Wie wird man mit der Neugründung eines Unternehmens erfolgreich? Diese Frage interessierte rund 350 Existenzgründer, Jungunternehmer und solche, die es werden wollen brennend. Sie folgten der Einladung der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg (IHK) zum NewKammerAbend in der Neuen Tonhalle in Villingen. Max Wittrock, Mitgründer und Geschäftsführer des Startups Mymüsli, plauderte aus dem Nähkästchen, wie sich aus einer verrückten Idee ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelte. Dabei gab er den Gründern verblüffende Erkenntnisse mit auf den Weg.

Fehler machen und daraus lernen

Eines machte Max Wittrock deutlich: "Fehler zu machen ist wichtig und Erfolg kommt nicht über Nacht." Ein langer Atem und die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen und Rückschläge zu verkraften, gehörten ebenso zur Entwicklung eines Unternehmens wie die eigentliche Geschäftsidee. Wichtig, um mit seiner Idee erfolgreich werden zu können, sei auch die Geschichte, die hinter dem Produkt steckt.

Das könnte Sie auch interessieren

566 Billiarden Müsli-Varianten

Im Falle des von ihm mitgegründeten Müsliunternehmens schilderte Max Wittrock auf amüsante Weise, wie die Idee, Müslikomponenten nach Kundenwunsch zusammenzustellen und übers Internet zu verkaufen, entstanden ist und wie sie sich entwickelt hat. "Nach zwei Wochen waren wir das erste Mal ausverkauft", erzählte er und gab einen Blick hinter die Kulissen, wie anfangs alle Komponenten zunächst in eine Wohnung in der Passauer Innenstadt transportiert und von dort per Hand und Küchenwaage abgemischt wurden.

Max Wittrock, Gründer des Müsli-Startupunternehmens Mymüsli, erläutert auf amüsante Weise, wie der Weg von einer verrückten Idee zum Unternehmenserfolg, gelingen kann. "Fehler zu machen ist wichtig", lautet eine seiner Thesen.
Max Wittrock, Gründer des Müsli-Startupunternehmens Mymüsli, erläutert auf amüsante Weise, wie der Weg von einer verrückten Idee zum Unternehmenserfolg, gelingen kann. "Fehler zu machen ist wichtig", lautet eine seiner Thesen. | Bild: Sprich, Roland

Heute übernimmt eine Maschine das Abmischen der theoretisch möglichen 566 Billiarden Variationen, die aus Flocken, Samen, getrockneten Früchten und Nüssen das individualisierte Müsli herstellen. Und mindestens ebenso wichtig sei es, von seiner Idee überzeugt zu sein. "So wie man aus Liebe heiraten sollte, sollte man aus Liebe ein Unternehmen gründen."

Gründer müssen auch in der Region gefördert werden

Die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg gehört zu den innovativsten Wirtschaftsregionen in Europa. Das machte Achim Scheerer, Vizepräsident IHK deutlich. Dass dies so ist, sei mutigen Gründern zu verdanken, die eine Vision hatten und daran glaubten. Die IHK stehe als qualifizierter Partner Neugründern zur Seite.

Netzwerk soll Gründer zusammenbringen

Derzeit werde ein Netzwerk aufgebaut, um die Gründer auch nach dem Start in die berufliche Selbstständigkeit adäquat zu informieren und mit anderen Gründern zusammenzubringen. Wie Scheerer sagte, leisteten Existenzgründer "einen wichtigen Beitrag für die Volkswirtschaft, in dem sie neue Arbeitsplätze schaffen oder als Unternehmensnachfolger erhalten, den Wettbewerb und Strukturwandel fördern und innovative Produkte hervorbringen."

Bei Startups ist Durchhaltevermögen gefragt

In einer Podiumsdiskussion erläuterte unter anderem Mike Wutta von der Eventfirma Trendfactory in Rottweil, dass viele Gründer aran scheiterten, "dass sie zu schnell aufgeben." Auch funktionieren Existensgründungen nicht nur in Metropolregionen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die ländliche Region könne durchaus eine Chance sein, um ein Unternehmen zum Erfolg zu führen. "Am Ende zählt das Ergebnis." Um gründerfreundlicher zu werden, brauche es allerdings die entsprechenden Rahmenbedingungen. Ein schnelles Datennetz und ein gut ausgebauter Nahverkehr seien ebenfalls wichtig. "Die jungen Menschen wollen heute gar nicht mehr unbedingt Auto fahren."

Das könnte Sie auch interessieren

Gründer hoffen auf Erfolg

Patrick Schmid ist noch ganz frisch in der Unternehmerszene. Gemeinsam mit zwei Partnern hat er die Neeerds GmbH gegründet, die unter anderem kreative Softwarelösungen (Apps), für Unternehmen entwickelt. Von der Idee verspricht er sich viel "Es steckt viel Potenzial in den Unternehmen." Zwar hoffen die drei Jungunternehmer auf den Erfolg. Dass sie mit ihrem Produkt scheitern könnten, ist ihnen bewusst. "Irgendwann muss man damit auch Geld verdienen."

In der Podiumsdiskussion mit Moderatorin Katrin-Cécile Ziegler erläutern IHK-Vizepräsident Achim Scheerer (von links), Mike Wutta (mit Mikrofon), Patrick Schmid und Mymüsli-Gründer Max Wittrock, wie erfolgeiches Unternehmertum und die Gründung eines eigenen Unternehmens gelingen kann.
In der Podiumsdiskussion mit Moderatorin Katrin-Cécile Ziegler erläutern IHK-Vizepräsident Achim Scheerer (von links), Mike Wutta (mit Mikrofon), Patrick Schmid und Mymüsli-Gründer Max Wittrock, wie erfolgeiches Unternehmertum und die Gründung eines eigenen Unternehmens gelingen kann. | Bild: Sprich, Roland