Der Neubau des Kreistierheims in Donaueschingen ist einen Schritt weiter. Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Kreistags hat am Montag einstimmig den Auftrag an das Architekturbüro Rolf Weber aus Gosheim erteilt. Nach der derzeitigen Berechnung und Planung soll der Neubau 2,6 Millionen Euro kosten – das wären 100000 Euro mehr als bislang kalkuliert. Laut Landratsamt könnte diese Steigerung „größtenteils mit einem höheren Betrag aus einer Erbschaft gedeckt werden“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt.

Zuvor gingen aber die Wogen in der Sitzugn hoch, als Kreisrat Ernst Reiser (Freie Wähler) für seine Fraktion einen Kostendeckel bei 2,6 Millionen Euro setzen wollte. Landrat Sven Hinterseh reagierte reichlich verärgert.

Ernst Reiser hatte dem Architekten und der Kreisverwaltung zunächst vorgeworfen, „scheibchenweise“ für Kostensteigerungen verantwortlich zu sein, „das hat System und kommt bei verschiedenen Projekten letzter Zeit zum Vorschein.“ Eine zugesagte Erbschaft von 100 000 Euro für das Projekt „ist für uns da auch kein Trost“, für die Summe könne man ein abgespecktes vernünftiges Kreistierheim bauen, „wir wollen jetzt endlich einmal ein Zeichen setzen.“

Bertold Ummenhofer, Fraktionskollege von Reiser, versuchte die Wogen etwas zu glätten, „auch die vom Trägerverein eingeplanten Spenden in Höhe von 300 000 Euro sind noch nicht unter Dach und Fach, das macht uns Sorgen.“

Landrat Sven Hinterseh zeigte Kante, „einen Kostendeckel könne man hier in der Sitzung kraftvoll vortragen“, sagt er, „Ihre Fraktion muss dann aber auch die Konsequenzen tragen. Dann renovieren wir die derzeitige Hüttenanlage und Ihre Fraktion trägt dafür die Verantwortung“, hielt Hinterseh Ernst Reiser vor: „Die Alternative ist, man belässt beim alten Tierheim alles beim Alten, die Konsequenz wäre aber auch, wir packen die Umgestaltung der Donau-Aue nicht an“.

Bei einem Kreistierheim gelte es bestimmte Vorgaben einzuhalten, da könne man nicht in Abschnitten denken und ein kleineres Tierheim bauen. „Ich bin nicht für einen Schildbürgerstreich zu haben“, in der derzeitigen überhitzten Baukonjunktur „können wir nicht versprechen, dass es keine Kostensteigerungen gibt“, betonte der Landrat.

Das Kreistierheim im Donaueschinger Haberfeld ist an eine Gesamtgestaltung am Donaueschinger Zusammenfluss von Brigach und Breg und im Umfeld des vierspurigen Ausbaus der daran vorbeiführenden Bundesstraße B 27 gebunden. Dort soll ein „Auepark Donauursprung“ entstehen, ein zusätzlicher Wasserrückhalteraum für den Hochwasserschutz. Die Zeit drängt, denn das Projekt müsste bis 2021 umgesetzt sein, um die nötigen Fördermittel zu bekommen.

Edgar Schurr (SPD-Fraktion) unterstrich, „wir bauen nur einen Zweckbau mit Mindeststandard, keinen Luxus-Bau“. Und die Kreisräte hätten schließlich auch die Umgestaltung der Bregaue beschlossen, die es umzusetzen gelte.

CDU-Sprecher Jürgen Roth fuhr Reiser in die Parade: „Ihre Fraktion stimmt sonst auch überall zu“, vor allem wenn die CDU-Fraktion Einsparvorschläge mache. Der Kreis plane das Tierheim für die Gemeinden und denen sei es wichtig, „den Fahrplan müssen wir jetzt durchziehen, wenn wir Ihren Vorschlägen folgen, „lassen wir das Projekt gegen Null laufen.

Dass es weitere Kostensteigerungen geben könnte, deutete auch Architekt Weber in der Sitzung an: Die Ausschreibungen liefen erst noch an, „wir wissen nicht, was der Markt im August macht.“

Am Ende stimmten gerade mal die Freien Wähler mit vier Stimmen für den Kostendeckel von 2,6 Millionen, 16 Kreisräte waren dagegen. Einstimmig fiel dann die Entscheidung aus, das Gosheimer Architekturbüro Weber mit der weiteren Planung zu beauftragen.

Neues Kreistierheim

Für rund 2,6 Millionen Euro – laut derzeitiger Kalkulation – soll das alte und unzeitgemäße Tierheim in Donaueschingen abgerissen werden und einem Neubau Platz machen. Das Haus wird um einige 100 Meter verlegt und parallel zur künftig vierspurigen Bundesstraße B 27 neu gebaut. Weil der Baugrund instabil ist und das Gelände im Überschwemmungsgebiet liegt, muss die Bodenplatte um 1,5 Meter angehoben und auf 51 Brunnenringe gesetzt werden. Diese werden mit Beton und Sand verfüllt und haben einen Durchmesser zwischen 1,20 und 1,60 Meter. Das Haus ist 50 Meter lang und 15 Meter breit. Unter einem weiten Dachvorsprung sollen 20 Gitterboxen für Hunde gebaut werden, auf der anderen Seite des Gebäudes ist ein Katzenbereich geplant. Eine Bodenheizung soll die Temperatur im Haus auf zwölf bis 19 Grad temperieren. (bea)