereich, bei dem der Bürgermeister allerdings Einsparungen ablehnt, ist die Kinderbetreuung. Die Öffnungszeiten oder das Betreuungsangebot einzuschränken, sei der falsche Weg, so Andreas Braun. Noch ungeklärt ist, was nach dem Umzug mit dem derzeitigen Gebäude der Firma Wahl geschehen wird. Man werde das professionell zu Ende bringen und im Dialog bleiben, sagte Bürgermeister Braun. Er werde deshalb im Dialog mit der Firmenleitung bleiben. Für die 240 Mitarbeiter des Unternehmens wird sich derweil nur der Ort ihres Arbeitsplatzes verändern. Die Firmenleitung hat versichert, jedem Angestellten eine Weiterbeschäftigung anzubieten.