Franziska Brantner hat recht: In der Verkehrspolitik fehlt es an verlässlichen Vorgaben und klaren Ansagen aus der Politik. Das CSU-geführte Verkehrsministerium und die defensiv agierenden Minister Scheuer und Dobrindt sorgen mittlerweile bundesweit für Verdruss. Was Brantner jedoch verschweigt: Auch ihre eigene Partei zieht sich regelmäßig den Unmut der Autofahrer zu. Dabei sind der Feinstaubalarm in Stuttgart und Tempo 130 im Hegau nur lächerliche Possen.

Viel schlimmer für Autofahrer und vor allem auch die heimische Zulieferindustrie im Schwarzwald-Baar-Kreis ist das allgemeine Miesmachen der Diesel-Technologie, die zwar fehlerbehaftet und kein Allheilmittel sein mag, wohl aber für die Region mit Blick auf Arbeitsplätze noch immer von erheblicher Bedeutung ist. Mobilität ist und war schon immer die Quelle des Wohlstandes und die Feinstaub- und Stickoxiddebatte kann nur von einer Gesellschaft geführt werden, die sonst keine anderen Probleme zu haben scheint. Einer der wenigen, der das zumindest ansatzweise verstanden hat, sitzt in der Villa Reitzenstein in Stuttgart und heißt Kretschmann. Von ihm können seine Parteifreunde noch Einiges lernen.